Jahresarchiv: 2007

Dez 10 2007

Neuigkeiten aus Wikisource (3)

Nach etwas längerer Zeit mal wieder ein paar Neuigkeiten aus unserem kleinen Projekt:

  • Dank xarax geht die Arbeit an der ADB und einigen anderen Projekten wesentlich schneller voran. Er hat einen kleinen Bot programmiert, der die Google OCR Engine verwendet und die OCR-Resultate dann automatisch in Wikisource hochlädt. Leider ist die OCR-Qualität noch recht mittelmäßig, so dass der Korrekturaufwand recht hoch ist. Finereader ist auch bei Fraktur wesentlich leistungsfähiger. Dann muss man aber die Texte Seite für Seite von Hand hochladen. Über meine Erfahrungen mit der neuen Version von Finereader werde ich einem der nächsten Beiträge berichten.
  • Ein Großteil der älteren Projekte wurde mittlerweile auf die neue Proofreading-Extension umgestellt (Ich berichtete darüber). Derzeit gibt es im Namensraum „Seite“ rund 3500 Seiten. Nach dem französischen Wikisource stehen wir damit auf Platz 2 der Verwendung dieser Extension.
  • Die Themenseiten auf Wikisource, die nicht nur die Texte auf Wikisource nachweisen, sondern auch Digitalisate überall im Netz (insbesondere von Google Books) aufführen, werden mittlerweile auch international als beispielhaft erkannt. Selbst englische und japanische Blogs berichten darüber.
  • Für Wikisource ist die Aussage „Im Gegensatz zur Wikipedia entwickelt sich Wikisource zu einer sehr seriösen Einrichtung.“ sicherlich sehr schmeichelhaft ;-) (Gefunden bei Digitale Regionalgeschichte. Danke an FrobenChristoph für den Hinweis im Skriptorium.)
  • Mit großer Beteiligung wurde der Handschriftenlesekurs in Wikisource wieder neu belebt. FrobenChristoph weist uns anhand der in Wikisource vorhandenen Beispiele in das Lesen von alten Handschriften ein. Der Kurs findet täglich im Chat ab 21 Uhr statt (irc://irc.freenode.org/paleo). Die aktuellen Leseaufgaben werden auf der Seite zum Kurs in Wikiversity bekanntgegeben. Derzeit wird anhand des Rechenbuch des Andreas Reinhard geübt.

Dez 09 2007

Das Blog in der Nachbarschaft

Seit gestern ist das Blog des Vereins online gegangen. Sinn und Zweck der Aktion ist es häufiger und genauer über die Arbeit des Vereins im Allgemeinen und des Vorstandes im Speziellen zu berichten. Ich werde also in Zukunft nicht nur spinnen, sondern auch seriös in der Nachbarschaft bloggen.

Natürlich wird mein kleines privates Blog weiterhin mit seinem Schwerpunkt Wikisource existieren und mit Beiträgen versorgt. 

Dez 06 2007

RTL und die Wikipedia

Wie berichtet war ja heute ein Reporter von RTL bei mir, um mich zum Stern-Artikel zu befragen. Davon übrig geblieben im Beitrag im Nachtjournal sind eine Nahaufnahme meines Gesichtes (Ich habe mich erst gar nicht erkannt. Man sieht sich halt selten von der Seite.) und meiner Nutzerseite. Ob meine Aussagen wirklich sendefähig waren weiß ich nicht, aber offenbar war die Aussage einer unbekannten Studenten, dass jemand einen Fake einstellte, der immer noch in der WP schlummert, wichtiger.

Immer wieder verwunderlich, dass den Medien nicht wirklich was Neues einfällt. Aber alle halbe Jahre kann man wohl aus welchem Anlass auch immer, die selbe alte Suppe neu aufwärmen. Und dass sie dem Herrn Güntheroth vom Stern den falschen Namen verpasst haben, passt da ganz gut ins Bild. Insgesamt gesehen aber einer der besseren Fernsehbeiträge über unser kleines Hobbyprojekt.

Nun gut, da YoutTube mit dem Mitschnitt meines MediaCenters nicht zurechtkam, musste ich auf das Original (hier MSN Video) zurückgreifen. Nachdem MSN Video auch nur Gekrissel hinbekommen hat (Da hofft man, dass MS wenigstens zu sich selbst kompatibel ist, aber nix ist. Aber immerhin haben sie Gekrissel hinbekommen. YouTube hat die Waffen ganz gestreckt), hier nun das ganze nach Konvertierung in MPG in ansehbarer Qualität:

 
PS: Nach einer schöpferischen Pause, der königlichen Muse sei Dank, werde ich in Zukunft diesen Blog (und auch den in der Nachbarschaft, Infos folgen) wieder regelmäßig mit Beiträgen versorgen.

Dez 05 2007

Sternlein prangen

Nu wissen es ja mittlerweile fast alle, dass der Stern morgen eine Titelstory über die Wikipedia bringen wird. Über den Inhalt des Artikels hat avatar schon ausführlich berichtet, so dass ich mir das hier sparen kann.

Vor einigen Wochen war ja der Reporter vom Stern bei mir und hatte mir ein paar Fragen über die Wikipedia, die Gründe warum Leute dort mitarbeiten, was Administratoren für eine Rolle spielen und über einige weiter Themen gestellt. Auch wenn ich nicht direkt im Text auftauche, wurden ein paar neckische Fotos von mir im Magdeburger Dom gemacht. Es war allerdings eine Scheiß-Idee bei 4 Grad Außentemperatur in einem Dom ein Fotoshooting zu veranstalten. Zum Glück sieht man mein Zittern auf den Bildern aber nicht. Und gerade eben ist RTL bei mir aus der Wohnung marschiert, die mich zu dem Artikel interviewt haben, ohne allerdings genau zu wissen, was drinne steht. Das Interview oder besser gesagt der übliche 10-Sekunden-Schnipsel soll heute im Nachtjournal gesendet werden. Ich werde drüber berichten.

Update (9. Dezember):

Für alle, die den Artikel noch nicht gelesen haben, hier das Ganze als PDF: Stern-Artikel (2,5 MB).

Nov 20 2007

Video von der Academy im warmen Süden

Der Frank ist ja etwas fleißiger als ich und hat mittlerweile auch das versprochene Video geschnitten und auf Youtube hochgeladen. Viel Spaß beim Anschauen:

Nov 09 2007

Der Correspondent in Südafrika

Wer es noch nicht mitbekommen hat: Frank befindet sich derzeit als offizieller Vertreter der Foundation in Johannesburg zur dortigen ersten Wikipedia Academy. Er berichtet darüber auch in seinem Blog: Abreise und Ankunft in Südafrika. Da er eine Videokamera mit dabei hat werden hoffentlich in Kürze auch die ersten visuellen Eindrücke auf YouTube zu sehen sein.

Update 10. November 2007: Wikipedia Academy

Update 11. November 2007: Afrikaans-Wikipedia

Okt 24 2007

Für Dich


Rosenstolz – Tag in Berlin – MyVideo

und für die Stadt die ich immer noch liebe.

Okt 23 2007

Neue Spendenseite bei wikimedia.de

Heute haben wir eine neue, wesentlich ansprechendere, Spendenseite auf der Homepage des Vereins online gestellt. Die Alte war auch wirklich nicht wirklich nett. Nun wird nicht einfach nur Geld eingesammelt, sondern dem potentiellen Spender werden Beispiele geboten wie sein Geld verwendet wird und in der Vergangenheit die Spenden verwendet wurden. Den meisten dürfte z.B. kaum bewusst sein, dass der Verein 2006 74.000 Euro in Server investiert hat, um die Wikimedia Foundation zu unterstützen. Auch sind die Tätigkeits- und Finanzberichte der letzten Jahre verlinkt.

Wer mag kann in sein Blog, Webseite, was auch immer, obiges formschöne und ansprechend gestaltete Banner ;-) einbauen. Es ist in drei Größen auf Commons zu finden:

http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Jetztspenden-200x120.jpg
http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Jetztspenden-160x96.jpg
http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Jetztspenden-100x60.jpg

 

Update (23.10.2007):

Soeben wurde auch die alljährliche Spendenkampagne der Foundation gestartet. Als Tenor der Kampagne steht der Gedanke freies Wissen überall in der Welt zur Verfügung zu stellen. Dafür wurde auch ein Promotion-Video mit Jimbo Wales produziert:

[display_podcast]

 

Update (23.10.2007):

Mittlerweile ist der formschöne Werbebanner auch in den deutschsprachigen Projekten eingeschaltet worden. Ich weiß nicht, ob die da überm Teich ein anderes Farbenverständnis haben, aber schweinchenrosa würde mich nicht gerade zum Spenden animieren.

Okt 12 2007

Krieger kommen nicht nach Hamburg

Da schaut man einmal seit Wochen das Hamburg Journal und dann muß man sofort diese Hiobsbotschaft erfahren. Eigentlich sollte am Samstag die Ausstellung „Macht im Tod – Die Terrakotta-Armee des Ersten Kaisers von China“ im Völkerkundemuseum hier in Hamburg eröffnet werden. Nur leider sind bis dato die acht zwei Meter großen Original-Terrakotta-Figuren aus China noch nichtmal auf den Weg gebracht worden. Und da man die Dinger nicht einfach so, sondern stehend transportieren muss, kann es wohl mit dem Versand noch etwas dauern, bis ein passendes Flugzeug dafür gefunden wurde. Deshalb muss die Eröffnung auf Ende November verschoben werden.

Für mich besonders ärgerlich ist, dass sich schon einige Quartiergäste für das Hotel zur Reichskrone angemeldet habe, die unbedingt die Ausstellung sehen wollen. Und ich hatte mich auch auf die Ausstellung gefreut. Heisst nun also für alle etwas umplanen.

Spekuliert wird ob der verspätete Versand etwas mit dem Besuch des Dalai Lamas kürzlich in Deutschland hat. Auszuschließen ist das wohl nicht. Schauen wir also wann die Figürchen hier in Hamburg eintreffen.

Update (5. Dezember):

Mittlerweile sind die Krieger in Hamburg angekommen und am 25. November wurde auch die Ausstellung eröffnet. Da ich da auf jeden Fall hingehen werden, gibt es hier natürlich auch einen Bericht darüber.

Okt 09 2007

Bisher unbekannter Druck bei Wikisource

Wie sich vor einigen Tagen herausstellte, beherbergt Wikisource einen bisher unbekannten Druck der Hundert Grab-Schrifften von Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau, einem berühmten Dichter des 17. Jahrhunderts aus Breslau.

Wie kam es zu diesem Fund? Felistoria hatte vor einiger Weile den Artikel zu diesem Dichter in der Wikipedia überarbeitet und wusste, dass in der historischen Bibliothek des Gymnasiums in dem sie arbeitet, ein Druck dieses Dichters mit diesen Grabschriften schlummerte. Da sie gelegentlich auch mal bei Wikisource vorbeischaut, scannte sie eben nicht nur das Titelblatt für den Artikel, sondern gleich das 24seitige Heftchen. Eine Weile lungerten die Scans etwas unbeachtet auf Commons, da schlicht vergessen wurde sie zu transkribieren. Bis nun aus einem anderen Anlaß die Sprache wieder auf diese Scans kam. Da 24 Seiten schnell gemacht sind, wurde also zügig das kleine Projekt in Angriff genommen und die Seiten transkribiert. Und Felistoria füllte entsprechend der Angaben im Bibliothekskatalog die Textdaten für den Druck aus. Darunter auch den Druckort Breslau. Das Problem ist nur: auf dem Druck ist kein Druckort angegeben, was natürlich zu Nachfragen seitens anderer Wikisourcler führte, wie sie denn auf Breslau käme.

Die Recherche von Felistoria in diversen Onlinekatalogen wie VD17, KVK etc. ergab, dass dieser Druck mit der Jahreszahl 1662 nirgend verzeichnet ist. Mmh, handelte es sich gar nicht um einen Druck von Hoffmannswaldau? Immerhin ist auf dem Druck auch kein Autor angegeben. War es vielleicht ein Nachdruck oder sogar ein Nachahmer? Eine Nachfrage bei Gerhard Dünnhaupt, der die bislang einzige kommentierte Bibliographie zur deutschen Barock-Literatur verfasste und im übrigen auch in der Wikipedia als Autor aktiv ist, ergab aber, dass es sich tatsächlich um den Text von Hoffmanswaldau handelt, der Dünnhaupt bisher nur in vier anderen Drucken vorlag. Es ist aber der einzige Druck mit der Jahreszahl 1662. Es ist nach ihm nicht auszuschließen, dass es sich hier um den Erstdruck dieses kleinen Werkes handelt. Das muss aber die weitere Forschung ergeben.

Wie der Druck in den Besitz der Gymnasialbibliothek gekommen ist, ist in der kleinen Einleitung des Textes bei Wikisource erläutert. Sicherlich ist der Fund keine große wissenschaftliche Sensation, aber eine wunderschöne kleine Perle für Wikisource. Und vielleicht findet sich ja auch mal ein Student der über diesen Druck eine Arbeit schreiben möchte und bestätigen oder widerlegen kann, dass es sich bei diesem Druck um den Breslauer Erstdruck der Hundert Grab-Schrifften handelt oder eben nicht.

Okt 03 2007

Launch bei zeno.org

Leicht verspätet (die Party war am Samstag, dem 29. September), aber noch nicht outdated kommt hier noch eine kleine Impression von der Zeno.org-Launch-Party. Achim Raschka hat mich eingeladen, dort dem Countdown zum offiziellen Start des Projekts im Netz beizuwohnen. Wellen geschlagen hat das Ereignis zum Beispiel im Heise-Newsticker.

Anwesend waren Verlagsangehörige und deren Bekannte, geladene Gäste aus der Berliner Verlagsszene (mein Onkel mit seinem Weltbühne-Digitalisierungsprojekt war zufällig auch da; die Welt ist klein!), und natürlich: Wikipedianer. Der Abend war also prädestiniert für einen Austausch der Erfahrungen. Im Gespräch mit den Geschäftsführer Erwin Jurschitza wurde mir wieder einmal bewusst, dass die Formatierung mit MediaWiki mindestens problematisch, eigentlich aber stümperhaft ist. XML-Standards bieten weitaus diffizilere Mittel der Textauszeichnung.

Zeno.org [spricht: zeno dot org] stellt wie Wikisource Volltexte gemeinfreier Literatur bereit, meist mit Scans. Aber diese Arbeit wird nicht von Freiwilligen geleistet, sondern von Dienstleistern. Dadurch kann Zeno.org viel größere Mengen wesentlich schneller bearbeiten. Dass die Qualität bei Wikisource immer noch höher ist, und dass Dienstleister bei Sütterlinschrift oder gotischen Minuskeln versagen, muss ich hier nicht erwähnen :). Ein besonders löblicher Ansatz: Die Digitalisate bei Zeno.org sind gemeinfrei und bleiben es auch.

Zeno.org möchte nach dem Vorbild ihres Namenspatrons Zenodot von Ephesos die größte Bibliothek im Internet aufbauen. Dieses Vorhaben ist schon der wesentliche Grund, warum Zeno.org kein Rivale für Wikisource ist. Konkurrenz im wörtlichen Sinne eines Mit-Läufer-tums (lat. con-currere „mit-laufen“) ist es trotzdem, aber ein Neben-Laufen, kein Gegen-Laufen. Schließlich will Wikisource lediglich ausgewählte Texte in besonders hoher Qualität anbieten.

Eine Kooperation zwischen den Projekten wäre sehr wünschenswert. Immerhin verlinkt Wikisource bereits den großen Fundus von Zeno.org auf zahlreichen Autoren-, Text- und Projektseiten.

Am Rande sei noch erwähnt, dass professionelle Bibliothekare immer noch die Metadaten-Präsenz in Wikisource kritisieren. Angeblich liefert Wikisource bei den Texten keine ausreichenden bibliographischen Metadaten. Allein wer sich die Vorlage Diskussion:Textdaten ansieht, müsste eines Besseren belehrt werden.

Okt 01 2007

Vorerst keine Sternchen

Mal ein paar Worte in eigener Sache. Ich habe heute auf die aktuelle Version 2.3 von WordPress aktualisiert. Leider funktioniert nun die Bewertungsfunktion nicht mehr. (Tja, xarax vorerst also kein Krieg der Sternchen mehr ;-) ) Wenn ein Update für dieses Plugin vorliegt, werde ich die Sternchen aber natürlich wieder aktivieren.

Update (9. Oktober 2007):

Mittlerweile funktionieren die Sternchen wieder.

Okt 01 2007

Walther von der Vogelweide

Nach gemeinsamem Lesen im Chat haben wir es heute geschafft ein Liebes-Gedicht von Walther von der Vogelweide in Wikisource einzustellen. Auch wenn auf den ersten Blick alles recht klar aussieht, ist es doch schwieriger als erwartet ein Gedicht aus dem Codex Manesse zu transkribieren. Ich kannte es bisher nicht, aber es scheint eines der bekanntesten mittelalterliche Gedichte zu sein. Ich persönlich finde es sehr schön, auch wenn man sich in das Mittelhochdeutsche einlesen muss. Ich weiß nicht wem es ursprünglich gewidmet war, für mich ist einer Königin würdig.

Das Gedicht beginnt links unten in der letzten Zeilen. Wer mag kann ja vergleichen. Hier unsere Transkription:

Vnder der linden
an der heide
da vnser zweier bette was
da mugent ir vinden
schone beide
gebrochen bluomen vnde gras
vor dem walte in einem tal
tandaradai schone sanc dui nahtegal.

Ich kan gegangen
zvo der ovwe
do was min fridel komene
da wart ich enpfangen
here frowe
dc ich bin selig iemer me.
er kuste mich wol tvsent stunt.
tandaradei seht wie rot mir ist der munt.

Do hat er gemachet
also riche
von bluomen ein bette stat
des wirt noch gelachet innekliche
kvmt iemen an dc selbe pfat
bi den rosen er wol mac
tandaradei merken wa mirs havbet lac.

Das er bi mir lege
wesses iemen
nvn welle got so schamt ich mich
wes er mit mir pflege
niemer niemen
bevinde dc wan er vnd ich
vnd ein kleines vogellin
tandaradei dc mac wol getruiwe sin.

Update 30. Januar 2009:

Das mittelhochdeutsche Original nach dem Codex Manesse und einige neuhochdeutsche Übersetzung befinden sich auf der Themenseite Under der linden bei Wikisource.

Sep 30 2007

Wikipedia-Tag in Bern

Mittlerweile bin ich ja wieder seit einigen Stunden in den großen Kanton im Norden zurückgekehrt. Gestern abend habe ich es nicht mehr geschafft meine Eindrücke hier im Blog niederzuschreiben. Aber das hat auch seine Vorteile denn mittlerweilen liegen alle Vorträge des Tages als Podcast vor, so dass man sich diese, falls man den Livestream verpasst hat, anhören kann. Zusätzlich gibt es einen Mitschnitt einer Livesendung für das Radio Kanal Ratte, die im Anschluss an die Veranstaltung aus Bern gesendet wurde.

Im folgenden gehe ich einfach mal das Programm durch und werde die Links zu den Vorträgen einstreuen, so dass ich mir viele Worte über den Inhalt sparen kann und nur meine Eindrücke hier niederlegen werde. Aber zuvor möchte ich erstmal den Schweizer Vereinskollegen gratulieren zu einer tollen und sehr interessanten Veranstaltung. Leider war die zahlenmäßigen Resonanz nicht ganz so groß wie erhofft, aber ich denke die Leute die da waren, die haben einen guten Einblick in Wikipedia und angrenzenden Themen erhalten.

Zu Beginn hielt die jüngste Großrätin (Was das genau ist konnten mir nicht mal die Schweizer sagen. Es ist aber einfach nachzuschlagen: Grossrat) der Schweiz Nadine Masshardt eine Grußansprache in der sie sich als Vertreter der Gratis-Internet- und Wikipedia-Nutzer-Generation outete. (Podcast). Irmgard hielt einen Vortrag mit dem Titel „Arbeit in umstrittenen Wikipedia-Artikeln“ (Podcast). Delphine Ménard als Vertreterin der Wikimedia Foundation hielt ihren Vortrag über den Freiheitsbegriff, wie wir ihn verstehen, zwar in englisch, aber das äußerst witzig und sehr kurzweilig (Podcast). Der Vortrag war ein Highlight des Tages.

Nach der Mittagspause ging es weiter mit einem Vortrag zu den Erfahrungen der Geschichtswissenschaft mit der Wikipedia (Podcast) und einem Vortrag zum Urheberrecht (Podcast). Im Anschluss habe ich Wikisource vorgestellt (Podcast).

Sehr interessant und auch sehr informativ war der Vortrag von Dr. Marco Jorio zum Historischen Lexikon der Schweiz. Die Macher dieses Projektes haben bereits in den frühen 1990er Jahren begonnen, das Lexikon komplett elektronisch zu erstellen und haben auch sehr früh erkannt, dass das Internet eine wichtige Publikationsform für sie darstellt. Das Lexikon kostet den Steuerzahler in der Schweiz rund 100 Millionen Franken (etwa 60 Mill. Euro). Auch deshalb entschloss man sich sehr frühzeitig die Texte online zu stellen und damit der Öffentlichkeit kostenlos zur Verfügung zu stellen. Das HLS ist sehr stolz auf die Qualität des Lexikon, man freut sich aber weniger über Mails des Inhaltes “Ich fand ihren Artikel zu dem und dem Thema sehr interessant und gut geschrieben deshalb habe ich ihn die Wikipedia kopiert”. Da man aber nicht wusste wie man mit solchen Urheberrechtsverletzungen umgehen soll, hat man es erstmal geduldet. Der erwähnte Artikel ist aber mittlerweile gelöscht und neu erstellt worden. Außerdem habe ich Herrn Jorio die Mail-Adresse des OTRS gegeben, so dass solche Sachen in Zukunft schnell geklärt werden können. Für mich als Deutscher war aber noch ein anderer Aspekt den Herr Jorio ansprach sehr verblüffend.

Wie sicherlich die meisten wissen ist die Schweiz ein multilinguales Land. Neben Deutsch, wird dort auch Französisch, Italienisch und Rätoromanisch gesprochen. Ein Großteil der Kosten für dieses Projekt wird deshalb für die Übersetzungen der Texte in die jeweils anderen Sprachen verwendet. Auch das Webportal des HLS ist viersprachig. Herr Jorio befürchtet aber, dass die Wikipedia mit ihrer strikten Trennung der Sprachen und der unterschiedlichen Qualität der Artikel (wenn sie denn überhaupt vorhanden sind) in den verschiedenen Sprachen, zur Desintegration der Schweiz beitragen könnte. Für mich als jemand der in einem Land lebt, indem faktisch nur eine Sprache gesprochen, ist das ein hochinteressanter Aspekt (Podcast).

Dr. Donat Agosti hielt einen Vortrag über das Projekt Antbase.org. Herr Agosti ist Ameisenforscher und arbeitet bei einem Projekt mit, in dem alle wissenschaftlichen Arbeit bzw. Beschreibungen über Ameisenarten erfasst und durchsuchbar gemacht werden. Das Projekt insgesamt steht zwar unter einer freien Lizenz, kämpft aber mit dem Umstand, dass viele der Arbeiten nicht frei sind. Alle Arbeiten werden z.B. per OCR erfasst und die gewonnen Informationen in einer Datenbank gespeichert. Die Arbeiten, die entweder gemeinfrei sind oder unter einer freien Lizenz stehen sind auch im Volltext einsehbar. Wichtig für unsere Biologen in der Wikipedia ist aber, dass quasi per Bot aus den in dieser Datenbank stehenden Informationen Artikel zu allen 22.000 Ameisenarten erstellt werden könnten, da es zu dieser frei verfügbare Schnittstellen gibt. Wenn ich Herrn Agosti richtig verstanden habe, würde er dies sehr begrüssen und steht auch für Anfragen und Informationen zur Verfügung (Podcast).

Die von Manuel Schneider im Anschluss an den Wikipedia-Tag live produzierte einstündige Radio-Sendung ist meines Erachtens sehr gut gelungen, wenn auch akustisch hier und da etwas gestört, was aber dem mehr als improvisierten Studio geschuldet ist. Auch ich wurde vor das Mikro gezerrt und habe ein paar Bemerkungen zur Wikipedia und zu Wikisource abgeben dürfen. Die Sendung ist eine Stunde lang, aber die Musikeinspielungen darf man getrost überspringen. (Podcast)

Zum Schluß möchte ich mich bei Corin und Robin für die Gastfreundschaft und die herzliche Aufnahme danken. Ich habe mich bei euch sehr wohl gefühlt und freue mich euch kennengelernt zu haben.

Und zum allerletzten erlaube ich mir noch ein paar persönliche Eindrücke in Stichworten wiederzugeben:

  • Man sollte nicht um zwei Uhr ins Bett gehen, wenn man weiß, dass man um 5:30 wieder aufstehen muss.
  • Schweizer Geldscheine sind schrecklich bunt, zeigen aber keine Königinnen aber auch keine Kartoffeln
  • Ich war verblüfft, wie schnell Schweizer zwischen verschiedenen Sprachen wechseln können. Beim Mittagstisch wurde wild zwischen hochdeutsch, schwyzerdütsch, französisch und englisch gewechselt.
  • Schweizer lernen mindestens zwei Fremdsprachen, eine davon ist zumindest für deutschprachige Schweizer immer hochdeutsch.
  • Ich habe gelernt, dass selbst für Schweizer der Anblick von Männer auf Fahrrädern und in der Straßenbahn mit Gewehren (wohlgemerkt es geht nicht um irgendwelche Schrotflinten), die noch schnell zu ihrem jährlichen Schießtraining fahren, nicht unbedingt normal ist.
  • Käsefondue ist lecker und macht richtig satt, danke für das leckere Abendmahl
  • Soooo langsam sind Schweizer auch nicht, wenn die erstmal in Schwyzerdütsch loslegen, verstehe ich nur Bahnhof

Kurz und gut, auch wenn es nur sehr kurz da war, es hat richtig Spaß gemacht und ich werde gern wiederkommen.

 Update (1. Oktober 2007) :

Reaktionen zum Wikipedia-Tag in anderen Blogs finden sich auf der Webseite zum Wikipedia-Tag. Darunter auch ein Beitrag von Jan Hodel, der u.a. auf meinem Vortrag zu Wikisource eingeht.

Sep 28 2007

HH-GÖ-HH-ZH

Ich habe mich ja in den letzten Tagen hier und in Projekten und hier im Blog etwas rar gemacht. Ursache waren einerseits die Hintergründe für meine Namensumbenennung und andererseits Kartoffeln auf einem Grab und eine Königin. Ab sofort werde ich aber wieder wie gewohnt meine mehr oder minder wichtigen Beiträge hier im Blog schreiben.

Nach dem gestrigen Stammtisch in Göttingen mit dem Herrn vom SWR der eine Reihe von Wikipedianern für eine Sendung am übernächsten Sonntag mit dem Arbeitstitel “Vom Brockhaus bis zu Wikipedia” interviewte und vielen Gesprächen mit den Göttingern, sitze ich nun in Zürich bei Robin und trinke leckereres belgisches Bier. Ich wurde ja vom Schweizer Verein eingeladen auf dem diesjährigen Schweizer Wikipedia-Tag in Bern einen Vortrag über Wikisource zu halten. Und damit ich nicht erst morgen auf den letzten Drücker ankomme, war Robin so freundlich mir Asyl zu gewähren. 

Und die ersten Gespräche mit Robin waren schon sehr interessant. Zum Beispiel hat er mir sein Gewehr gezeigt, das jeder Schweizer zu Hause hat. Und der Austausch darüber wie, was im Schweizer und im deutschen Verein funktioniert und was nicht funktioniert ist äußerst anregend.

Wer sich dafür interessiert, der gesamte Wikipedia-Tag wird von Radio Kanal Ratte von 10 bis 19 Uhr live ins Internet übertragen. Als Ogg-Stream unter http://radio.kanal-ratte.de:8000/wpd.ogg und als Audio-Stream unter http://radio.kanal-ratte.de:8000/wpd. Und wie immer werde ich euch natürlich mit Bildern und Texten über die Veranstaltung der Schweizer Kollegen informieren.

Sep 26 2007

Patriotismus im Licht der Zeit

Das Folgende ist der Auszug aus einer E-Mail, die ich heute verschickt habe. Ich finde aber, dass es auch einen ganz guten Blogeintrag abgibt.

Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff

Dass mir der gute Wilamowitz in der folgenden Rede nicht in einem neuen Lichte erscheint, muss ich nicht betonen. Sein deutscher Patriotismus blieb ja bis zum Ende ungetrübt. Ein Bekannter von mir hat eine Rede aus der Anfangszeit des Ersten Weltkriegs bei Wikisource eingestellt, die ich beim Korrekturlesen ein wenig auseinandergenommen habe.

Was mich erschreckt, ist die Hetze gegen den Feind, die Stereotypen. Aber noch ärger trifft mich die Lüge, der das deutsche Bürgertum aufgesessen war: “Wir haben den Krieg nicht gewollt, niemand, kein König, kein Staatsmann, kein Feldherr. Wir waren in unseren Grenzen zufrieden.”

Aber dann wurden mir eins bewusst, was im Geschichtsunterricht nicht gelehrt wird: Jeder ist ein Kind seiner Zeit. Wilamowitz ist der Sohn reicher preußischer Juncker und lebt in der Zeit der Großreiche. Die Zeitgeschichte ist geprägt von dem nationalen Rivalismus in Europa, von Deutschlands glorreichen Siegen des 19. Jahrhunderts, die zur Reichsgründung in Versailles führten. Eine Zeit, in der der Krieg ruhmreich und glänzend hieß, eine Zeit ohne Geschütze, Flieger, Tanks, ohne Bomben, die ganze Stadtteile zerstören, ohne Millionen Tote. Diese neuen Schrecken des Krieges erfährt die Welt erst in den Tagen, die dieser Rede vorausgingen! Wilamowitz selbst stellt sie mit Schaudern fest. “Ja, der Krieg, in den jene Wallensteiner so gerne hinausziehen, ist etwas Herrliches; etwas Fürchterliches ist er auch, und er ist fürchterlicher jetzt, als er je gewesen ist, grauenvoller durch die Macht, die der Mensch gewonnen hat über die Mächte der Natur, die Mächte der Zerstörung. Wir wollen uns über das Grauen nicht täuschen.” Und: “Kommt’s denn nicht bloß auf die Menschenmassen an, auf die künstlichen Waffen, und werden die nicht entscheiden und auch die beste Sache niederwerfen können?”

Wie kommt es nun, dass das, was heute wie giftige Hetze, Anmaßung, dummer, vorurteilserfüllter Hass klingt, damals für voll genommen wurde? Weil die Menschen im Jahr 1914 noch keinen Feuersturm kannten, keine Bombenteppiche, keine Materialschlachten mit hunderttausenden Toten, keine kalte Grausamkeit gegen Unschuldige, gegründet auf blinde Verfeindung und Rassendenken, keine maschinell vernichteten Menschen – keinen Holocaust!

Wir Menschen von heute, die diesen schrecklichen Auswuchs menschlicher Schwäche und Boshaftigkeit kennen, gerade wir in dem schuldigsten Land, wissen, wozu der Krieg, wozu der Hass fähig ist. Eben darum verachten wir, fürchten wir ihn, und haben kein Verständnis für die Zeitkinder, die solche Schrecknisse noch nicht kannten.

Unser Gewissen ist belastet von der Vergangenheit. Aber darum sind wir auch klüger als unsere Vorfahren. Ich hoffe nur, die Menschheit braucht nicht noch mehr Superlative der Gewalt, um endlich erwachsen zu werden. Guantanamo Bay, Afghanistan, Irak, Sudan… müssen wir dort unseren schleichenden Dritten Weltkrieg austragen?

Sep 19 2007

Sprachübergreifende Professionalisierung von Wikisource?

Das Projekt Wikisource zur Sammlung gemeinfreier Texte in sämtlichen Sprachen der Welt ist in zahlreiche Subdomains nach vielen Sprachen unterteilt. Die größte Sprachversion ist (natürlich) die englische, gefolgt von der französischen, der spanischen und der deutschen. Diese Aufteilung sorgt für eine große Diskrepanz der Standards. Ich schmeichle nicht, wenn ich dem deutschsprachigen Projekt die höchte Professionalität zuschreibe: Die Texte sind nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten kategorisiert, überwiegend mit Scans versehen und werden nach strengen Richtlinien gegengelesen. Dadurch wird das Wachstum des Angebots natürlich verlangsamt, aber dafür sind die Texte ausgesprochen zitierfähig. Sogar Kritiker der Wikipedia haben sich mir gegenüber positiv über dieses Projekt geäußert.

Auf der Wikipedia Academy wurde mit bewusst, welche Bedeutung der professionelle Aufzug von Wikisource hat: Finanzers Michails Vortrag hat die anwesenden Wissenschaftler derart angeregt, dass sie nachher mit mir über mögliche Kooperationen der Universitätsbibliotheken mit Wikisource gesprochen haben (!). Dabei fiel auch die Frage, ob Wikisource in mehreren Sprachen existiert. Ich antwortete getreu dem Sender Jerewan: “Im Prinzip ja, aber alle mit unterschiedlichen Standards.” Das war noch beschönigend formuliert. Zwar gibt es in der französischen Wikisource Ansätze, wenigsten das Korrekturlesen per Software-Erweiterung zu ermöglichen (ein Feature, das in der dt. Wikisource schon kurz nach der Auskoppelung aus dem mehrsprachigen Projekt existierte), und die engl. Version bietet für einen Bruchteil ihrer Werke auch Scans an, aber andere Aspekte, wie eine sinnvolle Systematik zur Erfassung der Texte, zentrale Editionsrichtlinien und bibliografische Angaben sind bislang sträflich vernachlässigt worden.

Aus diesem Grund habe ich mir ein Herz gefasst und durch einen Beitrag im zentralen Scriptorium eine Diskussion angeregt, in welcher Weise auch andere Sprachversionen als die deutsche vergleichbare Standards einführen können. Ich persönlich habe ohnehin keine Zeit, ein paar Dutzend Riesenprojekte zu studieren, zu analysieren und umzukrempeln, und würde mir dabei auch sicher die Schnauze einrennen, aber ich hoffe auf individuelle Eingebungen. Leute, die mutig genug sind, zu den Schwächen ihres Projektes zu stehen und an ihnen zu arbeiten.

[00:07] Nachtrag: In den letzten dreieinhalb Stunden hatte ich ein aufschlussreiches Gespräch mit Admins der englischen Wikisource. Es gibt dort bereits Ansätze zu einer Professionalisierung, aber sie sind noch nicht überall zu sehen. Immerhin existiert dort ein Verantwortungsbewusstsein und eine Dialogbereitschaft, die mich sehr hoffnungsvoll stimmen, dass aus dieser Sprachversion noch was werden wird!

[10:45] Noch ein Nachtrag: Auch auf der italienischen Wikisource existiert ein solches Verantwortungsbewusstsein und eine erfreuliche Dialogbereitschaft. Es sieht so aus, als hätte ich einen Stein einen Abhang hinabgeworfen, und schaute einer Lawine beim Entstehen zu :)

Sep 18 2007

Finanzer?

Aus aktuellem Anlass, der aber nichts mit der Wikipedia oder Wikisource zu tun hat, überlege ich meinen Nick zu ändern. Mal schauen.

Update:

Ich habe mich zumindest erstmal auf Wikisource in Michail umbenannt, auf Commons und in der Wikipedia ist die Übernahme der vorhandenen Accounts, die jeweils 0 Edits haben, beantragt. Auf en-Wp auch.

Sep 17 2007

Vorlage:Meiner

Liebe Elian, du magst mit deiner Kritik sogar Recht haben, wenn man das Problem auf das rein Formale eingrenzt. Tobnu hat seinen „eigenen“ Artikel gesperrt und dem Editor deutlich zu verstehen gegeben, dass er sich woanders eine Beschäftigung suchen solle. Vll. sollte er dafür sogar bestraft werden. Das zu entscheiden bin ich viel zu voreingenommen.

Schauen wir uns aber mal die inhaltliche Ebene an. Da rauscht ein stadtbekannter Account seit Tagen durch die Wikipedia und versucht das Wort „leider“ in solchen Sätzen wie „Leider wurde dieses Kunstwerk, auf dessen Stirnseite Kaiser Otto II. abgebildet war, im Jahr 1794 zerstört, als es vor französischen Plünderern in Sicherheit gebracht werden sollte.“ zu beseitigen. Ob der Stil nun so brilliant ist, sei mal dahingestellt. Nein es sei nicht neutral. Auf den Revert von Tobnu mit einer eindeutigen Begründung, die nichts aber auch gar nichts mit einer allgemeinen Gutheissung von persönlichen Meinungen zu tun hat, bekommt er an den Kopf geknallt “Leider hat Nazi-Deutschland den Krieg verloren.” Huch wo sind wir denn hier gelandet.

Und für mich persönlich und auch einige andere ist es klar dem Bedauern über Verlust von Kulturgut und Quellenmaterial auch in einem enzyklopädischen Text Ausdruck verleihen zu dürfen. In einem Projekt, das sich den Werten des Humanismus, der Aufklärung und der Wissenschaftlichkeit verpflichtet fühlt, muss dies selbstverständlich sein. Eine sachliche Darstellung schließt nicht aus, dass negative Phänomene wie der Verlust von Kulturgut auch als solche benannt werden. Die Hysterie, der hier neuerdings in Bezug auf das (falschverstandene) NPOV-Prinzip Einzug hält, ist kontraproduktiv und schadet diesem Projekt.

Und wenn bei solch einer Debatte mit etlichen prophylaktisch angelegten Socken agiert werden muss, dann lässt das bei mir ein paar Alarmisrenen aufheulen. Irgendwie scheint mir, dass hier Artikel zur Geschichte und Aussagen über den Verlust von Kulturgut als Vehikel benutzt werden sollen, um an anderer Stelle, POV einbringen zu können. Nach dem Motto „die dürfen das ja auch“, obwohl es sich um grundverschiedene Dinge handelt.

Aber nehmen wir einfach mal an, dass dies einfach nur NPOV-Hysterie ist. Was schlimm genug wäre.

Achja

Für mich ist ein Admin Tobnu untragbar, weil sein Status als Admin die Seriosität von Wikipedia in Frage stellt.

Wenn es um die Seriosität der Wikipedia ginge, könnten wir mühelos ein paar mehr Tobnus vertragen.

Sep 15 2007

Vorlagen und Verschwörungstheorien

Ich hätte mir nie träumen lassen, dass man selbst zu einer simplen Vorlage zu Google Books eine schicke Verschwörungstheorie basteln kann:

Wer weiß was Google bezahlt, da mit es in den Artikeln mit dieser Vorlage verlinkt wird. Nicht umsonst sitzt Finanzer aka [...] im Vereinsvorstand. [[Benutzer:84.180.240.194|84.180.240.194]] 10:34, 15. Sep. 2007 (CEST)

Zugegeben die Angelegenheit zur Vorlage:GBS hatte schon längst den Pfad der sachlichen Diskussion verlassen.

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