Duftwässerchen und Klausuren

Ab morgen bin ich mal wieder unterwegs. Es geht nach Marienthal in der Nähe von Köln zum jährlichen Klausurtreffen des Vorstandes von Wikimedia. Und wenn man schon mal in Köln ist, dachte sich der Frank, dann statten wir dem Duftmuseum von Farina gegenüber einen kleinen Besuch ab. Frank der sich in der Wikipedia insbesondere für Wirtschaftsgeschichte interessiert, nimmt am Schreibwettbewerb mit dem Artikel zur heute ältesten Eau de Cologne und Parfum-Fabrik der Welt in Köln teil. Da Frank schon vorab Kontakt mit dem Inhaber der Firma aufgenommen hatte, kommen wir in den Genuß einer exklusiven Führung durch das Duftmuseum und einem Gespräch mit dem heutigen Inhaber Johann Maria Farina. Auch wenn ich mit Duftwässerchen bisher nicht allzuviel zu tun hatte, denke ich, dass der Besuch ganz interesssant und witzig werden wird.

Anschließend geht es dann zusammen mit elya weiter nach Marienthal in ein ehemaliges Franziskanerkloster, wo uns zwei arbeitsreiche Tage erwarten werden. Wir sprechen u.a. über die Aufteilung der Aufgabengebiete innerhalb des neuen Vorstandes,  Lobbyarbeit und die Planung zukünftiger Projekte.

Auf jeden Fall werde ich euch über die Ergebnisse in Wort und Bild unterrichten.

Hitler und Goethe

Wenn wir das deutsche Volk und seine Geschichte überblicken, so bieten sich uns vorzugsweise zwei Helden dar, die seine Geschicke gelenkt haben, weil einer von ihnen hundert Jahre tot ist. Der andre lebt. Wie es wäre, wenn es umgekehrt wäre, soll hier nicht untersucht werden, weil wir das nicht auf haben. Daher scheint es uns wichtig und beachtenswert, wenn wir zwischen dem mausetoten Goethe und dem mauselebendigen Hitler einen Vergleich langziehn.

Aus Hitler und Goethe – Ein Schulaufsatz von Kaspar Hauser von Kurt Tucholsky aus dem Jahre 1932. Ein Meisterwerk der Satire.  

Schreibwettbewerb geht in die nächste Runde

Der Schreibwettbewerb der Wikipedia geht ab heute in die siebente Runde. Als Achim diese Idee hatte, hätte man kaum geglaubt, dass dieser so lange überlebt und quasi schon ein traditionelles Ereignis in der Wikipedia werden wird.

Und auch diesmal wurden kurz nach 0 Uhr die ersten Nominierungen eingestellt. Und die vorgeschlagenen Themen lassen viel erwarten. Ich möchte übrigens den Artikel zum römisch-deutschen Kaiser Karl VII. neu schreiben. Mal schauen, ob die Jury die kleine Überschreitung in der Länge akzeptiert. Der bayerische Kurfürst Karl ist insofern hochspannend, da er der einzige Nicht-Habsburger auf dem Kaiserthron in der Frühen Neuzeit war. Und auf Grund des Österreichischen Erbfolgekrieges konnte er auch nicht in seiner Hauptstadt München residieren, sondern musste er die zwei Jahre als Kaiser in Frankfurt verbringen. Vielleicht gelingt es mir ja einen ähnlich guten Artikel wie zum Winterkönig abzuliefern.

Ein herzlicher Dank geht an Voyager. Wie üblich habe ich vergessen die diversen Bausteine in den Artikel zu pflanzen.

T-Online integriert Wikipedia in Echtzeit

Nun ist es also offiziell. Seit heute sind die Inhalte der deutschsprachigen Wikipedia auch bei t-online.de abrufbar (Suchmaske unter http://wikipedia.t-online.de/). Dabei werden die Daten per Live-Feed von den Wikimedia-Servern bezogen. Und ein bisschen Javascript-Schnickschnack haben die Entwickler bei T-Online auch eingebaut. Nach Doppelklick auf ein Wort im Portal öffnet sich ein kleines Fensterchen mit verschiedenen Links darunter auch die Wikipedia. Die Links im T-Online-Schweinchenrosa in den Artikeln sind zwar etwas gewöhnungsbedürftig, ansonsten gefällt mir die Integration ganz gut.

Leider sind aber die Links zu den Schwesterprojekten nicht funktionsfähig, so dass diese durch die Integration keine neuen Leser gewinnen können. Ich denke hier sollte T-Online noch etwas nachbessern.

Siehe auch die Pressemitteilung von T-Online im Presseportal und die Mail von Arne in der WP-Mailingliste. Wenn jemand einen Fehler oder eine Unschönheit findet, dann einfach eine Mail an Arne senden. Er wird die Infos dann weiterleiten.

Neuigkeiten aus Wikisource (2)

Mit Sicherheit hat es außerhalb Wikisource keiner mitbekommen. Aber seit heute hat Wikisource zwei neue Namensräume: „Seite“ und „Index“. Für die rasend schnelle Einrichtung in nicht mal 24 Stunden geht mein herzlichsten Dank an JeLuF. Frage ist nun, wozu brauchen wir die Dinger überhaupt.

Schuld ist sozusagen die neue Proofreading-Extension. Bisher hatten wir ja eine Javascript-Lösung, die auch wunderbar funktionierte. Parallel dazu gab es ein Proofreading-Extension, die aber einige funktionale Einschränkungen hatte und von uns bisher nicht benutzt wurde. Nun haben sich aber der französische Wikisourcler ThomasV und Xarax zusammengesetzt und das Positive aus beiden Lösungen zu einer neuen Extension zusammengeführt, die schon als sehr gut bezeichnet werden kann. Welche Möglichkeiten haben wir mit der Extension:

  • Einbindung von Scans auf Commons und auf anderen Servern
  • Einbindung von Seitenscans aus Mulit-Page-Formaten, derzeit nur djvu, aber PDF ist wohl in Vorbereitung. ich hatte über die PDF-Extension von xarax bereits kurz berichtet.
  • Navigation zwischen den einzelnen Seiten wird von der Extension mitgeliefert. Es entfällt also das recht mühsame  Vorlagen basteln für jedes größere Projekt
  • Das mühsame Anlegen der Einzelseiten entfällt. Nach Klick auf Bearbeiten auch einer „roten“ Seite steht die Korrekturlesefunktion sofort zur Verfügung. Bisher musste man erst die verschiedenen Vorlagen reinbasteln, speichern und dann auf „Korrekturlesen“ klicken.
  • Die aus der älteren Lösung gewohnte Darstellung mit dem Scan oben und unten das Eingabefeld ist weiterhin vorhanden.
  • Einfache Zusammenstellung der Einzelseiten nach Kapiteln oder zum Gesamtwerk als Leseversion.
  • Und unsere ältere Lösung mit Javascript wird keinesfalls obsolet. Eine friedliche Koexistenz ist ohne Probleme möglich. Gerade für Einblattdrucke ist die JS-Lösung wohl doch etwas einfacher zu handhaben. 

Nicht direkt ersichtlich, aber in meinen Augen auch sehr sinnvoll, ist die Trennung zwischen der Leseversion und den Einzelseiten zum Bearbeiten und Korrekturlesen, ohne dass wir die Scans vorm Leser verstecken. Außerdem bietet die Indexseite die Möglichkeit den ganzen technischen Krempel, der für einen Leser nicht weiter von Interesse ist von der Leseversion zu trennen. Auf jeden Fall müssen wir aber in der Leseversion noch deutlich drauf hinweisen, wie ein Leser an die Scans gelangt. Der Klick auf die Seitenzahlen ist nicht so wirklich intuitiv. Erste Beispiele für den EInsatz der Extension finden sich bereits.: Soll die plattdeutsche Sprache gepflegt oder ausgerottet werden?, Denkwürdige Männer Für Straßennamen in der Kölner Neustadt. und Der Stadt Hamburg Statuta und Gerichts Ordnung Mir scheint vielen gefallen die neuen Möglichkeiten sehr gut, die wir wahrscheinlich auch erst ansatzweise ausgeschöpft haben.

Weitere (noch etwas knappe) Infos finden sich auf Wikisource: Proofread.

Update 31. August 2007:

Es kam die Frage, wozu die beiden neuen Namensräume dienen. Das hatte ich tatsächlich vergessen. Im Namensraum „Seite“ werden die einzelnen Seiten gegen den Scan transkribiert bzw. korrekturgelesen. Der Index-Namensraum nimmt pro Projekt eine Seite auf, die Links zu den einzelnen Seiten enthält, also eine Indexseite ;-). Im Hauptnamensraum verbleiben damit also nur die Seiten, die die Angaben zum Werk und den zusammengestellten Text enthalten. Eventuell auch als Unterseiten, wenn der Text nach Kapiteln oder ähnlichem zusammengestellt wurde.

Warum Geisteswissenschaftler für die Wikipedia schreiben sollten

Kersten Knipp vom Deutschlandfunk hat einen sehr interessanten Beitrag über die Academy und die Wikipedia gemacht. Interviewt wurden Gudrun Gersmann, Markus Mueller und Maha. Dass der Autor anfänglich Maha und Markus verwechselt und Markus zum Historiker macht, tut dem intelligent gemachten Beitrag aber keinen Abbruch.

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Academy 2007 – Tag 2

Also nach etwas kurzer Nacht da ich meinen Vortrag über Wikisource noch etwas tunen musste und da die Leichtatheltik-Weltmeisterschaft angefangen hatte, hielt mich das auch noch etwas vom zu Bett gehen ab. Erwähnte ich schon, dass die Plüschigkeit des Zimmers keinerlei negative Auswirkungen auf den Erholungswert des Bettes hatte? Wenn nicht tue ich es hiermit.

Am zweiten Tag waren zuerst die drei parallelen Workshops zu den Themen „Wissen teilen leicht gemacht: Eine kurze Einführung für Wikipedia-Einsteiger“, „Freie Lizenzen und ihre Rolle in der derzeitigen und zukünftigen Online-Publikationskultur“ und „Webbasierte kooperative Editionsverfahren am Beispiel des Projektes Wikisource“ auf dem Plan. Da ich den Vortrag über Wikisource gehalten habe, kann ich logischerweise nichts über den Verlauf der anderen beiden anderen Wokrshops sagen. Vielleicht geben ja Kurt und Matthias die diese Workshops ausrichteten, noch irgendwo einen Stimmungsbericht ab.

In der festen Annahme, dass mein Workshop der mit dem geringsten Interesse sein dürfte, wählte ich als Vortragsort die kleine nette Bibliothek der Akademie aus, in der auch schon Maha sein Interview gegeben hatte (Einen Eindruck davon gewinnt man auf dem Bild unten und in dem Beitrag im Nachtmagazin). Der Ort hätte hätte zum Thema auch sehr schön gepasst. Zuerst sah es auch so aus, als ob der Zuhörerkreis sehr übersichtlich bliebe, kurz vor Beginn strömten aber soviele Leute in den kleinen Raum, dass wir in den grossen Plenarsaal umziehen mussten.

Wer sich den sperrigen Titel meines Vortrages ausgedacht hat, weiß ich zwar nicht, aber ich ließ mich davon nicht weiter beendrucken. Ziel meines Vortrages war es, die versammelten Wissenschaftler davon zu überzeugen, dass auch unser kleines feines Projekt beachtenswert ist und von Wissenschaftlern genutzt werden kann und natürlich vll. auch einige der Zuhörer dazu bringen könnte uns zu unterstützen. Ich hatte mich darauf gefasst gemacht, dass sehr kritische Fragen und Bemerkungen kommen würden, wie sich Laien anmassen könnten Texte einfach so zu edieren und auch noch den Anspruch haben, dass sie das richtig gut und wissenschaftlich tun. Aber nichts dergleichen. Im Gegenteil. Mir schien, dass die Damen und Herren recht beeindruckt waren, was wir innerhalb kurzer Zeit und mit vergleichweisen primitiven Mittel zustande gebracht haben. Auf jeden Fall hat mir die Reaktion gezeigt, dass wir mit unserem Credo gleichzeitig wissenschaftlich zu arbeiten, aber auch für den interessierten Leser die Texte aufzubereiten voll ins Schwarze getroffen haben.

Und in etlichen Gesprächen nachher, wurde uns von vielen Seiten Hilfe und Unterstützung zugesagt. Und mein Eindruck war, dass einige der Wissenschaftler überlegt haben, wie sie Wikisource in ihre editorische Arbeit einbeziehen können.

Leider gibt es von den Workshops keine Fotos. Aber es gibt bewegte Bilder. Die zur Academy anreisenden Wikipedianer aus Berlin darunter auch unsere Video-Filmerin Julica waren auf der Anreise mehrfach im Stau steckengeblieben, so dass sie erst zum Ende des ersten Tages ankamen.

Nach einer kleinen Pause ging es dann weiter mit der Podiusmdiskussion „Perspektiven breitenwirksamer Wissenschaftskommunikation in den Neuen Medien“. Als Moderator der Diskussion konnten wir den ZDF-Journalisten Volker Panzer gewinnen. Und ich muss sagen diese Wahl war hervorragend. Man erkannte, dass er sich auf das Thema vorbereitet hatte und stellte kluge und interessante Fragen, so dass sich doch eine recht angeregte Diskussion über die Wikipedia im Allgemeinen, die Mitarbeit von Wissenschaftlern, die explizite Namensnennung von Fachleuten bei von diesen geschriebenen Artikeln und die Einbindung von Wissenschaftlern in die Wikipedia-Arbeit entwickelte. Worüber ich besonders verblüfft war, dass es ausser einem älteren Herrn, dessen Kritikpunkte sich mir nicht so recht erschliessen wollten, keinerlei prinzipielle Kritik an der Wikipedia mehr gab. Leider scheinen aber die Ängste der Wissenschaftler, dass ihre Namen nicht über den Einträgen in der Wikipedia stehen noch etwas grösser zu sein scheint, als ihr Interesse ihre Erkenntnisse und ihr Wissen auch der breiten Öffentlichkeit mitzuteilen. In der Diskussion wurde deutlich gemacht, dass der Name vll. nicht darüber aber zumindest darunter stünde, wenn z.B. Wissenschaftler ihre Arbeiten interessierten Wikipedianer zur Verfügung stellen würden, so dass diese Arbeiten zur Grundlage von Artikeln werden.

Aus all den Diskussion dieser zwei Tage ergab sich, dass es neben dem reinen Artikelschreiben durch Wissenschaftler viel mehr Möglichkeiten gibt uns zu helfen und damit das Wissen was diese zusammengetragen haben, zu propagieren und der breiten Öffentlichkeit darzubieten. Und wir haben ihnen gezeigt, dass dieses Projekt genauso ernsthaft arbeitet, wie ein Wissenschaftler in seinem stillen Kämmerlein. Ein wichtiger Anfang ist gemacht.

Academy 2007 – Tag 1

Zuerst muss ich mich bei meinen Lesern entschudligen. Leider habe ich es nicht mehr geschafft direkt von der Academy zu berichten, wie ich eigentlich versprochen hatte. Aber das Programm war so dicht gepackt und die Gespräche so hochinteressant, dass ich keine Zeit gefunden habe, noch einen Beitrag zu schreiben.

Deshalb nun die ganzen zwei Tage im Rückblick, nachdem ich gestern abend wieder zuhause eingetrudelt bin. Über die Vorbereitungen und unsere Anreise hatte ich ja schon ein wenig berichtet, deshalb der sofortige Einstieg in das Programm.

Eröffnet wurde die Academy durch Grußansprachen von der Präsidentin der Akademie  der Wissenschaften und Literatur in Mainz Frau Lütjen-Drecoll, der Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz Doris Ahnen und Frank. Außer der Aussage der Ministerin, dass sie auch fast täglich in die Wikipedia schaut und stolz drauf ist, dass die Veranstaltung in Mainz stattfindet, ist mir davon nicht viel erinnerlich. Das übliche zur Eröffnung solch einer Veranstaltung eben.

Danach hielt der Trendforscher und Kommunikationsdesigner Peter Wippermann einen Vortrag unter dem Titel „Wikipedia – Wirkungsbeschreibung, Rezeption und Relevanz“. Ehrlich gesagt kam die die Wikipedia nur am Rande vor. Mir kam es vor als ob hier ein Vortrag zum Thema Web 2.0 gehalten wurde, dem ein neuer Titel vorangestellt wurde. Die Wikipedia kam nur am Rande vor und das auch noch fehlerhaft. Der rhetorisch brilliant gehaltene Vortrag schürte Ängste und Befürchtungen über das Internet und seine aktuellen Möglichkeiten, was sich auch in der anschließenden Diskussion niederschlug

Zum Glück kam direkt danach Markus Mueller mit seinem Vortrag zum  Qualitätsmanagment innerhalb der Wikipedia. Und ich hatte den Eindruck und andere Wikipedianer auch, dass die Darstellung der mittlerweilen doch recht ausgeklügelten Qualitätssicherungs-Mechanismen angefangen bei der Eingangskontrolle, SLA,  QS, LA und Löschprüfung bis hin zu den Qualitätsprädikaten Lesenswert und Exzellenz die Zuhörer beeindruckt hat. Von der anfangs noch spürbaren Skepsis blieb nach diesem Vortrag kaum noch etwas übrig und man sah bei manchem Zuhörer regelrecht die Kinnlade runterklappen, als Markus zum Schluss den gesamten Prozess der Qualitätssicherung nochmal in der Überischt schematisch darstellte. Von der Vorstellung da darf jeder reinkritzeln was er möchte, war spätestens da nicht mehr viel übriggeblieben.

Den offziellen Abschluss des ersten Tages bildete dann die erstmalige Verleihung der Zedler-Medaille. Prof. Ulrich Schneider hielt einen sehr amüsanten und kurzweiligen Vortrag über das Werk Johann Heinrich Zedler und zog einige Parallelen zur Wikipedia. So forderte z.B. Zedler seine Leser auf Artikel einzusenden, die dann auch veröffentlicht werden würden. Dementsprechend gibt es in der Enzyklopädie Zedlers auch Einträge über kleinere Städte in epischer Breite, Selbstdarsteller und Fancruft. Nach einer kleinen Laudatio wurde dann dem Feuerbach-Experten Josef Winiger die Zedler-Medaille für seinen Artikel über Ludwig Feuerbach verliehen.  Die Jury, der die Namen der Autoren erst nach ihrer Entscheidung bekanntgegeben wurden, hatte dessen Arbeit einstimmig als die Beste angesehen. Und die Wikipedia kann stolz darauf sein, solch einen Autor, dessen Artikel mittlerweile über 20 teils euphorische Stimmen in der Exzellenz-Diskussion gesammelt hat, in ihren Reihen zu haben. Hoffen wir, dass er in der Wikipedia weiter mitarbeiten wird.

Zum Tagesausklang gab es bei einem leckeren Wein und gutem Essen zahlreiche Gespräche zwischen Wikipedianern und den Wissenschaftlern, wobei immer wieder erklärt werden mussten, warum wir das machen und wie das Ganze funktioniert.

Mehr Bilder von der Academy gibt es auf der Commonsseite zur Academy 2007. Und einen wesentlich seriösen Beitrag über die Academy gab es dann noch spätabends im Nachtmagazin. Zu der Zeit sassen die Wikipedianer unter anderem mit Josef Winiger schon längst im bereits gestern erwähnten Weinlokal, das im übrigen kein Imitat ist, wie mir die sehr süße Bedienung glaubhaft versicherte. Ich nehme das also zurück.

Update:

Mein Vortrag bzw. die Folien dazu sind mittlerweile auf Commons: Wikisource Academy 2007.pdf

Das Interview mit Frank mit dem SWR zur Academy und natürlich darf der WikiScanner auch nicht fehlen, aber klasse gemeistert von Frank: SWR2 Impuls

Interviews und letzte Vorbereitungen

Überraschenderweise habe ich wunderbar geschlafen. Der letzte Schlummertrunk

gestern abend hat natürlich auch seinen Anteil daran.

 

Und heute morgen beim Frühstück riefen schon der erste Journalisten an, die partout noch im Hotel ein Radiointerview machen wollte. Mit Mühe konnte er auf um 11:00 vertröstet werden, was dann aber im lauschigen Innenhof der Akademie wesentlich entspannter ablief. Das Interview wird um 16:30 auf SWR 3 gesendet.

 

Und gerade befindet sich Martin Hase im Fernsehinterview mit der ARD für die Tagesschau um 5. Eventuell wird das Interview auch nochmal im Nachtmagazin wiederholt.

 

Ansonsten treffen langsam die ersten Gäste ein und wir erledigen letzte Arbeiten.

Update 18:40:

Beitrag in der Tagesschau um 5 zur Academy. (Links auf Wikipedia klicken, dann gelangt man direkt dorthin ohne sich die ganze Sendung ansehen zu müssen)

Plüschigkeit kennt keine Grenzen

Ich sitze hier gerade mit Frank zusammen in einem Hotel der gehobenen 2-Sterne-Kategorie und freue mich, dass zumindest ein kleiner Teil der modernen Welt hier Einzug gehalten hat. Aber dazu später mehr.Modernes Wohnambiente

Heute morgen also in den Zug nach Frankfurt und in Göttingen Frank auflesen. Der kam etwas verschwitzt bei mir an, da er durch den ganzen Zug latschen musste, weil der Bahn halt einfiel die Waggons genau andersherum fahren zu lassen, als vorgesehen. In Frankfurt angekommen mussten wir erstmal die Video-Ausrüstung abholen. Also rein in die rasende Strassenbahn Nummer 11 und zum Filmhaus Frankfurt fahren, die solche Ausrüstungen verleihen. Die guckten uns zwar etwas an, wie wir das Zeugs zusätzlich zu unserem eigenen Gepäck tragen wollten, aber wir konnten sie beruhigen. Und als sie hörten, dass das für eine Veranstaltung der Wikipedia, brubbelte einer was von „unzuverlässig“ und „Brockhaus“.

Also schwer bepackt wieder in die Strassenbahn und zur Geschäftstelle des Vereins am anderen Ende der Stadt gefahren. Dort trafen wir Arne und Matthias und erledigten ein paar Restarbeiten wie Namenschilder schnippeln und solch Zeugs. Nebenbei wurden von Frank noch 777 Interviewtermine mit allerlei wichtigen und unwichtigen Sendern des Landes und des europäischen Auslandes vereinbart. Irgendwie scheints hat der blöde WikiScanner die Gedanken der Journalisten vernebelt. Warum denen erst jetzt auffällt, dass jeder, ja wirklich jeder, die Texte in der Wikipedia bearbeiten kann, wird mir wohl auf immer ein Rätsel bleiben. Zumindest fing irgendwie fast jedes Telefonat was Frank mit Journalisten heute führte mit „Academy“ an und hörte sehr schnell mit „Wikiscanner“ auf. Ich bin gespannt was dann morgen noch für „investigative“ Fragen auf uns zu kommen. Nun gut.

Gegen 21 Uhr trafen wir dann in diesem lauschigen Hotel ein und machten uns auf in die Gutsschänke Bachhof, die wir am Wegesrand zum Hotel entdeckt hatten. Das Ding ist zwar ein mäßig gelungenes Imitat eines Weingutes inmitten eines Wohngebietes, aber die Pommes zum Almschnitzel waren einfach nur genial.Finanzer hat WLAN

Und nun sitzen wir beide hier bei einem Absackerbier aus der Minibar und finden was wir nie zu hoffen gewagt hätten. Das Hotel, dessen plüschiges Mobiliar seit seiner Erbauung in den 1970er Jahren nur sehr vorsichtig dem modernen Geschmack angepasst wurde, hat WLAN!!!! Denn ansonsten ist das Modernste in meinem Zimmer der mitgebrachte Laptop. Und da mir die liebe Telekom mittlerweile auf mein heimisches Telefon- und DSL-Paket eine Telekom-Hotspot-Flatrate gepackt hat, sind wir tatsächlich online.

Aber morgen geht dann wirklich der Ernst des Academy-Lebens los. Ich freue mich schon sehr auf die Veranstaltung. Und natürlich werde ich euch auf dem laufenden halten.

Auf zur Wikipedia Academy

Morgen geht es also los. Ich werde morgen früh in den Zug steigen und nach Mainz fahren. In Göttingen schnappe ich mir in den drei Minuten Aufenthalt den Frank und ab geht es. Der doch in den letzten Tagen etwas arg gestresste Frank hat dann hoffentlich vor dem Rummel noch ein paar entspannte Stunden bis zu seinem großen Auftritt am Freitag zur Eröffnung der Zweiten Wikipedia-Academy. Es haben sich immerhin eine Ministerin, ein Staatssekretär und diverse Medien angemeldet. Also nichts wirklich weltbewegendes.

Was ist meine Rolle bei dem Ganzen? Eigentlich nur eine ganz kleine. Im Vorfeld habe ich Frank ein wenig mit Rat und eher weniger Tat beiseite gestanden. Der Großteil der Organisation lag aber Frank. Und ich wurde gebeten einen Workshop über Wikisource zu gestalten, was ich natürlich mit Freuden tue, und ich wurde gebeten viele, viele Fotos zu machen. Weshalb ich mich auch stolz „Offizieller Wikipedia-Academy-Fotograf“ nennen darf ;-) Und bewegte Bilder wird es auch geben. Die sind dann aber nicht von mir. 

In diesem Blog werde ich die nächsten Tagen sozusagen in Echtzeit die Academy dokumentieren und über Berichtenswertes berichten. Für alle die nicht dabeisein können, wird es viele Bilder geben und vll. schaffen wir es auch die ersten Videos online zu stellen. Ansonsten natürlich Informationen über die Vorträge, die Verleihung der Zedler-Medaille, die Gespräche mit den angereisten Gästen und natürlich auch viele persönliche Eindrücke.

Fortsetzung folgt

Frühe Arbeit über den Stein von Rosette

Jonathan Groß hat ein, wie mir scheinen möchte, sehr interessantes Buch über den Stein von Rosette aus dem Jahre 1823 bei Google Books gefunden. Kleiner Auszug aus dem Text den Jonathan der Edition voranstellt:

Dieser Stein ermöglichte dem Sprachwissenschaftler Jean-François Champollion 1822 die Entzifferung der ägyptischen Hieroglyphen, deren System seit einem Jahrtausend verloren war.

Im Lichte dieser Entdeckung befasste sich Wilhelm Drumann, Professor der Geschichte in Königsberg, mit dem griechischen Text der Inschrift. Seine kritische Edition enthält wertvolle Ergänzungen der beschädigten Stellen des Textes und erhellt den Hintergrund seiner Abfassung.

Die Edition steckt zwar noch in den Anfängen, aber sie wird mit Sicherheit eine Bereicherung für Wikisource darstellen. Und die wenigen Seiten, die schon da sind, geben eine spannenden Einblick in die frühe Zeit der Ägyptologie.

Siehe auch die Themenseite zum Stein bei Wikisource: Stein von Rosette.

Schießbefehl

Nun ist der sogenannte Schießbefehl, der die letzten Tage durch die Presse geisterte, bei Wikisource im Volltext verfügbar. Da ich aus der DDR stamme und selbst drei Jahre in der NVA gedient habe, ist mir vieles von dem in dem Befehl verwendeten DDR-Sprech noch sehr vertraut. Und um ein besseres Verständnis für solch ein Dokument zu schaffen, habe ich es mit einigen Anmerkungen und Erläuterungen versehen.

Das Dokument ist offensichtlich ein Befehl der einem Mitarbeiter (einen Inoffizellen Mitarbeiter schließe ich eher aus, dafür enthält es zuviele MfS-Vokabeln) des MfS vorgelegt wurde, bevor dieser seinen Schnüffel-Dienst in den Grenztruppen der DDR antrat und den dieser unterscheiben musste. Dieses Dokument ist also kein allgemeiner Schieß-Befehl an die Soldaten der Grenztruppen, wie gelegentlich in der Presse suggeriert wurde. Ein solcher wurde m.W. bisher auch noch nicht gefunden. Mit Sicherheit dürfte dieser Auftrag aber für alle MfS-Agenten gleich gewesen sein und wurde sicherlich von ganz oben im Ministerium in dieser Form abgesegnet.

Auch wenn es jetzt nicht DER Schießbefehl ist, ein die Denkweise der in der DDR politisch Verantwortlichen enthüllendes Dokument ist es trotzdem. Neben der schon durch die Presse mehrfach erwähnten Erlaubnis auch auf Frauen und Kinder zu schiessen, hat mich noch eine andere Passagen besonders erschreckt. Um die Flucht eines Grenzsoldaten zu verhindern, solle die Schußwaffe konsequent eingesetzt werden um den Flüchtenden zu „liquidieren“ und der Tote bzw. Verletzte sollte „der Einsichtmöglichkeit des Gegners“ entzogen werden. Das heisst erst sollte der Körper des Angeschossenen aus dem Blickfeld westlicher Beobachter gezerrt und dann Erste Hilfe geleistet werden. Menschenverachtender geht es kaum noch.

Open Library

Torsten Kleinz, ja genau der der immer im Heise Newsticker über die Wikipedia schreibt, berichtet in einem Zeit-Artikel über das Open-Library-Projekt. Keine Angst die sind noch keine wirkliche Konkurrenz zu Wikisource, die wollen erstmal „nur“ sämtliche Bücher der Menschheit bibliografisch erfassen. Aber irgendwann sollen die Bücher auch im Volltext zur Verfügung gestellt werden. Nun gut, schauen wir mal wie dieses, sagen wir mal, sehr ambitionierte Projekt so laufen wird. Ich bin sehr gespannt.

Neuigkeiten aus Wikisource

Soeben frisch eingetroffen ist ein Gerichts-Urteil aus dem Jahre 2004 eine Sammlung gemeinfreier Gedichte betreffend. Diese Zusammenstellung soll in großen Teilen von einem auch den Wikipedianern bekannten Verlag übernommen worden sein. Das Gericht sah die Freiburger Anthologie als urheberrechtlich geschütztes Sammel- und Datenbankwerk an, die dem Urheberrechtsschutz unterliegt und untersagte dem Verlag die weitere Verbreitung der CD. Bei Wikisource ist das Urteil zu finden unter: Landgericht Mannheim – Freiburger Anthologie.

Die Arbeit an Schwere, Elektricität und Magnetismus von Bernhard Riemann, einer Vorlesungsmitschrift aus dem Jahre 1880, ist seit einigen Tagen abgeschlossen. Die Arbeit an diesem Werk hat damit rund 9 Monate gedauert und war durch die vielen mathematischen Formeln sehr aufwendig.

Von Andreas wurde in den letzten Tagen der mir unbekannte Roman Käthe – Der Roman eines Dienstmädchens von Gabriela Zapolska, einer polnischen Schriftstellerin und Dramatikerin, hochgeladen. Der Anfang liest sich recht interessant. Vielleicht hat ja jemand ein paar Informationen zu dem Werk, leider gibt auch die Wikipedia kaum etwas zur Dame und ihrem Werk her.

Und zum Schluß noch ein Hinweis auf das ultimative Wannengedicht: Mein Wannenbad.

Update:

Als Monopolisierung von Daten und Unsinn bezeichnet Klauf Graf bei Archivalia das Urteil. Eine Diskussion darüber ist auch im Skriptorium entstanden.

Der Roman Käthe ist ein Teil eines Projektes zurSammlung von Sachtexten und Belletristik über Dienstboten und Gesinde. Danke an Andreas für den Hinweis

Wer schreibt in der Wikipedia?

Für den Paranoiker in uns verweise ich mal auf diesen Artikel im Heise Newsticker. Vermutlich wird es nicht lange dauern, bis es das Ding auch für die deutschsprachige Wikipedia gibt.

Update:

Schön, dass es mittlerweile auch hier, hier und hier gefunden wurde. Nur erwähnt mal wieder keiner der heroischen IT-Journalisten, dass es das Ding nur für die englische Wikipedia gibt.

Update 2:

Und manche meinen der Ruf der Wikipedia sei im Keller. Belege dafür werden natürlich nicht gebracht. Und wieder vergisst man zu erwähnen, dass das Ding derzeit nur für die englische Wikipedia vorhanden ist. Was aber einige Trolle Personen nicht weiter interessiert und dieses Machwerk diesen Artikel als Beleg für alle Schlechtigkeiten der WP-Admins anführen.

Update 3:

Und in den Fragen zur Wikipedia ist es nun auch angekommen. Und nach 3 Tagen hat es auch T-Online gefunden. Wow.

Warten wir einfach mal ab, welche Sau als als nächstes durchs virtuelle Wikipedia-Dörfchen getrieben wird.

Wikisource -Themen und Projekte, Teil 2

Nun hat der dritte Teil meiner kleinen Serie zu Wikisource leider etwas länger gedauert, als ich eigentlich geplant hatte. Heute möchte ich mich dem Thema Literatur bei Wikisource widmen natürlich ist die Auswahl wie immer subjektiv und völlig unrepräsentativ. Es gibt noch vielmehr schönes bei uns zu entdecken. Und auch hier wieder meine Schmöker- und Stöber-Empfehlung: Zuerst sind da unsere Kategorien Versdichtung, Erzählprosa und Drama zu nennen. Aber auch in Blick in die Kategorie Autoren kann sich lohnen, wenn man Werke eines bestimmten Autors sucht.

Aber erstmal eine Bemerkungen vorneweg. Leider sind die sogenannten Klassiker, wie Goethe, Schiller und Co. recht wenig bei Wikisource vertreten. Wir mussten im Laufe der Zeit leider einige Texte löschen, da für diese keine vernünftigen Textgrundlagen vorlagen. Wie im ersten Teil erläutert, wären dies Scans oder E-Texte einer Erstausgabe oder einer anderen maßgeblichen Edition. Und da mussten wir eben in den sauren Apfel beissen und die Texte löschen, was aber zu einigen Auseinandersetzungen und auch zu einem Sturm im Wasserglas im internationalen Wikisource-Skriptorium führte. Da die meisten der Werke aber sowieso von gutenberg.de oder von woanders im Internet nach Wikisource kopiert wurden, ist kein wirklicher Verlust eingetreten. Und die kleinen gelben Heftchen kosten ja nun auch nicht Welt.

Trotzdem kommt auch der Klassikerfreund bei uns auf seine Kosten. So finden sich zum Beispiel die von Friedrich Schiller herausgegebenen Zeitschriften Thalia und Neue Thalia, sein Geschichtswerk Geschichte des 30jährigen Kriegs, aber auch Kabale und Liebe, Ritter Toggenburg, Maria Stuart und noch einiges mehr. Bei Goethe sieht es leider etwas weniger gut aus, denn die meisten der aufgeführten Werke beruhen auf einer unbekannten Textgrundlage. Sie entsprechen damit zwar nicht unseren hohen Qualitätsansprüchen, für die Lektüre in der Schule oder zum Schmökern, sind die Texte natürlich trotzdem ok.

Ein Schwerpunkt unserer Literaturabteilung bilden die sogenannten „Verbrannten Dichter“. Die Werke dieser Dichter, die als „undeutsch“ und „schädlich“ gebrandmarkt wurden, wurden von den Nazis erstmals am 10. Mai 1933 auf einem Scheiterhaufen verbrannt. Von diesen Dichtern können wir bei Wikisource Joachim Ringelnatz, Kurt Tucholsky und den von den Nazis ermordeten anarchistischen Dichter Erich Mühsam präsentieren. Bekannt ist sicherlich der Kuttel Daddeldu von Ringelnatz. Empfehlenswert ist auch die Satire Hitler und Goethe – Ein Schulaufsatz von Kurt Tucholsky. Die meist kämpferischen Gedichte von Erich Mühsam sind sicherlich nicht jedermanns Geschmack, sind aber auch als Zeitdokumente aus dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts mit seinen Auseindersetzungen und Kämpfen hochinteressant. Als kleine Auswal ein eher poetisches Gedicht von Erich Mühsam, das mir sehr gut gefällt:

Spruch

Juni 1916

Wenn ihr mich weinen seht,
fragt nicht, warum.
Leid, das in Tränen steht,
tröstet sich stumm.

Wenn ihr mich fluchen hört,
stimmt mich nicht mild.
Zorn, der sich laut empört,
schmilzt, wenn er schilt.

Doch wenn ich trink und lach,
lad ich euch ein.
Freude wird grau und schwach,
bleibt sie allein.

Die Fabeln und Erzählungen von Christian Fürchtegott Gellert verdanken wir dem unermüdlichen Einsatz der bereits erwähnten Dame aus der historischen Gymnasialbibliothek hier in Hamburg. Das besondere daran ist, dass wir die Texte nach der Ausgabe von Gellerts Schriften aus dem Jahre 1769 transkribiert haben. Auch wenn moderne Ausgaben relativ wenig von dieser abweichen, finde ich es sehr schön wenn wir auch solch alte Ausgaben präsentieren können. Lese- und Schmunzelttipp: Das Gespenst

Eine Gedichtsammlung der etwas anderer Art und damit fast schon eine kleine Überleitung zum nächsten Teil meiner Serie ist die Gedichtsammlung Die deutschen Kaiser von Max Barack vorstellen. Dieses Buch aus dem Jahre 1888 enthält Gedichte über alle Kaiser von Karl dem Großen bis zum ollen Wilhelm 2. Und zu jedem der Herren gibt es noch ein hübsches Bildchen im typischen heroischen Stil des 19. Jahrhunderts. Hohe Dichteskunst ist sicherlich was anderes und für heutige Leser entwickelt die Reimeskunst auch eher unfreiweillige Komik, aber trotzdem eine nette Lektüre für den historisch interessierten Gedichtfreund.

Da sich natürlich literarische Texte hervorragend zum Vertonen eignen, ist der Anteil solcher Texte innerhalb unseres kleinen, leider etwas eingeschlafenen Projektes Gesprochene Wikisource sehr hoch. Und einige Perlen sind dort bereits zu finden Empfehlen kann ich insbesondere die von Kellerkind und Phantomkommando gesprochenen Werke. Hier zwei Links zu zwei gesprochenen Gedichten, die mir besonders gut gefallen (OGG-Format): An Land und Die Bürgschaft. (Eigentlich wollte ich die beiden hier mit so einem netten Player einbinden, was mir aber noch nicht so recht gelungen ist. Deshalb auf diesem etwas unbequemeren Wege.)

Und noch eine Empfehlung zum Schluss. In den letzten Wochen wurde eine spezielle Seite für Autorinnen aufgebaut, die Texte in Wikisource und andere Digitalisate im Internet auflistet. Da ist bereits einiges zusammengekommen. Viel Spaß beim Schmökern.

Wie immer konnte dieser Beitrag nur einen winzigen Ausschnitt über die Bandbreite an literarischen Texten bei Wikisource zeigen. Man hätte noch viel mehr Dichter und Autoren nennen müssen, wie z.B. Dante, Fontane, Annette von Droste-Hülshoff u.v.a.m.

Hinweis:

Leider habe ich mir mit Einstellen dieses dritten Teils den zweiten Teil (der war über die wissenschaftlichen Texte) zerschossen. Ich konnte den Text zum Glück aus einem Backup wiederherstellen, aber leider sind die Kommentare weg. Und die Bewertungen dieses Teils sind nun hier. Kann man leider nichts machen. Aber besser so, als wenn der Text komplett verschwunden wäre.

Könige unter sich

Die Arbeit bei Wikisource kann einen auch mal zum Schmunzeln bringen, auch wenn man denkt eher einen langweiligen Text abzutippseln. Ich habe heute ein paar Chronik-Einträge abgeschrieben und diese kleine Geschichte dabei gefunden:

Item do man zalt. M.cccc.xc. Do hatten die deütsche nacion ein groß bewegung gegen den frantzosen von wegen der Hertzogin von Britannien / alß die Maximiliano Römschem Künig vermahlet was / vnd in deütsche land wolt ziehen durch Carolem den Künig von franckreich gefangen / vnd zuo der Ee genummen / vnd Margaritam die dochter wider Maximiliano gesant. Do durch. v. hundert deütscher knecht / bey einer stat genant Selyn bewegt vnd antzünt / gesigten. gegen. v. dausent frantzosen / die sie erschluogen vnd verjagten.

Ist aber auch gemein. Da sucht sich der Maximilian 1490  eine holde Adelsbraut aus der Bretagne aus und dann fängt der französische König diese auf der Reise an den Hof Maximilians ab und ehelicht sie einfach selbst. Stattdessen schickt er die Tochter Maximilians Margarete zurück, mit der er schon seit einigen Jahren verlobt war und die bereits am französischen Hof lebte.

Aber wenn ich mir die Bilder der beiden Damen in der Wikipedia so anschaue, kann ich den guten Karl schon ein wenig verstehen. Und dass man sich hinterher deswegen ein wenig in die Haare geriet, ist ja nur allzu verständlich. So ging man unter Königs damals eben miteinander um.

Erweiterung für PDFs

Wie uns gerade Xarax im Chat stolz berichtet hat, hat er soeben eine Erweiterung für die Mediawiki-Software fertiggestellt, die die Möglichkeit bietet, auch in PDF-Dateien auf den Bildbeschreibungsseiten zu blättern, ohne vorher die Datei herunterzuladen und dann in einem externen PDF-Viewer anzuschauen. Eine ähnliche Funktion existiert bereits für DJVU-Dateien, so ähnlich hier hier schaut auch die Erweiterung für PDF aus. 

Und viel wichtiger für Wikisource: Damit können auch PDF-Dateien in die interne Korrekturlesefunktion eingebunden werden. Vorher mussten aus den PDF-Dateien die Bilder extrahiert werden und einzeln auf Commons hochgeladen werden. Hoffen wir, dass diese Funktionalität bald zur Verfügung steht.