[[Klausur (Kloster)]]

Klausur (von spätlat. clausura = Verschluss, claudere = schließen) bezeichnet den abgeschlossenen Teil eines Klosters. Als Wohn- und Lebensraum ist sie grundsätzlich nur der Klostergemeinschaft zugänglich, Außenstehende dürfen sie nicht betreten. Dieser Teil des Klosters dient als Ort des Rückzugs und der Besinnung für die Ordensmitglieder.

Auch wenn wir in einem ehemaligen Kloster, das nun eine Bildungseinrichtung des  Erzbistums Köln ist, getagt haben, ganz so streng war unser Wochenende nun doch nicht. Arbeitsreich war es auf jeden Fall. Was Internet und Mobilfunk anbetraf, taten die dicken Mauern und die etwas entlegene Lage aber ihren Teil, dass wir faktisch von modernen Kommunikationsmitteln abgeschlossen waren und uns tatsächlich irgendwie in Klausur fühlten.

Anreise der Vorstandsmitglieder (leider konnte drei Mitglieder des Vorstandes aus terminlichen und gesundheitlichen Gründen nicht) war am Freitag. Über den kleinen Abstecher in Köln berichtete ich ja bereits. Zusätzlich reiste unser Geschäftführer Arne und als Vertreter der Foundation die Chapters Koordinatorin Delphine Menard an. Da das Kloster kein Kloster mehr ist, gab es auch eine Kellerbar mit Selbstbedienung und Strichliste in der wir zuerst Angereisten die später Kommenden willkommen hiessen. Sowas hätten sich die Mönche wohl auch früher gewünscht. Aber wer weiß, Mönche sollen ja manchmal auch weltlichen Dingen nicht wirklich abgeneigt gewesen sein.

Ich möchte jetzt nicht lange über den Ablauf der Diskussionen und Beratungen referieren, sondern besser die Ergebnisse darstellen, die wahrscheinlich am meisten interessieren. Verständlicherweise kann ich hier nicht alle Punkte erwähnen, da natürlich auch vertrauliche Dinge beraten wurden.

Einig waren wir uns, dass wir unbedingt die Kommunikation mit den Mitgliedern und den Communitys der verschiedenen Projekte verbessern müssen. Da gab es in der Vergangenheit doch große Defizite. Erste Schritte in diese Richtung sind bereits gemacht. So ist am letzten Freitag der aktuelle Vereins-Newsletter erschienen (für Interessierte: Wikimedia News 09/2007 als PDF) und wird auch in Zukunft mindestens alle zwei Monate erscheinen. Eventuell schieben wir auch einige Sonderausgaben dazwischen. Der Umfang soll auf 4 Seiten, in Ausnahmefällen auch mehr erweitert werden. Mittelfristig ist auch der Druck von Papierausgaben denkbar.

Weiterhin soll bis Ende des Jahres die Webseite des Vereins aufgepeppt werden. Und wenn auch etwas absurd, aber der Verein goes Web 2.0 ;-) Bis Ende September wird es ein Vereins-Blog geben, auf dem die Vorstandsmitglieder aber auch andere interessierte Mitglieder Neuigkeiten, Kommentare, Meinungen usw. niederschreiben können. Die Kommunkation per Pressemitteilung sollte dann also endgültig der Vergangenheit angehören. Solche Beiträge wie dieser finden sich dann also in Bälde im Blog nebenan.

Außerdem haben  wir beschlossen Community-Aktivitäten wie den Schreibwettbewerb, Bilderwettbewerb, die diversen Workshops etc. systematischer und stärker zu fördern. Deshalbn haben wir für solche Aktivitäten ein festes Budget eingerichtet. Als Ansprechpartner steht in Zukunft elya zur Verfügung, die auch eigenständig über die Verwendung der Gelder entscheidet. Wenn also Bedarf an Zuschüssen für eine solche Veranstaltung oder die Übernahme von Reisekosten besteht, dann wendet euch bitte an sie. Da wir natürlich, wenn es um das liebe Geld geht, nicht ohne Bürokratie auskommen, wird sie euch das notwendige Prozedere mitteilen. Und der erfolgreiche Community-Tag im Vorfeld der diesjährigen Mitgliederversammlung wird im nächsten Jahr auf jeden Fall wiederholt.

Bis Ende des Jahres werden die bisherigen Informationsmaterialen (z.B. zur Wikipedia,  Wikisource) aktualisiert und um neue Broschüren und Flyer ergänzt. Geplant sind Informationen zum Verein und dessen Zielen, zu Commons und einigen anderen Themen. Gesprochen haben wir weiterhin über Ideen für die Academy der nächsten beiden Jahren, das Schulprojekt, das hoffentlich Anfang 2008 starten kann, wenn die Verhandlungen mit Sponsoren erfolgreich verlaufen. Die Zedler-Medaille soll nächstes Jahr natürlich wieder verliehen werden. Diesmal sogar in zwei Kategorien. Angedacht sind eine Medaille für Geisteswissenschaften und eine zweite für Naturwissenschaften und Mathematik. Hier sind wir in der glücklichen Lage bereits eine Zusage für die Bereitstellung des Preisgeldes zu haben.

Um die Erstellung und Verbesserung von Artikeln in der Wikipedia zu unterstützen, ist  vorgesehen, entsprechende Fachliteratur anzuschaffen und diese den Autoren gegen die Verpflichtung zur Artikelgenerierung als „Literaturstipendien“ zur Verfügung zu stellen.

Der Toolserver hat ein Budget für 2008 bekommen und auch die vom Verein unterhaltenen Server in Amsterdam sollen aufgestockt werden. Den genauen Umfang müssen wir aber davon abhängig machen, wieviele Spenden uns bis Jahresende erreichen.

Insgesamt kann ich sagen, dass die Klausurtagung erfolgreich war, da wir tatsächlich nicht nur Absichtserklärungen abgegeben haben, sondern für all die Dinge Verantwortliche und Termine benannt haben. Meine Aufgaben werden vorrangig im Bereich der Kommunikation liegen und da werde ich die nächsten Wochen und Monate gut zu tun haben. 

Und bevor ich es vergesse zu erwähnen, das Kölsch aus dem Fass in der Klosterkellerbar war köstlich. Und nach dem vielen Reden und Diskutieren tagsüber war das dann am späten Abend auch bitter nötig. 

Bildernachweis:

  • Kloster: Elke Wetzig, cc-by-sa 2.5
  • Vorstand: Delphine Menard, cc-by-sa 2.5

Duftwässerchen und Klausuren

Ab morgen bin ich mal wieder unterwegs. Es geht nach Marienthal in der Nähe von Köln zum jährlichen Klausurtreffen des Vorstandes von Wikimedia. Und wenn man schon mal in Köln ist, dachte sich der Frank, dann statten wir dem Duftmuseum von Farina gegenüber einen kleinen Besuch ab. Frank der sich in der Wikipedia insbesondere für Wirtschaftsgeschichte interessiert, nimmt am Schreibwettbewerb mit dem Artikel zur heute ältesten Eau de Cologne und Parfum-Fabrik der Welt in Köln teil. Da Frank schon vorab Kontakt mit dem Inhaber der Firma aufgenommen hatte, kommen wir in den Genuß einer exklusiven Führung durch das Duftmuseum und einem Gespräch mit dem heutigen Inhaber Johann Maria Farina. Auch wenn ich mit Duftwässerchen bisher nicht allzuviel zu tun hatte, denke ich, dass der Besuch ganz interesssant und witzig werden wird.

Anschließend geht es dann zusammen mit elya weiter nach Marienthal in ein ehemaliges Franziskanerkloster, wo uns zwei arbeitsreiche Tage erwarten werden. Wir sprechen u.a. über die Aufteilung der Aufgabengebiete innerhalb des neuen Vorstandes,  Lobbyarbeit und die Planung zukünftiger Projekte.

Auf jeden Fall werde ich euch über die Ergebnisse in Wort und Bild unterrichten.