Wikipedia inside?

Eigentlich wollte ich eine eigene Rezension zu dem Buch von Günther Schuler schreiben. Aber Poupou ist mir zuvorgekommen. Da die Rezension von Poupou auch meinen Eindruck beim Lesen gut wiedergibt, belasse ich es bei diesem Hinweis. Und sprachlich hätte ich es auch nicht besser hinbekommen.

Eine Sache möchte ich aber noch ergänzen. Hochinteressant ist die Behandlung der Bildlizenzen speziell der GNU FDL in diesem Buch, also der GNU Free Document License. Obwohl sich Schuler in einem Kapitel mit der GFDL auseinandersetzt, schafft er es auf der anderen Seite nicht die Bildlizenzen korrekt anzugeben. Im Bildverzeichnis finden sich einige Bilder von Wikipedianer und darunter auch eines meiner Bilder. Der lapidare Eintrag zu meinem Bild von Anneke lautet:

117 Wikipedia; Foto: Michail Jungierek; Lizenz: GNU 1.2

Was zum Geier ist GNU? Meint er die GFDL oder vll. doch die GNU General Public License oder sogar die GNU Lesser General Public License. Man weiß es nicht. Auch wurde der Text der GFDL nicht mitabgedruckt oder wenigstens ein Link zur GFDL mit angegeben. Um es deutlich zu sagen, die Verwendung der Bilder unter GFDL stellt so eine Urheberrechtsverletzung dar.

Und warum sich Herr Schuler bei meinem Bild gerade die GFDL ausgesucht hat, obwohl es auch unter cc-by-sa 2.5 steht, erschließt sich mir auch nicht. Aber wenn er sich die GFDL aussucht, dann soll er sie zumindest so erfüllen, dass man es akzeptieren kann. Dies ist hier definitiv nicht der Fall.

22 Gedanken zu „Wikipedia inside?“

  1. Ich kenne bislang nur ein paar Stellen – aber das was ich kenne ist oberflächlich bis falsch. Das hat offensichtlich kein Insider geschrieben ;).

  2. Poupou sagt am Ende, dass das Konzept „Enthüllung der politischen Kampf-Verschwörung Wikipedia“ der Reputation des Autors nicht unbedingt zugute kommen muss. Ich befürchte im Gegenteil, dass die Öffentlichkeit – speziell die Presse – sich unter Berufung auf Schuler gegen die bösartige Meinungsmaschine Wikipedia stark machen wird. Da ist dann auch ganz egal, die Wikipedianer das sehen.

  3. ich hoffe einfach darauf, dass das nicht das letzte buch über wp bleiben wird. das thema ist imho „groß“ genug, dass sich da noch weitere leute den kopf drüber zerbrechen können, ohne, dass sich die inhalte notwendig doppeln. insgesamt haben wir, meine ich, bessere kritiker verdient. aber die kann man sich leider nicht aussuchen.

  4. Naya, man könnte selbst in die Tasten kloppen und ein solches tippen – das wäre dann zumindest so richtig inside und nicht „Wikipeda – mal reingerochen.“

    Wenn ich mal ganz viel Zeit habe …

  5. hab ich auch schon drüber nachgedacht. aber letztlich stecke ich meine kraft, wenn ich denn welche übrig hab, doch lieber direkt in die wp. ausserdem sind kritische einblicke von außen oft erhellender – wenn sie denn intelligent genug gemacht sind.

  6. Wer ausgerechnet _mich_ im Kapitel Rechtsextremismus prominent unterbringt, der muss schon bösartig, ideologisch verblendet, oder schlichtweg komplett merkbefreit sein. Das Buch ist eine Frechheit.

  7. Wieder ein Grund, es nicht zu kaufen und damit auch noch zu unterstützen – nur lesen würde ich ja schon gern, was er aus meinen Worten gedrechselt hat …. Immer diese Gewissenskonflikte

  8. Naja, ärgerlich zumindest. Da die eigentlichen Thread naturgemäß keiner liest, liegt es an Dir durch die Gegend zu rennen und zu dementieren. Oder man lässt es einfach.

    Viel ärgerlicher finde ich (und das ärgert mich wirklich) das einseitige Gejammer über die unterdrückten Frauen in der WP auf der einen und die Darstellung selbiger auf der anderen Seite. Pou wird eindeutig als Krankenschwester identifiziert (siehe ihre Rezension – wobei er ihren Namen nicht mal richtig geschrieben hat, so viel Zeit hätte doch sein können), Julica wird als „Sex-Mädel“ mit entsprechender Biographie natürlich breit ausgewalzt (da stehen Männer, ganz unabhängig ihrer politischen Einstellung, drauf), aber immerhin ist ihm aufgefallen, dass Elian Akademikerin ist, das ist doch schon mal ein Fortschritt. Was der Rest so treibt, ist ihm vermutlich entgangen, hätte wohl einer sorgfältigeren Recherche bedurft, oder war wohl ggf. auch nicht reisserisch genug.

    Schade.

  9. Man kann zumindest nicht sagen, wir würden ihn nicht rezipieren ;). Wie kann man eigentlich darauf kommen, Pou wäre eine Krankenschwester? Ich wäre da nie im Traum drauf gekommen.

  10. Anneke: ja, willkommen in der rechten Ecke. Wir sollten ein „Café Rechteck“ gründen… Naja, es ist halt einfacher, einen Kommentar zum generischen Maskulinum falsch zu verstehen als mal zu schauen, wer z. B. [[:s:WS:FRAU]] aus dem Boden gestampft hat… (und ja: ich hasse das Binnen-„I“ trotz vieler Jahre täglichen taz-Lesens immer noch und bin ratlos, wie wir ohne Programmiererhilfe endlich geschlechtsspezifische „Doppelnammen“ für eindeutige Kategorien bekommen und hätte auch gern eine „gerechtere“ Sprache, will aber keine erfinden, etc. pp.) Fehlt nur noch, dass ich als christlicher Fundamentalist gelte, weil ich Orgel spiele und für †-Kreuze bin. Andererseits bin ich ja ein „linker Hetzer“ (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Institut_für_Staatspolitik – den Artikel beobachte ich übrigens nur deshalb interessiert, weil ich mich schäme, im selben Gebäude die Schulbank gedrückt zu haben wie der Rechtsaußenoberdepp Kubitschek…), und ich wurde sogar mal für einen antiantisemtischen Ausfall gesperrt…. Aber das kann man als Insider natürlich alles nicht wissen, und man kann ja auch nicht fragen.

  11. Das wäre ja nicht mehr Inside. Dafür muß man sich durch viel schmutzige Wäsche wählen und die möglichst stinkenden Ecken suchen. Wichtig auch möglichst nicht wirklich zu versuchen zu verstehen, was überhaupt vorgeht.

  12. Hi, ich muss sagen, daß doch ganz zufrieden darüber bin, wie Darstellung meiner Person im Buch erfolgte. Dass das Thema breit ausgewalzt werden würde, war klar- das liegt in der Natur der Thematik, aber sie ist in Anbetracht der Thematik doch wohltuend reduziert, die Fotos ist auch angemessen und unreisserisch. Gerade in meinem Falle hätte es in der Darstellung meiner Person und meiner Arbeit fürchterlich ins Auge gehen können, denkt an div. Boulevardblättchen und deren Hunger nach allem was irgendwie nach Ruch riecht. Für Euch und die WP bin jetzt nichts Besonderes (mehr), aber das ist unser ganz eigener Mikrokosmos, das kann für Aussenstehende aber wieder vollkommen anders aussehen, da hat vielerlei noch längst kein Verständniswandel stattgefunden, was Menschen mit meiner Biografie betrifft, schaut Euch die aktuellen Backlash- Kampagnen und Debatten von div. Presseerzeugnissen mit vier Buchstaben an. Ich versuchte von Anfang an eng mit dem Autor zusammenzuarbeiten, um die Darstellung meiner Person soweit wie geht unter Kontrolle zu haben und um die größtmögliche Neutralität zu gewährleisten, eine Vorgehensweise, die ich jederzeit weiterempfehlen kann. Denn: Es wird nicht das einzige Buch bleiben.

  13. um die ehre der krankenschwestern zu retten: schuler erwähnt mich im buch nur einmal kurz (mit falschgeschriebenem nick, was ich ihm aber in meinem fall gar nicht übel nehme ;-) ) als frankfurter wikipedianerin.

    er war allerdings einmal beim frankfurter stammtisch und wollte damals unbedingt von mir wissen, was ich beruflich mache. da ich keine lust hatte, das vor ihm auszubreiten, hab ich ihn raten lassen. naja, und da ist er einfach die ganzen klassiker der „frauentypischen“ berufe durchgegangen, „du machst bestimmt was soziales“ und da war die krankenschwester eben auch dabei. ich habe das in meinem blog erwähnt, um deutlich zu machen, dass er sich selbst gleich mit in die antifeministische ecke stellen könnte, in die er z.b. andreas aufgrund von irgendwelchen nebensächlichkeiten einsortiert hat.

  14. Mir ist beim Schmökern negativ aufgefallen, dass Schuler die Deutungshohheit über „gute“ und „böse“ Beiträge und Verhaltensweisen für sich zu beanspruchen scheint und bei den Vorschlägen zur Verbesserung der Wikipedia doch etwas besserwisserisch und realitätsfern daherkommt. Auf der einen Seite beklagt er, dass Benutzer gesperrt werden und auf der anderen Seite dass Rechtslastigkeit, Rassismus und Sexismus freies Spiel hätten. Das erinnert mich stark an [[Wikipedia:Die falsche Version]]. Ansonsten aber recht unterhaltsam zum darin herumblättern. Man sollte das Buch einfach als das nehmen was es ist: einer von vielen Möglichen Standpunkten und Einschätzungen der Wikipedia gegenüber. Ich hoffe auch, dass da noch mehr kommt.

  15. Ein Bild von mir wird nicht lizenzkonform benutzt, es ist schlicht eine Urheberrechtsverletzung. Wie Achim schön passend sagte: „Wikipedia: mal reingerochen“ wäre der passendere Titel gewesen.

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