Persönlichkeitsrechte vs. Meinungsfreiheit

Wie der Schutz der Würde des Menschen nach dem ersten Artikel unserer Verfassung immer mehr dazu missbraucht wird, die in meinen Augen ebenso wichtige Meinungsfreiheit einzuschränken, zeigt mal wieder wunderschön ein aktuelles Urteil gegen den Heise-Verlag. Wo in diesem konkreten Fall die Persönlichkeitsrechte des Klägers eingeschränkt wurden, wird für mich nicht ersichtlich.

Meines Erachtens völlig zu Recht wird der Verlag rechtliche Schritte gegen diese Enstcheidung des OLG München ergreifen. Zitat:

Unserer Ansicht nach wird der Verlag hier in seinem Grundrecht auf Meinungs- und Pressefreiheit unzulässig und in nicht nachvollziehbarer Weise beschnitten. Folgt man der Argumentation des OLG, so muss man zukünftig im Zweifelsfalle vor jeder Verlinkung alle auf der Seite abgebildeten Personen um ihre Erlaubnis bitten.

Und so ganz ohne Konsequenzen könnte dieses Urteil auch für die Wikipedia nicht bleiben, da sich mit einer ähnlichen Argumentation in Zukunft auch Links in Artikeln auf Bilder einer Person verhindern lassen, die diese aus irgendeinem Grunde nicht so gerne hat.

Die über die reinen Urheberrechte an Bildern lebender Personen der Zeitgeschichte hinausgehende Bilderpolitik in der Wikidpedia ist derzeit, vollkommen zu Recht, sehr restriktiv. Soll heissen wir zeigen normalerweise nur Bilder, die die Person in der Rolle abbildet, die sie für uns erst enzyklopädiewürdig gemacht haben. Aber auch hier könnten sich Auswirkungen ergeben, die wir noch nicht absehen können.