Avatar hat heute im Wikimedia-Blog ein neckisches Interview mit Nilz Bokelberg geführt, auf Grund seines Auftritts in der Sendung “Das perfekte Promi Dinner” vom 10. Juni 2007 (man beachte die letzte Ziffer der Jahreszahl), die VOX vor ein paar Tagen wiederholt hatte. Den Gewinn wollte Nilz zwischen Wikipedia und einem Obdachlosenprojekt aufteilen. Auch wenn schon etwas her, sehr lobenswert die Idee.
Leider verguß Avatar aufzuklären: Hat er oder hat er nicht
Mich haben in den letzten Tagen ein paar Anfragen erreicht, ob und warum ich nicht mehr für die Wahl zum nächsten Vorstand von Wikimedia Deutschland antrete. Um es klar zu sagen, nein vorerst mal nicht mehr. Das hat aber nur persönliche Gründe und geschieht nicht aus irgendeiner Enttäuschung oder ähnlichem heraus. Eine Kandidatur in späteren Jahren will ich jedoch nicht ausschließen.
Ich bedanke mich für das bei der Wahl und auch jetzt in mich gesetzte Vertrauen und hoffe es zumindest ansatzweise erfüllt zu haben. Und natürlich wünsche ich dem neuen Vorstand viel Erfolg und gutes Gelingen.
Ich hatte mal etwas Langeweile und da habe ich mir eine Google Map gebastelt, auf der alle Orte verzeichnet sind, die eine Themenseite in Wikisource besitzen. Insgesamt ist das alles noch recht übersichtlich, insbesondere außerhalb Deutschlands. Vielleicht kann mir ja auch noch jemand verraten, wie man die WS-Links in der Karte anklickbar machen kann. Ich habe es nicht hinbekommen.
Der Schutzumfang des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung beschränkt sich nicht auf Informationen, die bereits ihrer Art nach sensibel sind und schon deshalb grundrechtlich geschützt werden. Auch der Umgang mit personenbezogenen Daten, die für sich genommen nur geringen Informationsgehalt haben, kann, je nach seinem Ziel und den bestehenden Verarbeitungs- und Verknüpfungsmöglichkeiten, grundrechtserhebliche Auswirkungen auf die Privatheit und Verhaltensfreiheit des Betroffenen haben. Insofern gibt es unter den Bedingungen der elektronischen Datenverarbeitung kein schlechthin, also ungeachtet des Verwendungskontextes, belangloses personenbezogenes Datum mehr.
(Hervorhebung von mir)
Ich habe den erfreulichen Eindruck die Damen und Herren Verfassungsrichter in Karlsruhe wissen wirklich worüber sie da urteilen und urteilen dementsprechend. Die für juristische Texte verblüffend klare und verständliche Sprache der Urteile macht mir das Ganze noch sympathischer. Und hier die Links zu den Urteilen zur Onlineüberwachung und zur Überwachung von Kfz-Kennzeichen:
Beide sind für mich schallende Ohrfeigen für die Überwachungsfanatiker unter den Politikern. Und man darf hoffnungsfroh annehmen, dass die Klagen gegen die Vorratsdatenspeicherung ähnlich ausgehen wird.
P.S. Und das wenige Minuten nach Verkündigung der Urteile diese auch online zur Verfügung stehen, ist in Deutschland leider auch nicht selbstverständlich.
Und damit es auch ein paar Leute lesen, habe ich gerade ein paar Gedanken zur heutigen Diskussion bei FZW im Wikimedia-Blog niedergeschrieben: Spiegel und so.
[Update]
Da ich dem Herrn Klaus Graf auch den Backlink gönne, sei hiermit auch auf den etwas wirren Eintrag bei Archivalia verwiesen. Oder die Verquirlung der verschiedenen Beteiligten und der Begriffe ist Absicht. Und was sonst in diesem Blog so wichtig ist, nämlich die Verbreitung freier Inhalte, ist auf einmal Teufelswerk, versteh das wer will.
Jo, in einem spannenden Finale bin ich denn mal wieder zum Juror des aktuellen Schreibwettbewerbs gewählt worden. Also ab Abfang Aprtil heisst es dann mal wieder lesen, lesen, lesen und nochmals lesen. Neben dem Reh als Preis, gibt es hoffentlich auch viel spannende Lektüre zum bewerten. Und ich freue mich darauf die Mitglieder der Jury zur abschließenden Beratung im Real-Life zu treffen. Meine bisherigen Jury-Erfahrungen sind ja bisher immer nur aus dem Chat.
Und da ich gerade dabei bin was in meinem Blog zu schreiben, dann verwurste ich einfach mal was mir in den letzten Tagen über den Weg gelaufen ist:
Wikisource hat nach offizieller Zählung mit {{NUMBEROFARTICLES}} mehr als 20.000 Werke. Die Zahl kommt insofern hin, da in den letzten Monaten etliche neue Werke neu angelegt wurden, aber auch Seiten die im Hauptnamensraum lagen, aber eigentlich nicht mit gezählt werden dürften, in den Seiten-Namensraum verlagert wurden (Ich schrub darüber.)
Wie sicherlich einige wissen, hatte meine Umbennung vorrangig mit meiner betriebsbedingten Kündigung durch das Unternehmen zu tun, in dem ich lange Jahre angestellt war. Seit 1.1. bin ich zwar wieder in Lohn und Brot, aber nein ich werde mich nicht wieder umbenennen. Und mir fiele sowieso kein sinnvoller Nick für das Unternehmen ein, in dem ich derzeit angestellt bin (obwohl wenn ich es recht bedenke würde mein alter Nick sogar noch besser passen als vorher). (Und für alle die auf den Link geklickt haben, der erste Teil des Namens wird NICHT englisch ausgesprochen, sondern französisch)
Diese Gemeinde ist sehr groß, und sie besteht aus Laien ebenso wie aus Kennern. Es gibt bei Wikipedia sogenannte Exzellenz-Artikel, die von absoluten Kennern der Materie verfasst werden. Außerdem betreibt Wikipedia ein ausgezeichnetes System der Qualitätssicherung, das vor allem in der deutschen Version von Wikipedia sehr gut funktioniert. Das geben auch die Lexikon-Verlage durchaus zu. Wikipedia Deutschland hat die weltweit höchsten Standards, wenngleich das englischsprachige Pendant natürlich weit größer ist.
Dass die WP nicht immer so gut wegkommt, lässt zumindest dieser Abstract erahnen. Wer mag kann sich zurücklehne, denn es ging ja nur um die en.WP
Naja, eher halbjährlich, aber es ist mal wieder Schreibwettbewerbszeit. Und man glaubt es kaum, das Ding findet mittlerweile zum achten Mal statt. Satte vier Jahre SW und ich war seit Anfang an dabei. Ich kann es kaum glauben, dass ich schon so lange dabei bin. Man kommt ja fast in nostalgische Schwärmereien, ob der guten alten Zeiten
Und dass ich mich breitschlagen lassen habe, als Juror zu kandidieren (ich wäre im Fall der Wahl zum dritten Mal Mitglied der Jury), werde ich vermutlich ganz doll bereuen.
Nachdem ich hier und in den Projekten einen guten Monat mehr oder minder offline war, ist das Blog wieder da und ich werde wohl wieder etwas mehr Zeit finden bei WS und WP mitzuarbeiten. Ich entschuldige mich bei allen die mir Mails geschickt und ich diese nicht beantwortet habe. Wird nicht wieder vorkommen, versprochen.
Achja, herzlichen Glückwunsch an Emma und ihre Eltern
Nach etwas längerer Zeit mal wieder ein paar Neuigkeiten aus unserem kleinen Projekt:
Dank xarax geht die Arbeit an der ADB und einigen anderen Projekten wesentlich schneller voran. Er hat einen kleinen Bot programmiert, der die Google OCR Engine verwendet und die OCR-Resultate dann automatisch in Wikisource hochlädt. Leider ist die OCR-Qualität noch recht mittelmäßig, so dass der Korrekturaufwand recht hoch ist. Finereader ist auch bei Fraktur wesentlich leistungsfähiger. Dann muss man aber die Texte Seite für Seite von Hand hochladen. Über meine Erfahrungen mit der neuen Version von Finereader werde ich einem der nächsten Beiträge berichten.
Ein Großteil der älteren Projekte wurde mittlerweile auf die neue Proofreading-Extension umgestellt (Ich berichtete darüber). Derzeit gibt es im Namensraum „Seite“ rund 3500 Seiten. Nach dem französischen Wikisource stehen wir damit auf Platz 2 der Verwendung dieser Extension.
Die Themenseiten auf Wikisource, die nicht nur die Texte auf Wikisource nachweisen, sondern auch Digitalisate überall im Netz (insbesondere von Google Books) aufführen, werden mittlerweile auch international als beispielhaft erkannt. Selbst englische und japanische Blogs berichten darüber.
Für Wikisource ist die Aussage „Im Gegensatz zur Wikipedia entwicelt sich Wikisource zu einer sehr seriösen Einrichtung.“ sicherlich sehr schmeichelhaft (Gefunden bei Digitale Regionalgeschichte. Danke an FrobenChristoph für den Hinweis im Skriptorium.)
Mit großer Beteiligung wurde der Handschriftenlesekurs in Wikisource wieder neu belebt. FrobenChristoph weist uns anhand der in Wikisource vorhandenen Beispiele in das Lesen von alten Handschriften ein. Der Kurs findet täglich im Chat ab 21 Uhr statt (irc://irc.freenode.org/paleo). Die aktuellen Leseaufgaben werden auf der Seite zum Kurs in Wikiversity bekanntgegeben. Derzeit wird anhand des Rechenbuch des Andreas Reinhard geübt.
Seit gestern ist das Blog des Vereins online gegangen. Sinn und Zweck der Aktion ist es häufiger und genauer über die Arbeit des Vereins im Allgemeinen und des Vorstandes im Speziellen zu berichten. Ich werde also in Zukunft nicht nur spinnen, sondern auch seriös in der Nachbarschaft bloggen.
Natürlich wird mein kleines privates Blog weiterhin mit seinem Schwerpunkt Wikisource existieren und mit Beiträgen versorgt.
Wie berichtet war ja heute ein Reporter von RTL bei mir, um mich zum Stern-Artikel zu befragen. Davon übrig geblieben im Beitrag im Nachtjournal sind eine Nahaufnahme meines Gesichtes (Ich habe mich erst gar nicht erkannt. Man sieht sich halt selten von der Seite.) und meiner Nutzerseite. Ob meine Aussagen wirklich sendefähig waren weiß ich nicht, aber offenbar war die Aussage einer unbekannten Studenten, dass jemand einen Fake einstellte, der immer noch in der WP schlummert, wichtiger.
Immer wieder verwunderlich, dass den Medien nicht wirklich was Neues einfällt. Aber alle halbe Jahre kann man wohl aus welchem Anlass auch immer, die selbe alte Suppe neu aufwärmen. Und dass sie dem Herrn Güntheroth vom Stern den falschen Namen verpasst haben, passt da ganz gut ins Bild. Insgesamt gesehen aber einer der besseren Fernsehbeiträge über unser kleines Hobbyprojekt.
Nun gut, da YoutTube mit dem Mitschnitt meines MediaCenters nicht zurechtkam, musste ich auf das Original (hier MSN Video) zurückgreifen. Nachdem MSN Video auch nur Gekrissel hinbekommen hat (Da hofft man, dass MS wenigstens zu sich selbst kompatibel ist, aber nix ist. Aber immerhin haben sie Gekrissel hinbekommen. YouTube hat die Waffen ganz gestreckt), hier nun das ganze nach Konvertierung in MPG in ansehbarer Qualität:
PS: Nach einer schöpferischen Pause, der königlichen Muse sei Dank, werde ich in Zukunft diesen Blog (und auch den in der Nachbarschaft, Infos folgen) wieder regelmäßig mit Beiträgen versorgen.
Nu wissen es ja mittlerweile fast alle, dass der Stern morgen eine Titelstory über die Wikipedia bringen wird. Über den Inhalt des Artikels hat avatar schon ausführlich berichtet, so dass ich mir das hier sparen kann.
Vor einigen Wochen war ja der Reporter vom Stern bei mir und hatte mir ein paar Fragen über die Wikipedia, die Gründe warum Leute dort mitarbeiten, was Administratoren für eine Rolle spielen und über einige weiter Themen gestellt. Auch wenn ich nicht direkt im Text auftauche, wurden ein paar neckische Fotos von mir im Magdeburger Dom gemacht. Es war allerdings eine Scheiß-Idee bei 4 Grad Außentemperatur in einem Dom ein Fotoshooting zu veranstalten. Zum Glück sieht man mein Zittern auf den Bildern aber nicht. Und gerade eben ist RTL bei mir aus der Wohnung marschiert, die mich zu dem Artikel interviewt haben, ohne allerdings genau zu wissen, was drinne steht. Das Interview oder besser gesagt der übliche 10-Sekunden-Schnipsel soll heute im Nachtjournal gesendet werden. Ich werde drüber berichten.
Update (9. Dezember):
Für alle, die den Artikel noch nicht gelesen haben, hier das Ganze als PDF: Stern-Artikel (2,5 MB).
Wer es noch nicht mitbekommen hat: Frank befindet sich derzeit als offizieller Vertreter der Foundation in Johannesburg zur dortigen ersten Wikipedia Academy. Er berichtet darüber auch in seinem Blog: Abreise und Ankunft in Südafrika. Da er eine Videokamera mit dabei hat werden hoffentlich in Kürze auch die ersten visuellen Eindrücke auf YouTube zu sehen sein.
Heute haben wir eine neue, wesentlich ansprechendere, Spendenseite auf der Homepage des Vereins online gestellt. Die Alte war auch wirklich nicht wirklich nett. Nun wird nicht einfach nur Geld eingesammelt, sondern dem potentiellen Spender werden Beispiele geboten wie sein Geld verwendet wird und in der Vergangenheit die Spenden verwendet wurden. Den meisten dürfte z.B. kaum bewusst sein, dass der Verein 2006 74.000 Euro in Server investiert hat, um die Wikimedia Foundation zu unterstützen. Auch sind die Tätigkeits- und Finanzberichte der letzten Jahre verlinkt.
Wer mag kann in sein Blog, Webseite, was auch immer, obiges formschöne und ansprechend gestaltete Banner einbauen. Es ist in drei Größen auf Commons zu finden:
Soeben wurde auch die alljährliche Spendenkampagne der Foundation gestartet. Als Tenor der Kampagne steht der Gedanke freies Wissen überall in der Welt zur Verfügung zu stellen. Dafür wurde auch ein Promotion-Video mit Jimbo Wales produziert:
Mittlerweile ist der formschöne Werbebanner auch in den deutschsprachigen Projekten eingeschaltet worden. Ich weiß nicht, ob die da überm Teich ein anderes Farbenverständnis haben, aber schweinchenrosa würde mich nicht gerade zum Spenden animieren.
Da schaut man einmal seit Wochen das Hamburg Journal und dann muß man sofort diese Hiobsbotschaft erfahren. Eigentlich sollte am Samstag die Ausstellung „Macht im Tod – Die Terrakotta-Armee des Ersten Kaisers von China“ im Völkerkundemuseum hier in Hamburg eröffnet werden. Nur leider sind bis dato die acht zwei Meter großen Original-Terrakotta-Figuren aus China noch nichtmal auf den Weg gebracht worden. Und da man die Dinger nicht einfach so, sondern stehend transportieren muss, kann es wohl mit dem Versand noch etwas dauern, bis ein passendes Flugzeug dafür gefunden wurde. Deshalb muss die Eröffnung auf Ende November verschoben werden.
Für mich besonders ärgerlich ist, dass sich schon einige Quartiergäste für das Hotel zur Reichskrone angemeldet habe, die unbedingt die Ausstellung sehen wollen. Und ich hatte mich auch auf die Ausstellung gefreut. Heisst nun also für alle etwas umplanen.
Spekuliert wird ob der verspätete Versand etwas mit dem Besuch des Dalai Lamas kürzlich in Deutschland hat. Auszuschließen ist das wohl nicht. Schauen wir also wann die Figürchen hier in Hamburg eintreffen.
Update (5. Dezember):
Mittlerweile sind die Krieger in Hamburg angekommen und am 25. November wurde auch die Ausstellung eröffnet. Da ich da auf jeden Fall hingehen werden, gibt es hier natürlich auch einen Bericht darüber.
Wie kam es zu diesem Fund. Felistoria hatte vor einiger Weile den Artikel zu diesem Dichter in der Wikipedia überarbeitet und wusste, dass in der historischen Bibliothek des Gymnasiums in dem sie arbeitet ein Druck dieses Dichters mit diesen Grabschriften schlummerte. Da sie gelegentlich auch mal bei Wikisource vorbeischaut, scannte sie eben nicht nur das Titelblatt für den Artikel sondern gleich das 24seitige Heftchen. Eine Weile lungerten die Scans etwas unbeachtet auf Commons, da schlicht vergessen wurde sie zu transkribieren. Bis nun aus einem anderen Anlaß die Sprache wieder auf diese Scans kam. Da 24 Seiten schnell gemacht sind, wurde also zügig das kleine Projekt in Angriff genommen und die Seiten transkribiert. Und Felistoria füllte entsprechend der Angaben im Bibliothekskatalog die Textdaten für den Druck aus. Darunter auch den Druckort Breslau. Das Problem ist nur: auf dem Druck ist kein Druckort angegeben, was natürlich zu Nachfragen seitens anderer Wikisourcler führte, wie sie denn auf Breslau käme.
Die Recherche von Felistoria in diversen Onlinekatalogen wie VD17, KVK etc. ergab, dass dieser Druck mit der Jahreszahl 1662 nirgend verzeichnet ist. Mmh, handelte es sich gar nicht um einen Druck von Hoffmannswaldau? Immerhin ist auf dem Druck auch kein Autor angegeben. War es vielleicht ein Nachdruck oder sogar ein Nachahmer? Eine Nachfrage bei Gerhard Dünnhaupt, der die bislang einzige kommentierte Bibliographie zur deutschen Barock-Literatur verfasste und im übrigen auch in der Wikipedia als Autor aktiv ist, ergab aber, dass es sich tatsächlich um den Text von Hoffmanswaldau handelt, der Dünnhaupt bisher nur in vier anderen Drucken vorlag. Es ist aber der einzigste Druck mit der Jahreszahl 1662. Es ist nach ihm nicht auszuschließen, dass es sich hier um den Erstdruck dieses kleinen Werkes handelt. Das muss aber die weitere Forschung ergeben.
Wie der Druck in den Besitz der Gymnasialbibliothek gekommen ist, ist in der kleinen Einleitung des Textes bei Wikisource erläutert. Sicherlich ist der Fund keine große wissenschaftliche Sensation, aber eine wunderschöne kleine Perle für Wikisource. Und vielleicht findet sich ja auch mal ein Student der über diesen Druck eine Arbeit schreiben möchte und bestätigen oder widerlegen kann, dass es sich bei diesem Druck um den Breslauer Erstdruck der Hundert Grab-Schrifften handelt oder eben nicht.
Leicht verspätet (die Party war am Samstag, dem 29. September), aber noch nicht outdated kommt hier noch eine kleine Impression von der Zeno.org-Launch-Party. Achim Raschka hat mich eingeladen, dort dem Countdown zum offiziellen Start des Projekts im Netz beizuwohnen. Wellen geschlagen hat das Ereignis zum Beispiel im Heise-Newsticker.
Anwesend waren Verlagsangehörige und deren Bekannte, geladene Gäste aus der Berliner Verlagsszene (mein Onkel mit seinem Weltbühne-Digitalisierungsprojekt war zufällig auch da; die Welt ist klein!), und natürlich: Wikipedianer. Der Abend war also prädestiniert für einen Austausch der Erfahrungen. Im Gespräch mit den Geschäftsführer Erwin Jurschitza wurde mir wieder einmal bewusst, dass die Formatierung mit MediaWiki mindestens problematisch, eigentlich aber stümperhaft ist. XML-Standards bieten weitaus diffizilere Mittel der Textauszeichnung.
Zeno.org [spricht: zeno dot org] stellt wie Wikisource Volltexte gemeinfreier Literatur bereit, meist mit Scans. Aber diese Arbeit wird nicht von Freiwilligen geleistet, sondern von Dienstleistern. Dadurch kann Zeno.org viel größere Mengen wesentlich schneller bearbeiten. Dass die Qualität bei Wikisource immer noch höher ist, und dass Dienstleister bei Sütterlinschrift oder gotischen Minuskeln versagen, muss ich hier nicht erwähnen :). Ein besonders löblicher Ansatz: Die Digitalisate bei Zeno.org sind gemeinfrei und bleiben es auch.
Zeno.org möchte nach dem Vorbild ihres Namenspatrons Zenodot von Ephesos die größte Bibliothek im Internet aufbauen. Dieses Vorhaben ist schon der wesentliche Grund, warum Zeno.org kein Rivale für Wikisource ist. Konkurrenz im wörtlichen Sinne eines Mit-Läufer-tums (lat. con-currere „mit-laufen“) ist es trotzdem, aber ein Neben-Laufen, kein Gegen-Laufen. Schließlich will Wikisource lediglich ausgewählte Texte in besonders hoher Qualität anbieten.
Eine Kooperation zwischen den Projekten wäre sehr wünschenswert. Immerhin verlinkt Wikisource bereits den großen Fundus von Zeno.org auf zahlreichen Autoren-, Text- und Projektseiten.
Am Rande sei noch erwähnt, dass professionelle Bibliothekare immer noch die Metadaten-Präsenz in Wikisource kritisieren. Angeblich liefert Wikisource bei den Texten keine ausreichenden bibliographischen Metadaten. Allein wer sich die Vorlage Diskussion:Textdaten ansieht, müsste eines Besseren belehrt werden.