Gedanken zu Ingenieuren und Freiem Wissen

Gerade wurde von Gustavf im Wikisource ein Vergleich gezogen, der mir sehr gefällt:

Die Naturwissenschaften sind, anders als z. B. die Jurisprudenz oder die Theologie, „akkumulativ“, d. h. jeder Fortschritt, den Sie erarbeiten, geht in das kollektive Menschheitswissen unverlierbar ein und befruchtet weiteren Fortschritt. (Zitat aus http://www.ingenieur-kultur.de/sources/vorwort.pdf)

Freies Wissen ist also nichts anderes als eine Weiterentwicklung des Ingenieursgedanken.

Das freies Wissen und unser kulturelles Gedächtnis nicht nur durch aktuelle Gesetze wie SOPA bedroht ist, zeigt eine Diskussion zu einem US-Gesetz aus dem Jahr 1996 auf Wikimedia Commons, unter dem nicht nur Commons leiden würde, sondern auch die Wikipedia, Wikisource und die anderen Projekte, die Medien aus Commons einbinden. Hinzu käme, dass die entsprechenden Texte auf Wikisource ebenfalls gelöscht werden müssten.

Zitat von Achim Raschka auf der Mailingliste des deutschen Wikimedia-Vereins:

[S]ollte es wirklich in der Folge zur Löschung von tausenden Bildern (von tausenden nach deutschem Recht gemeinfreien Bildern!), u.a. von zahlreichen Künstlern der Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert und eigentlich des gesamten Bildmaterials seit 1915, dann haben wir – ganz konkret WIR – das Ziel, wofür wir stehen, verfehlt. Wenn wir nicht in der Lage sind, Liebermanns Selbstbildnisse und Corinths Spätwerk in der deutschsprachigen WP zu zeigen, obwohl es vollkommen unzweifelhaft nach deutschem Recht legal und gemeinfrei ist, sollten wir das Thema „Förderung Freien Wissens“ aus unserer Agenda streichen.

1 Gedanke zu „Gedanken zu Ingenieuren und Freiem Wissen“

  1. Die Logik ist bestechend. Gleichwohl – die Ketzerei sei mal erlaubt – könnte sich möglicherweise das kulturelle Gedächtnis aus dem unterdessen gelegentlich wie ein großer Betonklops erscheinenden Wikipedia in die luftiger und beweglicher wirkende, ebenfalls längst technisch dafür ganz gut ausgerüstete – und kostenfreie! – Bloggosphäre verlagern. Schließlich sind alle bei Commons hochgeladenen Scans zuvor auf Festplatten gewesen und können von dort jederzeit flink andernorts wieder erscheinen, während der WMF-Beton unter seiner willfährigen Last ächzt…

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