ADB auf gutem Wege

Pfaerrich hat heute im Wikisource-Skriptorium eine Übersicht des aktuellen Standes der Arbeit an der ADB gegeben. Der Einfach- und Faulheit halber zitiere ich ihn einfach mal komplett.

Die Anzahl der unkorrigierten ADB-Artikel ist seit heute unter die 15tausender-Marke gefallen. Die korrigierten liegen bei 9.300 und über 2tausend sind sogar fertig (allerdings ist deren Verlinkung zu WP und PND noch größtenteils nicht erfolgt).

Für Freunde der Statistik hier noch ein Paar Infos, die sich aus der Chronik auf der ADB-Diskussion ziehen lassen. Seit Ende November 2008, als erstmalig alle 26.374 Artikel in OCR-Version eingestellt waren und fast gleichzeitig die Marke von 20tausend Restanten unterschritten wurde, sind es demnach 5tausend weniger geworden und zusätzliche tausend Artikel sogar (mit Einschränkung) komplett erledigt. Am 3.6.2009 hatten wir noch 16tausend unkorrigierte, das heißt, pro Woche wurden seitdem durchschnittlich 200 Artikel abgearbeitet. Vorausgesetzt, wir würden in diesem Tempo weiterarbeiten, wäre Ende 2010 ADB:unkorrigiert pleite. Für die Buchstaben A bis D, I, J, Q, U hat hier schon das letzte Stündlein geschlagen, E und Z droht in Kürze das gleiche Schicksal.

Die von mir [Pfaerrich] eingepflegte Liste von Professoren, deren Namen ja in den Artikeln teilweise im Dutzend vorkommen, hat die stattliche Größe von 1400 Positionen erreicht und wird immer noch erweitert.

Kleine Ergänzung noch von mir. Vor ein paar Tagen wurde die Grenze von insgesamt 13.000 Werken bei Wikisource überschritten. Stets aktuelle Zahlen, nicht nur zu den Werke, gibt es bei Wikisource:Statistik.

20.000 mal fertig

In den letzten Tagen purzeln die runden Jubiläen bei Wikisource nur so. Diesmal haben wir die Grenze von 20.000 Seiten überschritten, die zwei mal korrekturgelesen wurden. Und diese Zahl bezieht sich nur auf die Seiten im Seiten-Namensraum. Insgesamt sind es wesentlich mehr, da insbesondere viele Gedichte und andere Texte die nur einige wenige Seiten umfassen, meist nicht mit der Proofread-Extension bearbeitet werden.

Auch wenn einige Sprach-Versionen von Wikisource wesentlich mehr Seiten umfassen (fr: 270853, en: 237087, de: 86923), führt das deutschsprachige Wikisource mit großem Abstand bei den zweimal korrekturgelesen Seiten. Dies zeigen auch deutlich die beiden folgenden Grafiken. Zuerst der Verlauf der Gesamtzahl und danach die Zahl der zweimal korrekturgelesenen Seiten:

P.S. Eine tagesaktuelle Version der obigen Diagramme findet sich auf dem Toolserver.

Neuigkeiten aus Wikisource (7)

Vor ein paar Tagen hat Wikisource ein paar runde Grenzen überschritten. Erstens haben wir mehr als 5000 Gedichte und insegsamt mehr als 12.000 Werke. Außerdem gibt es mittlerweile mehr als 2000 Seiten zu Autoren.  Großen Anteil daran hatte die Erfassung und Erschließung einiger Sammelwerke, darunter z.B. Schillers Musenalmanach der Jahrgänge 1796, 1797, 1798, 1799 und 1800.

Da es seit geraumer Zeit Kritik daran gab, dass nicht alle Autorenseiten auch tatsächlich Autoren behandelten und Themenseiten für Personen auch nicht besonders passen sind, wurde eine neue Kategorie Personen eingeführt. Außerdem passte die Möglichkeit von Themenseiten schon deshalb nicht, da hier keine Personendaten zugeordnet werden können und auch keine PND zugeordnet werden kann. Die Autoren sind jetzt eine Unterkategorie der Personen. Mit Hife der dazugehörigen Vorlage, können nun auch Seiten angelegt werden, die Werke über Personen aufführen, ohne dass der Eindruck ensteht, dass diese Person Werke geschaffen hat.

Und überrascht war ich, als jemand die Fachkategorie Spezielle Relativitätstheorie einführte, wieviele Werke wir zu dem Thema mittlerweile haben. Für den an diesem Thema Interessierten ist das mittlerweile eine kleine Fundgrube geworden, die sich doch eher im Verborgenen entwickelt hat.

Die Anzahl der unkorrigierten Artikel in der ADB ist Anfang Juni auf unter 16.000 Artikel gesunken. Daraus resultiert, dass mittlerweile der Buchstabe I und der Band 55 vollständig korrigiert wurden.

Wikisource macht jetzt OCR

und sogar mit Fraktur. Gestern wurde eine Erweiterung live geschaltet, die  imagefür jede noch leere Seite im Seite-Namensraum zwei neue Knöpfe mitliefert. Jeweils einer für OCR von Antiqua-Schrift und von Fraktur-Schrift. Und die Qualität, ist zumindest bei ausreichender Scanqualität und Schriftgröße, auch bei Frakturschrift, verblüffend gut. Die OCR wird auf dem Toolserver mit Hilfe der Open-Source-OCR Tesseract durchgeführt und das Resultat wenig später in das Edit-Fenster gepustet, so dass man anschließend sofort mit der Erstkorrektur fortfahren kann. (Siehe Screenshot) Hier und da streikt die OCR, vermutlich wenn die Schrift auf der Seite zu klein ist. Bei der Gartenlaube werde ich vorerst also noch selbst Hand  anlegen müssen.

Zwei hochwertige Stücke deutscher Poesie

Als kleine Ergänzung für den neuesten Artikel von Felistoria Datei:Kladderadatsch1878.423..reichshund.2.jpgüber den Reichshund, habe ich mich bereit erklärt zwei kurze Gedichtlein über die Hunde von Bismarck abzutippseln. Und wie von ihr angedroht, sind es wahrlich zwei hochwertige Exemplare der deutschen Dichtkunst des 19. Jahrhunderts.

Als erstes das Gedicht An den Reichshund aus der Satirezeitschrift Kladderadatsch. Die Hintergründe zu dem Gedicht sind im Artikel gut erklärt.

Aedler Sultan, Hund der Hunde,
Von dem das Wochenblättlein spricht
Im kleinsten Nest der Erdenrunde,
O Sultan, du gefällst mir nicht!
Ich kann das Beißen gar nicht leiden,
Das dir im wilden Blute steckt;
Und läßt es sich ganz vermeiden,
So wähl’ doch besser dein Object.

Man weiß, wie beim Congreß dolose
Getrieben du dein schlimmes Spiel,
Und wie dir Rußlands Gala-Hose,
Die stattliche, zum Opfer fiel.
Vor Knickebeinen, die zum Gehen
Zu schwach sind, wichst du nicht zurück;
O Sultan, du mußt selbst gestehen,
Fürwahr, das war kein Heldenstück!

Dann hast mit frevelhaften Bissen
Der Herrin, die dir wild gebeut,
Du tückisch das Gewand zerrissen
Und zähnefletschend sie bedräut.
Die Dame, welche du vor Allen
Ein Freund und Schützer solltest sein,
In blindem Wüthen anzufallen,
Das, Sultan, scheint mir recht gemein!

Als du den Herrn zur salz’gen Quelle
Begleitet an der Saale Strand,
Schritt täglich über seine Schwelle
Ein Mann in schwärzlichem Gewand.
Zur Tafel war er mitgenommen;
Allein so oft dies auch geschah,
Nicht hat dein Herr ihn satt bekommen,
Stets war der Würd’ge wieder da.

Stets trat die prallste aller Waden
Im Seidenstrumpf zu dir herein;
Ach, diese Seidenstrümpfe laden
Zum Anbiß gar verlockend ein!
Doch nichts hört man von neuen Fehden,
Es sprach von dir nicht ein Gericht;
Du Krone aller Quadrupeden,
O Sultan, ich versteh’ dich nicht!

Kladderadatsch

und das zweite etwas kürzere von Karl Henckell aus der Abteilung Aus einem Notizbüchlein der Liebe:

Der Kaiser ist heiser, der Reichshund bellt,
Bald geht aus den Fugen die ganze Welt.

Wir sitzen auf freier Brüstung und schau’n
Auf lächelnde Thäler, auf sonnige Au’n.

Ein Blick in die Ferne, ein Blick nach dir,
Der Himmel dort oben, der Himmel hier.

In diese Himmel wollen wir lugen,
Und ginge die ganze Welt aus den Fugen.

Warum hier der Reichshund auftaucht und was uns dieses Gedichtlein sagen möchte, wird wohl ewig ein Geheimnis des Dichters bleiben.

Interessensgemeinschaft der Wikipedia-AutorInnen

Vor wenigen Minuten hat der Wikipedia-Autor Andreas Kemper auf der Wikipedia-Mailingliste einen Aufruf zur Gründung einer Interessengemeinschaft der Wikipedia-AutorInnen veröffentlicht. Einen Entwurf der Ziele dieser IG findet sich in der Wikipedia.

Laut der Mail soll der neue Verein die Interessen der Autoren gegenüber der Foundation vertreten, aber auch Rechtsberatung und Aufgaben übernehmen, wenn Autoren auf Grund ihrer Tätigkeit in der WP rechtlichen Problemen gegenüber stehen.

Erste Interessenten haben sich bereits auf der Wikipedia-Seite eingetragen.

Laubenpieper-Statistik

Das Telephon.
Typische Gartenlauben-Illustration aus dem Artikel "Der Musiktelegraph

Auf meine neugierige Frage im Chat, wie viele Seiten der Gartenlaube denn bereits korrekturgelesen wurden oder sogar fertig sind, hat mir Joergens mal auf die Schnelle eine kleine Statistik bereitgestellt. Und damit diese Arbeit nicht umsonst war, erfährt sie nun die ganze Welt:

  • 22 Bände haben Scans und sind durch die OCR gejagt worden, das macht insgesamt 18916 Seiten
  • Ausgekoppelt, soll heißen als eigenständige Werke angelegt, wurden insgesamt 223 Artikel. Führend dabei der Jahrgang 1863 mit 89 Artikeln.
  • Das macht 532 einmal korrigierte Seiten und 283 Seiten die fertig sind, also zweimal korrekturgelesen wurden.
  • Bei 4 Bänden mit ca. 3000 Seiten existieren Scans auf Commons, die OCR fehlt aber noch.

Fazit: Ein büsschen ist noch zu tun.

P.S. Hätte ich fast vergessen. Seit dem Wochenende gibt es eine Liste der Autoren der Gartenlaube und eine Liste der Liste der Illustratoren, Zeichner und Maler der Gartenlaube. Zweck der Übung ist zuerst mal rauszubekommen, welche Texte und Bilder garantiert gemeinfrei sind. Anlaß diese Listen anzulegen, war der Umstand, dass wir vor ein paar Tagen darauf aufmerksam gemacht wurden, dass Bilder eines bestimmten Zeichners noch nicht gemeinfrei sind. Zu den beiden Listen schreibe ich in den nächsten Tagen noch etwas mehr.

Die gute alte DDR

Am 1. April wurden die ersten rund 5000 Bilder, die von der Fotothek unter eine freie Lizenz gestellt wurden, auf Commons hochgeladen. Wenn ich es recht gesehen habe, sind es ausschließlich Bilder des Fotografen Eugen Nosko, der in den 1970er und 1980er Jahren Industriefotograf im Auftrag volkseigener Betriebe und Kombinate war.

Und genau dies zeigen diese Bilder: Menschen, Produktionsprozesse, Arbeitsabläufe und Milieu der Industrie im einstigen „Arbeiter- und Bauernstaat“. Einige wenige Bilder, die mir als Ex-Ossi besonders ins Auge fielen, hab ich hier mal in einer kleinen Galerie zusammengestellt.

[nggallery id=9 template=caption]

Irritiert bin ich über die Kritik die hier und da aufkam. Die Bilder die von der Fotothek bereitgestellt wurden seien enttäuschend, unbrauchbar und unenzyklopädisch. Auch wenn man nicht unbedingt alle Bilder hätte hochladen müssen, da sich doch einige Motive stark ähneln bzw. wiederholen, muss ich der Kritik widersprechen. Erstens handelt es sich, wie bereits erwähnt, um einen winzigen Bruchteil der insgesamt 250.000 Bilder.

Zweitens sehe ich die Bilder als wichtige Zeitdokumente der DDR-Industrie und teilweise des Alltagslebens. Viele Bilder zeigen, auch erst durch die vermeintlichen Wiederholungen, sehr schön die Formensprache und die Ästhetik der „sozialistischen“ Kunst. Da sehen wir zum Beispiel auf vielen Bildern lachende Bauern bei der Apfelernte, zufriedene Arbeiter beim Essen in einer sauberen Kantine und glückliche Urlauber im Ferienheim. Genauso wie bei vielen Bildern aus dem Bundesarchiv, handelt es sich bei den meisten Bildern von Eugen Nosko auch nur um Propagandafotos. Die Realität sah wesentlich trister und trüber aus.

Und drittens ist, zumindest für mich, Commons keine Exklusiv-Veranstaltung der Wikipedia, wo jedes Bild unbedingt Platz in einem Enzyklopädie-Artikel finden muss. Ob hingegen auf Commons private Urlaubsbilder unter einer freien Lizenz ihren Platz finden sollen, ist eine ganze andere Frage.

Natürlich erhoffe auch ich mir noch andere Bilder, als nur glückliche Arbeiter und Bauern in der sozialistischen Produktion.

April, April

Heute gab es natürlich wieder eine Menge, mehr oder weniger gelungene Aprilscherze. Heise Online berichtete über das Schlapphut-Bit in IP-Headern, der Wikipedia-Kurier über eine Warnung in Artikeln mit Geo-Koordinaten, um schwerwiegende Folgen wie Desorientierung, verschollene Partner oder militärische Niederlagen zu verhindern und das Bremer Sprachblog macht einfach ein Quiz aus dem alljährlichen Gescherze.

Am besten fand ich aber den hier:

Aufgrund bisheriger Erfahrungen wird erstmals 2009 vom 1. April 00.00 bis 23.59 Uhr versuchsweise der Schreibzugriff auf allen Wikimedia-Projekten gesperrt. Es steht aber für alle Fälle eine Kriseninterventions-Hotline mit 3 geschulten Admins bereit, darunter auch ein Psychologe. Das Wikimedia-Team wünscht allen Benutzern einen angenehmen Ruhetag.

Und der Poster im Wikisource Skriptorium schien ernsthaft erbost zu sein :-).

Beitragsersuch

Das Bremer Sprachblog berichtet in einem Beitrag über einen Fall der Theorietablierung, in diesem Falle muss man wohl eher von Begriffsetablierung sprechen, durch die Wikipedia. Wenn auch eher klein, ist das trotzdem ärgerlich. Der 17 zusätzliche Vorname eines neuen Wirtschaftministers fällt irgendwann auf, in randständigeren Themen setzt sich sowas alleine schon durch die zahlreichen Wikipedia-Klone im ganzen Netz fort.

Kurz zu den Hintergründen der Geschichte: Der Autor des Blogs, der Bremer Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch, suchte gestern eine griffige Übersetzung für den englischen Ausdruck Call for Papers und fand im  Wikipedia-Artikel zu diesem Begriff dafür die deutsche Übersetzung Beitragsersuch. Stefanowitsch weist aber nach, dass dieser Ausdruck erst durch die Wikipedia in die Welt kam.

Mal wieder ein schönes Beispiel dafür, dass das seit längerem übliche Verlangen von Nachweise für Aussagen in Artikeln kein leeres Gerede gelangweilter Autoren und Admins ist.

Update:

Mittlerweile wurde das schöne Wort Beitragsersuch aus dem Artikel entfernt.

Wikimedium

Im Wikimedia-Blog wurde heute die neue Zeitung von Wikimedia Deutschland mit Namen WIKIMEDIUM vorgestellt. Die gedruckte Version wurde bereits am Wochenende auf der Mitgliederversammlung (Bericht darüber von Ziko im Kurier, dem ich allerdings nicht in allen Details zustimmen kann, aber egal) verteilt. Eine Online-Version im PDF-Format ist auch verfügbar.

Titel WIKIMEDIUM

In den Kommentaren wurde kritisiert, dass die anderen Projekte in der Erstausgabe praktisch nicht vorhanden waren. Das ist bedauerlich und auch nicht verwunderlich, kann aber leicht geändert werden, wenn man die Redaktion, insbesondere Catrin Schoneville, mit entsprechenden Infos zu den Projekten versorgt. Ich werde meinen Teil bezüglich Wikisource dazu beitragen.

Sehr löblich, dass die gesamte Zeitung unter der CC-BY-SA 3.0 steht. Ich kann mich noch gut erinnern, dass es deswegen beim Vorgänger, dem Wikimedia Newsletter, noch einige Diskussionen gab.

P.S. Wenn denn nicht wirklich eine vergilbte Zeitung mit Wasserrändern war, was ich eher nicht glauben mag, die gescannt wurde, dann lassen wir diesen Pseudoantiken Look des PDF bei der nächsten Ausgabe doch besser. Olle Zeitungen kann Wikisource wesentlich besser und sogar in echt.

Neuigkeiten aus Wikisource (6)

Es ist mal wieder Zeit und zum Glück auch Gelegenheit einige Neuigkeiten aus Wikisource der geneigten Leserschaft darzubieten:

  • Das Wichtigste gleich zu Beginn: Auf Wikisource befinden sich seit heute insgesamt 11.000 Werke. Damit hat die Neuanlage der letzten tausend Werke etwa 80 Tage gedauert. Dieser Bestand setzt sich u.a. zusammen aus über 4500 Gedichten, etwa 1300 Rechtstexten und fast 800 Texte die wissenschaftliche Sachverhalte darlegen. Hinzukommen über 1700 Autoren-, 187 Themen- und 84 Ortsseiten die den Gesamtbestand zumindest zu großen Teilen erschließen.
  • Mittlerweilen wurden von 18 Jahrgängen der Gartenlaube Scans und OCR-Texte auf Commons bzw. Wikisource verfügbar gemacht. Das sind rund 16.000 Seiten Text. Fast 200 Artikel wurden korrekturgelesen und sind als eigenständige Werke vorhanden.
  • Etwa ein Viertel des Gesamtbestandes von fast 120.000 Seiten in Wikisource wurde bereits zweimal korrekturgelesen. Ein weiteres Viertel wurde zumindest einmal korrekturgelesen.
  • Auch bei der ADB geht es gut voran. Mehr als 26 Prozent der Artikel wurden einmal korrekturgelesen und gute 5 Prozent bereits zweimal. Umgerechnet bedeutet dies, dass 6 Bände bzw. die Buchstaben A, B, C, D und X, Y komplett einmal korrekturgelesen wurden.

Drei Banken in Hamburg

Wenn es drei iranische Banken in Hamburg gibt, eine Google-Suche legt dies nahe, dann habe ich alle drei seit heute auf Bild gebannt. Und Schuld dran ist Elya und ihre Liste der Bauwerke von Gottfried Böhm in der Wikipedia. Gottfried Böhm ist ein deutscher Architekten, der hierzulande einiges gebaut hat. Er ist der bisher einzige deutsche Träger des Pritzker-Preises, der bedeutendsten Auszeichnung in der Architektur. Und er hat auch ein Gebäude in Hamburg gebaut. Das einer iranischen Bank. Soviel wusste Elya schonmal und schickte mich vor zwei, drei Wochen erstmal in die Deichstraße hier in Hamburg, in der zwei iranische Banken residieren.

Also ein paar Tage abgewartet bis hier Hamburg mal die Sonne schien und hingelaufen und die beiden Gebäude fotografiert. Und am Abend dann das Ergebnis stolz im Chat vermeldet. Aber nix war, es waren die falschen Banken. Die richtige Bank, die Europäisch-Iranische Handelsbank, steht ganz woanders, nämlich im Kontorhausviertel, Deppenau 2 (dass einige Straßen hier Hamburg so komische Namen haben, dafür kann ich nichts). Zum Glück befinden sich alle drei Banken in kurzer Entfernung zu meiner Arbeitsstelle, so dass die Bilder nur wenige Minuten Zeit beanspruchten. Und eine kleine Ergänzung der Bildergalerie zu Hamburg hier im Blog verdankt der Ausflug in die Deichstraße auch.

Nun gut, also wurde bei nächster sonniger Gelegenheit, was ein schweres Unterfangen hier in Hamburg sein kann, nun auch die dritte und letzte iranische Bank fotografiert und das Bild auf Commons hochgeladen. Und deshalb kann ich hier nun voller Stolz die Galerie der iranischen Banken in Hamburg präsentieren (die Nummer 2 war das eigentlich Objekt der Begierde):

[nggtags gallery=3Banken template=caption]

Und wie ich heute abend im Chat erfuhr, beschäftigt elya mit der Bildbeschaffung der Gebäude des Herrn Böhm, so einige Wikipedianer. Dabei kommt es auch zu einigen fotografischen Kollisionen, wie man der Diskussionsseite der oben erwähnten Liste entnehmen kann.

CC Zero

Erkan Yilmaz hat im Chat gerade auf eine neue Lizenz von Creative Commons hingewiesen. Und zwar die CC0, gesprochen „CC Zero”, die dazu dienen soll allen denen, die ihr Werk eigentlich in der Public Domain, bzw. die Gemeinfreiheit sehen wollen, diese Möglichkeit zu geben, soweit die jeweilige Rechtslage dies zulässt.

Jemand der sein Werk unter die CC0 stellt, verzichtet damit vollständig auf jegliche Urheber- und damit zusammenhängende Rechte. Sollte dieser Verzicht aus Rechtsgründen nicht möglich sein, so z.B. in Deutschland, da dies ein Persönlichkeitsrecht ist, auf das man nicht verzichten kann, dann gewährt die Lizenz jedermann ein unbeschränktes, unwiderrufliches, nicht exklusives Recht zur Nutzung des Werkes für jegliche Zwecke. Für die Weiternutzung gibt es dabei keinerlei Auflagen, wie z. B. Namensnennung, Nutzung unter gleicher Lizenz oder das Verbot kommerzieller Nutzung etc.

Die Lizenz kann ebenso für urheberrechtsähnliche bzw. damit zusammenhängende Rechte genutzt werden, wie z. B. das sogenannte Datenbankrecht.

Für eine ausführliche Darstellung und Erläuterung der neuen Lizenz siehe den Beitrag im CC-Blog und die FAQ zur CC0.

P.S. Korrekterweise spricht Creative Commons nicht von einer Lizenz, sondern von einem Tool, einem Werkzeug, da ja Public Domain bzw. Gemeinfreiheit keine Lizenz sein kann. Derjenige, der dieses Tool verwendet, möchte ja deutlich machen, dass er wünscht, dass das Werk so verwendet wird, als sei es in der Public Domain bzw. als sei es gemeinfrei.

Ich habe in meinem Beitrag dennoch den Begriff Lizenz verwendet, weil er für den deutschen Rechtsraum wohl dennoch passender ist und auch nicht so sperrig beim Schreiben des Beitrags war.

Update (17. März 2009):

Eine deutsche Version des Blogbeitrages mit Ergänzungen bezüglich des deutschen Urheberrechtes gibt es im Blog von de.creativecommons.org. Den ersten Kommentar darf man getrost ignorieren, da dort offenbar jemand das Urheberrecht mit anderen Rechtsfeldern verwechselt.

Bücher online lesen

Das Blog mit dem obigen Namen habe ich soeben in meinen Trackbacks gefunden. Offenbar möchte der Autor Angebote im Netz mit digitaler Litaratur vorstellen und bewerten. Da das Blog noch recht neu ist, gibt es zwar erst eine recht überschaubare Anzahl an Beiträgen, aber Wikisource wird bereits in einem Beitrag vorgestellt und der Autor spart nicht mit Lob, was natürlich sehr freut.

Ich nehme das Blog mal in meine Blogroll und harre der Beiträgen die da hoffentlich noch kommen werden.

Gesundheitsschädlicher Kaffee aufgetaucht

Zitat aus einer auflagenstarken Zeitschrift:

Man hat nicht mit Unrecht die grüne Farbe der Kaffeebohnen als ein Merkmal der Güte betrachtet, aber in neuester Zeit hat dieses Zeichen seinen Werth verloren, weil man häufig die schlechteren Sorten grün färbt, und leider geschieht dieses mit einer Kupfer enthaltenden Farbe, die unbedingt der Gesundheit nachtheilig ist.

und weiter

Daß der geröstete, gemahlene Kaffee zuweilen mit Cichorie gefälscht wird, ist bekannt, da dieser Zusatz billiger als der Kaffee ist, und […] diese Fälschung sich, wenn man darauf achtet, schon durch den Geruch kundgiebt

Aber keine Panik: Wie schon an der Rechtschreibung erkennbar ist, so ganz brandneu ist die Meldung nicht mehr. Datei:Die Gartenlaube (1875) 001.jpgDie Meldung stammt aus einem Artikel in der Gartenlaube des Jahres 1875. Sie zeigt aber sehr schön, dass Lebensmittelskandale keine Erfindung des 20. oder 21. Jahrhunderts sind. In der Vergangenheit wurde genauso gefälscht, gepanscht und der Verbraucher behumst, dass es ein wahres Grauen war.

Als Lektüre in diesem Zusammenhang empfehle ich auch den Artikel über Friedrich Accum in der Wikipedia, einem Chemiker der die Öffentlichkeit bereits im frühen 19. Jahrhundert vor den Gefahren gepanschter und verfälschter Lebensmittel warnte. Accum war der erste, der sich dieses Themas annahm und zugleich eine breite Öffentlichkeitswirkung erzielte.

Natürlich halte ich die geneigte Leserschaft auch weiterhin über neu auftauchende Lebensmittelskandale auf dem Laufenden.

Vier Millionen mal Commons und Wikisource ist dabei

Das Logo von Wikimedia Commons

Gestern meldete es ja schon der Kurier: Auf Commons befinden sich mittlerweilen über vier Millionen Dateien aller Art.

Dass unser kleines Projekt daran einen gewichtigen Anteil hat, kann ich mir natürlich nicht verkneifen zu erwähnen. Das deutschsprachige Wikisource-Projekt hat auf Commons insgesamt 321.356 Dateien hochgeladen, in der überwiegenden Mehrheit Scans von gemeinfreien Texten. Das sind mal eben mehr als 8 Prozent des Gesamtbestandes.

Inside Wikimedia

Vor wenigen Minuten wurde von der Wikimedia Foundation ein Video online gestellt, das einen kleinen Einblick in die Arbeit dort drüben überm großen Teich gibt. Derzeit liegt es nur auf englisch vor. An lokalisierten Versionen wird aber gearbeitet. Am besten klickt ihr nach Start des Videos auf den Button HQ, dann wird das Video in wesentlich besserer Qualität abgespielt.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=j9-CovbP-7U[/youtube]

Jay Walsh, der Pressesprecher Foundation, in einem Kurzinterview zu der Frage, ob für die Zukunft weitere solcher Videos geplant sind:

Diese Videos sind eine großartige Sache, um die Arbeit bei Wikimedia zu entmystifizieren. Also: Wer arbeitet hier? Warum tun die Angestellten genau das, was sie gerade tun? Was genau ist eigentlich die Aufgabe der Wikimedia Foundation?

Wir planen, noch weitere solcher Videos zu produzieren und vielleicht auch ein paar Podcasts. Ziel ist es, unsere Arbeit transparenter zu machen und den Benutzern der Wikimedia-Projekte und der Öffentlichkeit einen wirklichen Einblick darin zu geben, wie unsere gemeinnützige Organisation und wie die Wikipedia funktioniert.

Zehn mal Tandaradei

Datei:Kaulbach Tandaradei.jpg
Zeichnung zum Lied von Wilhelm von Kaulbach

Vor einer geraumen Weile hatte ich mal über unsere Transkription des bekannten Gedichtes Under der Linden von Walther von der Vogelweide aus dem Codex Manesse und meine Begeisterung über dieses Gedicht berichtet.

Mittlerweile haben wir auf Wikisource von diesem Gedicht zehn Versionen zu bieten. Mit Unterm Lindenbaume von Adalbert Schroeter (vielen Dank an Paulis dafür) sind es nun acht Übersetzungen ins Neuhochdeutsche, die Edition des mittelhochdeutschen Textes von Karl Lachmann und eben die Transkription aus dem Codex Manesse.

Für mich bleibt aber die Originalfassung weiterhin die schönste. Wie sagte Poupou damals in den Kommentaren:

tandaradei eben

Ein Bild bei Heise

File:Nva-ehrenwache.jpg

Als ich im Sommer des Jahres 1990 dieses Bild gemacht habe, dachte ich garantiert nicht, dass es jemals in einem Artikel über das Funktionieren von Propaganda landen würde. Geschweige denn dass ich wusste wer oder was der Heise Verlag ist, den es immerhin schon damals gab, oder dass an das Internet oder die Wikipedia zu denken war.

Das Bild ist wie gesagt im Sommer 1990 in Berlin in der Straße Unter den Linden entstanden. Bis zum Ende der DDR standen vor der Neuen Wache, dem damaligen Mahnmal für die Opfer des Faschismus und Militarismus, ständig zwei Soldaten der Nationalen Volksarmee als Mahnwache. Das Bild zeigt nun eine der stündlichen Wachablösungen bzw. den Marsch der neuen Wachposten zur Neuen Wachen. Die Wachablösung erfolgte stets im Stechschritt und war schon alleine deshalb eine kleine Touristenattraktion, erst recht in der sich allmählich auflösenden DDR.

Und da ich in diesem Sommer nichts weiter zu tun hatte, als auf den Beginn meines Studiums zu warten und in der Ahnung, dass die DDR nicht mehr lange existieren würde, habe ich in diesen Wochen einige Filme mit den letzten noch sichtbaren Zeichen der DDR vollgeknipst. Darunter ein Stau mit vielen Trabis in Ostberlin, eine Botschafterakkreditierung im Staatsratsgebäude, die ersten Werbeplakate aus dem Westen, Demos gegen den Anschluß an die BRD, die Geldtransporter die die Westmark brachten, ostdeutsche Geldautomaten und noch so einiges mehr.

In Gewöhnung an die digitale Fotografie wundere selbst ich mich, dass es nur so wenige Bilder sind, die ich noch habe. Aber es waren nie mehr. Farbfilme und deren Entwicklung waren in der DDR schweineteuer. Irgendwo habe ich auch noch eine Quittung mit dem Preis. Westmark und damit auch geringere Preise kam erst etwas später mit der Währungsunion. Und man erinnere sich: auf jedem Film waren nur 32 Bilder. Wenn man den Film nicht alle drei Minuten wechseln wollte, musste man sehr sparsam umgehen und sich genau überlegen, was man fotografiert. Und natürlich mißlangen Bilder, was man aber erst Wochen später nach der Entwicklung feststellte.

Und da es in der Anfangszeit der Wikipedia noch sehr wenige Bilder gab, erst recht für die Zeit der DDR und die NVA, habe ich das Bild im August 2004 (mein Gott ist das lange her) gescannt und damals noch in die de-Wikipedia hochgeladen. Mittlerweile befindet es sich auf Commons und wird in 14 Wikipedien verwendet und nun eben auch bei Heise. Keine Ahnung warum Heise genau dieses Bild genommen hat, freuen tut es mich natürlich trotzdem :-)

Nun aber Schluß mit den ostalgischen und WP-nostalgischen Gedanken. Die anderen Bilder werde ich demnächst mal digitalisieren und eine Auswahl hier in einer Galerie präsentieren.

Update (wenig später):

Habe gerade die Quittung gefunden. Es waren 40,55 Mark der DDR für 19 Bilder. Der Rest von dem Film war wohl nichts geworden. Zum Vergleich laut Wikipedia betrug die Miete 60-m²-Neubauwohnung inkl. aller Nebenkosten 70 Mark.