Viertel und halbe Seiten

Gestern bin ich bei Wikisource über eine recht kuriose und ungewöhnliche Korrektur eines Fehlers in einem alten Druck gestolpert, den vermutlich der Setzer gemacht hat. Und zwar fehlten im zweiten Band des Handbuch aller unter der Regierung des Kaisers Joseph des II. für die K.K. Erbländer ergangenen Verordnungen und Gesetze in einer Sistematischen Verbindung (PDF) von 1785 offenbar ein paar Seiten. Diese wurde vermutlich später hinzugefügt. Da man aber wohl die ganzen anderen dahinter kommenden Seiten nicht erneut durchnummerieren wollte oder diese sogar schon gedruckt waren, wurden die fehlenden Seiten kreativ benannt.

Konkret fehlten wohl hinter der Seite 190 drei Seiten. Zuerst aber erstmal die Seite 190:

patente-bd-2-193

Und nun zwei später hinzugefügte Seiten mit den kreativen Namen:

patente-bd-2-194

patente-bd-2-195

Richtig gesehen, die heissen 190 ¼ und 190 ½. Nun würde man ja vermuten, dass die dritte fehlende Seite 190 ¾ heissen würde. Mitnichten, denn auch da scheint ein Fehler passiert zu sein. Denn die heisst, wie man sieht,

 patente-bd-2-196

ebenfalls Seite 190. Und wie man an den ersten Worten erkennen kann, im Vergleich zum ersten Bild, ist es tatsächlich eine zweite Seite, die die Nummer 190  trägt. Das Tohuwabohu um die Seite ist wohl auch einem Leser des Buches aufgefallen, denn der hat mit Bleistift eine kleine Randnotiz eingetragen.

Dass die doch etwas kuriose Benennung ebenfalls zur Verwirrung der Wikisource-Mitarbeiter beiträgt, kann man sich denken. Zumal sich direkt vor Seite 190 die Seite 189 zweimal im Druck befindet.

4 Gedanken zu „Viertel und halbe Seiten“

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