Ohne von wirklichem Vorteil für die Allgemeinheit?

Heise Online verweist heute in einem Newsartikel auf ein Positionspapier der VG Wort in dem diese zuerst behauptet, dass im aktuellen Urheberrecht alles knorke sei. So wird zwar zu Recht daraufhingewiesen, dass es Schranken im Urheberrecht gibt, die es ermöglichen auf geschützen Werken aufzubauen und diese frei zu verwenden. Dass diese Schranken arg eng gesteckt sind, wird aber verschwiegen. Außerdem gibt es ja Creative Commons Lizenzen, mit denen man sowas explizit erlauben würde. Auch seien ja analoge und digitale Privatkopien erlaubt, ohne allerdings zu erwähnen, dass ein Kopierschutz diese Schrankenregelung wieder aushebelt.

Am dreistesten wird es aus meiner Sicht als Wikipedia-Autor und Wikisource-Mitarbeiter aber im Abschnitt 3 mit dem Namen „Hände weg von Schutzfristen“. Zitat:

. Eine Schutzfristenverkürzung würde das
geistige Eigentum der Urheber deutlich entwerten ohne von wirklichem Vorteil für die
Allgemeinheit zu sein.

Bei dieser Behauptung kräuselt es mir die Fußnägel hoch. Dazu gehört auch der Umstand, dass die Schutzfrist derzeit bis 70 Jahre nach dem TOD des Urhebers läuft und eine Verkürzung das „Eigentum“ der Urheber also überhaupt nicht entwerten kann, weil es nicht mehr sein Eigentum ist, sondern dass seiner Erben. Geschenkt.

Wichtiger ist mir aber der zweite Teil der Behauptung, der für mich überhaupt nicht nachvollziehbar ist. Dafür zähl ich einfach nur mal ein paar Dinge aus meiner langjährigen Erfahrung bei Wikipedia und Wikisource auf, die der Allgemeinheit sehr wohl nutzen würden:

  • In der Wikipedia klafft eine riesige Lücke bei der Bebilderung von Artikeln zu Themen, die das 20. Jahrhundert betreffen. Sei es der Erste und Zweite Weltkrieg, moderne Kunst oder Politik und Gesellschaft der letzten Jahrzehnte. Mit einer drastischen Verkürzung der Fristen, könnten viel mehr Artikel mit den Werken von Künstlern illustriert werden, könnten Fotos und Zeichnungen der Ereignisse in die entsprechenden Artikel eingebaut werden. Und das wäre kein wirklicher Vorteil für die Allgemeinheit?

Im Artikel bei Heise wird auf eine Studie verwiesen, die zeigt, dass die langen Schutzfristen die Verfügbarkeit von Werken sehr wohl behindern und damit von Nachteil für die Allgemeinheit sind. Die folgende Grafik zeigt die Anzahl der bei Amazon vorhandenen Werke, gruppiert nach Jahrzehnt des Erscheines.

Die gleiche Situation, natürlich mit dem Unterschied bei Werken aus den letzten Jahrzehnten, ergibt sich bei Wikisource, wie die folgende Tabelle zeigt:

Jahrzehnt des Erscheines Anzahl Werke bei Wikisource
1900er 1930
1910er 1187
1920er 1209
1930er 529
1940er 16
1950er 8
1960er 12

Die weiteren Jahrzehnte spare ich mir mal, da es da nicht besser wird. Die wenigen Werke aus den Jahrzehnten nach 1940 sind zudem fast alles Gesetze und Gerichtsurteile.

Ein paar wenige absurde Beispiel, was uns derzeit auf Wikisource nicht möglich ist:

  • Eine im Jahr 1901 erschienene Doktorarbeit über ein historisches Thema, wird erst im Jahr 2026 gemeinfrei, da der Autor diese im Alter von 19 Jahren schrieb und später als Gymnasiallehrer und -direktor arbeitete und nie wieder als Historiker auftauchte. Diese Arbeit ist sicherlich nur von wissenschaftshistorischem Interesse, immerhin wird aber von bekannten Historikern der Zeit auf diese Arbeit verwiesen. Vermutlich sind sich die Erben dieses Gymnasialdirektors überhaupt nicht bewusst, dass sie die Urheberrechte an dieser Arbeit besitzen, kommerziell auswertbar wären sie ohnehin nicht mehr. Ein Themengebiet bei Wikisource könnte mit dieser Arbeit aber abgerundet werden. Kein wirklicher Vorteil für die Allgemeinheit?
  • Die Werke der von den Nazis im Jahr 1944 ermordeten Frauenrechtlerin und Dichterin Frida Spandow, können bis zum Jahr 2015 nicht der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Bei Amazon gibt es überhaupt keine Werke von ihr und bei Google Books sind die Werke nicht einsehbar. Vermutlich sind ihre Werke verwaist, aber derzeit ist es nicht möglich ihre Werke bei Wikisource einzustellen. Wir würden es gerne tun und an sie und an viele andere von den Nazis Ermordeten erinnern. Das wäre kein wirklicher Vorteil für die Allgemeinheit?
  • Bei einigen Werken können wir nur den Text aber z.B. nicht die Illustrationen oder den künstlerischen Einband des Werkes zur Verfügung stellen, da diese weiterhin geschützt sind. Hier würden wir natürlich gern diese Werke in ihrer ganzen Pracht abbilden. Kein wirklicher Vorteil für die Allgemeinheit?
  • Bei Wikisource gibt es einige Texte zur Geschichte der Relativitätstheorie. Zitat Wikipedia: „Einsteins Hauptwerk, die Relativitätstheorie, machte ihn weltberühmt. Im Jahr 1905 erschien seine Arbeit mit dem Titel Zur Elektrodynamik bewegter Körper, deren Inhalt heute als spezielle Relativitätstheorie bezeichnet wird. 1916 publizierte Einstein die allgemeine Relativitätstheorie.“ Die Veröffentlichung dieser Arbeiten ist also mitllerweile rund 100 Jahre her. Nur wir können diese Arbeiten bei Wikisource nicht veröffentlichen, da diese erst im Jahr 2026 gemeinfrei werden. Die vollständige Darstellung der Geschichte eines der wichtigsten und folgenreichsten physikalischen Forschungsergebnisse, der Rezeption und Diskussion dieser Ideen wäre also kein wirklicher Vorteil für die Allgemeinheit?

Natürlich gibt es einige wenige Autoren deren Werke immer noch geschützt sind und die weiterhin aufgelegt und vertrieben werden, die allergrößte Masse der Werke steht derzeit aber der Allgemeinheit nicht zur Verfügung und Projekt wie Wikisource, die dies ermöglichen wollen, können dies schlicht nicht. Und ich empfinde es als eine Schande für  eine Kulturnation, dass so viele Werke auf Grund absurd langer Schutzfristen dem Vergessen anheimfallen.

Do what you can do – Eine Replik

Southpark hat heute in seinem Blog einen Beitrag gepostet, dessen Zielrichtung ich nicht verstehe und auch nicht verstehe was der Autor uns damit sagen möchte. Nun gut er möchte reflektieren über das was Freies Wissen im Allgemeinen und Wikipedia im Besonderen für die Welt bedeutet und worin die Zukunft der Wikimedia-Bewegung bestehen sollte. Da die Kommentarspalte eher für kürzere Texte geeignet ist, ich aber doch etwas genauer auf einige seiner Gedanken eingehen möchte, nehme ich seine Anregung zur Diskussion in Form dieser Replik auf.

In einem ersten Beitrag hatte sich Southpark bereits mit der Bedeutung Freier Lizenzen beschäftigt und zieht trotz der Kritik an seinen These weiterhin die Schlussfolgerung, dass diese für das Projekt eher randständig seien. Dass ich dies anders sehe, habe ich bereits ausführlich in den Kommentaren dargelegt. Deshalb nun zur Kritik des aktuellen Beitrages.

Katze als Entenmutter

Southpark stellt eine erste Grundthese auf:

 Grundthese: das, was Wikipedianer und Wikimedianer können, und was sie positiv von allen anderen abhebt, ist es eine Onlineenzyklopädie zu schreiben. Das mag jetzt auf den ersten Blick banal klingen, ist aber praktisch gar nicht so einfach.

Ich versteht das nicht (liegt vermutlich an mir). Beziehungsweise versteh ich nicht was er mir damit sagen möchte. Zumal er nicht vertieft was daran nicht so banal ist. Ich vermute was er sagen möchte, aber leider gibt es keine Hinweise, ob ich richtig liege.

Was mich aber wesentlich mehr stört ist der Umkehrschluss, der angeblich natürlicherweise möglich sei.

Und die Aussage erlaubt natürlich auch den Umkehrschluss, darüber was Wikipedianer und WIkimedianer nicht besser können als alles andere, und wo sie über keine besondere Kompetenz verfügen: alles außer eine Online-Enzyklopädie schreiben. Dann allerdings stellt sich die Frage: warum sollten sie es machen? Also jetzt nicht als Hobby, sondern mit großen Aufwand und quasi professionell?

Dieser Umkehrschluss ist aber eben nicht möglich, denn selbstverständlich sind Leute, die die Wikipedia schreiben in der Lage andere Dinge ebenso gut zu machen. Der erste Grund ist, weil diese Enzyklopädie zum aller größten Teil nicht von ausgebildeten und in der Wolle gefärbten  Enzyklopädieschreibern gemacht wird. Viele haben einen Job, in dem sie hoffentlich proffesionell arbeiten oder sind über ihr Hobby zur Wikipedia gekommen. Oftmals ein Hobby, das sehr intensiv und en detail ausgeübt wird. Es gibt bereits eine riesige Bandbreite an Kompetenzen, die die in der Wikipedia Mitarbeitenden besitzen, was man bei einem simplen Besuch eines Stammtisches herausfinden kann.

Hinzu kommt, dass sich viele der Wikimedianer Fähigkeiten angeeignet haben, die weit über das Schreiben von Enzyklopädie hinausgehen: Fotografieren als Offensichtlichstes, Recherchieren, Riesige Datenmengen sortieren, kategorisieren und einordnen, Programmieren bis hin zu eher exotischere Fähigkeiten wie Handschriften der Frühen Neuzeit lesen. Da stellt sich eher die Frage, warum diese neu erworbenen und die bereits vorher vorhandenen Fähigkeiten und Kenntnisse nicht besser und effektiver nutzen? Wissen erschöpft sich eben doch nicht nur in Enzyklopädie.

Und nur am Rande sei angemerkt, dass für Southpark alle Wikimedianer irgendwie äquivalent mit Wikipedianern  nur Enzyklopädie schreiben oder fallen die (zugegebenermassen wesentlich kleineren) Schwesterprojekte unter die Frage: Warum sollten sie es machen?

simba-wikipedia

Anschließend führt Southpark einige Erfolgsfaktoren für die Wikipedia auf, denen ich weitestgehend zustimmen kann, auch wenn der letzte Punkt schlicht das Resultat der Entscheidung ist, ein Wiki zu verwenden und (so meine ganz private Vermutung) Google zumindest anfänglich das Ranking der Wikipedia ein wenig angehoben hat, auch wenn sie es nie zugeben werden.

Southpark schlussfolgert daraus aber wieder sehr steil und auch wieder ohne Begründung:

Das können Wikip/medianer, und darum sollten sie es machen. Bei allen anderen Aktivitäten, bedarf es schon erheblicher Rechtfertigung, warum ausgerechnet Wikip/media sich dafür zuständig fühlen sollte.

und

 Bei allen Tätigkeiten, die nichts mit Online-Enzyklopädie zu tun haben, unterscheiden sich Wikipedianer nicht groß von ihren Mitmenschen. Sie sind auch nicht kompetenter als eine zufällig in der nächsten Uni zusammengesammelte Auswahl wäre.

Aber wie oben ziehe ich eher den gegenteiligen Schluß daraus, dass Wikimedianer sich nicht groß von der Umwelt unterscheiden, alles andere fände ich eher erschreckend, als den Fakt dass Wikimedianer nicht nur Lexikon schreiben.

Wie bereits gesagt Wikip/medianer haben über das Enzyklopädieschreiben Kompetenzen die auch für die Schaffung freien Wissens genutzt werden können und  werden. Zumal viele dieser Kompetenzen in einem langen und erfahrungsreichen Berufsleben erworben wurden und das Enzyklopädieschreiben erst in den letzten Jahren mühsam erlernt wurde. Ich für mich kann ziemlich gut einschätzen, ob ich ein besserer Programmierer, Enzyklopädieschreiber oder Transkriptor frühneuzeitlicher Handschriften bin.

Real Life. Wissen hinterhertragen. Es pädagogisch organisieren. Dafür Lobbying zu betreiben. Stände zu betreuen. Auf Messen zu gehen. Kompetente Ansprechpartner finden. Natürlich sind wir keine Totalversager in den Bereichen, und mittlerweile gibt es ja auch professionelle Hilfe. Aber wenn man in einem Bereich das weltbeste ist, fällt Brot-und-Butter-Arbeit in den anderen Bereichen natürlich viel mehr auf.
Sind wir pädagogisch besser als echte Pädagogen? Keinesfalls. Haben wir besondere Erfahrungen damit, Wissen offline zu vermitteln?

Gegenfrage:Vermitteln wir wiklich das Wissen, dass in der Wikipedia steht oder vermitteln wir nicht das Wissen über Wikipedia? Organsieren wir wirklich das Wissen pädagogisch oder wollen wir nicht eher dafür sorgen, das Pädagogen das gesammelte Wissen für ihre  Arbeit nutzen? Tragen wir das Wissen aus der Wikipedia/Wikisource/Wiktionary wirklich jemandem hinterher oder  versuchen wir nicht eher, dass Menschen ihr Wissen und ihre Fähigkeiten in die Projekte tragen? Vermitteln wir nicht eher Wissen ÜBER die Wikipedia und die anderen Projekte als Wissen AUS der Wikipedia und den anderen Projekten?

Da stellt sich eher die Frage: Wer soll denn sonst das Wissen ÜBER Wikipedia und Co. vermitteln, als denn wir? Und das wir das nicht so gut machen, wie ausgebildte Ausbilder, ist klar. Aber er erkläre mir, wie es denn sonst gehen soll.

Blödes Fernsehprogramm

Mein Fazit aus diesem Blogbeitrag von Southpark ist, dass dieser die Diskussion meines Erachtens nicht voranbringt.

Erstens wird der Einfluss und die Wichtigkeit der Freien Lizenzen für das ganze Projekt schlicht geleugnet, anstelle weiter zu diskutieren, ob das eigene Postulat wirklich stimmt und wie groß der Einfluss Freier Lizenzen wirklich ist oder eben nicht ist.

Zweitens wird der altbekannte Fehler gemacht Freies Wissen im Wikimedia-Universum auf Wikipedia und Enzyklopädie einzugrenzen. Dabei geht mal wieder die riesige Bandbreite an Wissensinhalten (Bilder, Texte, Wörterbuch, Lehrbücher etc.) flöten und die gezogenen Schlussfolgerungen können nur auf eher wackligen Füssen stehen.

Drittens erinnert mich die ganze Argumentation irgendwie an die Argumentation von Verlagen, Musik- und Filmunternehmen in Bezug auf das Internet. Weil es doch so wunderbar funktioniert und wir die Weltbesten sind, sollten wir uns am Besten nicht mehr ändern und alles so bleiben wie es ist. Und am besten sollte es in ein paar Jahren ein Wikipediaschutzrecht eingeführt werden und jeder der nicht innerhalb der letzten zwei Monaten mindestens einmal in der Wikipedia (die Schwesterprojekte gülden nicht) nachgeschlagen hat, sollte verwarnt werden und beim dritten Mal sollte sein Internet-Anschluss gesperrt werden.

Kurz und gut: Die Gedanken von Southpark sind in meinen Augen schlicht Wikipedia-Konservatismus und Wikipedia-Elitarismus. Keine Ahnung ob er das ernst meint oder nur provozieren möchte. Ich hoffe mal zweiteres und er hat ja offenbar sein Ziel erreicht. Und ich gebe zu die Bildauswahl von Southpark ist natürlich wesentlich subtiler :-)

Knol meldet sich ab

Es ist sicherlich keine allzu große Neuigkeit mehr, dass Google Knol abgeschaltet wird, Aber soeben hab ich folgende Mail erhalten. Ich hatte mich damals zwar angemeldet, aber nicht wirklich etwas beigetragen, insofern kann ich die Mail getrost ignorieren, möchte sie aber dennoch zur allgemeinen Kenntnis geben:

As part of Google’s prioritization of product efforts,
we will be retiring Knol.  From now through April 30th, 2012,
Knol will work as usual, but we’ve made it easy for you to download
your knols to file and/or export them to WordPress.com.
From May 1, 2012 through October 1, 2012, knols will no longer be
viewable, but can be downloaded and exported.  After that time,
knol content will no longer be accessible.  We hope that this timeline
provides you ample time to transition your content.
For more information, please visit our 
FAQ: https://knol-redirects.appspot.com/faq.html

Das Mysterium FAL

Ich habe [intlink id=“1170″ type=“post“]mich vermutlich geirrt bzw. bin vermutlich der mangelhaften deutschen Übersetzung[/intlink] der License Art Libre aufgesessen. Eine Diskussion in Commons hat mir aber gezeigt, dass sich die Situation bei der FAL mittlerweilen etwas geändert hat.

Wie bereits gepostet steht in der deutschen Übersetzung, auf die ich mich verlassen habe, in §3 folgender Satz:

Alle Elemente dieses Werkes müssen frei bleiben ; aus diesem Grunde ist es Ihnen untersagt, die Originale in andere Werke einzufügen, welche der Lizenz nicht obliegen.

Allerdings bezieht sich diese Übersetzung auf die Version 1.1. Mittlerweile gibt es aber die Version 1.3, die in diesem Punkt ergänzt wurde. Und das hatte ich übersehen. In dieser Version wurde der §3 um folgenden §4 ergänzt (englische Übersetzung, wie gesagt eine deutsche Übersetzung der Version 1.3 existiert nicht):

Incorporating this work into a larger work that is not subject to the Free Art License shall not challenge the rights granted by this license.

If the work can no longer be accessed apart from the larger work in which it is incorporated, then incorporation shall only be allowed under the condition that the larger work is subject either to the Free Art License or a compatible license.

Eine grobe Übersetzung meinerseits:

Das Einfügen dieses Werkes in ein größeres Werk, dass nicht der Free Art License unterliegt, darf die Ausübung der mit dieser Lizenz erteilten Rechte nicht behindern.

Wenn  das Werk nicht mehr einzeln vom größeren Werk in das es eingefügt wurde, verwendet werden, dann ist das Einfügen nur erlaubt, wenn das größere Werk selbst der Free Art License oder einer kompatiblen Lizenz unterliegt.

Damit sieht die Situation natürlich wesentlich anders aus, als noch von mir beschrieben. Da zumindest innerhalb der Wikipedia auf ein Bild noch getrennt vom größeren Werk zugegriffen werden kann, ist also ein Einfügen von Bildern unter der FAL in Wikipedia-Artikel zulässig. Und da zumindest bei dem Bild, was von mir als Beispiel angegeben wurde, nur die Lizenz ohne Versionsnummer angegeben wurde, sollte auch die Verwendung außerhalb der Wikipedia keine größeren Probleme darstellen.

Vermutlich werden die entsprechenden Fotografen bei neuen Bilder explizit die Version  1.1 auswählen, die Lizenz lässt dies zu, was dann auch wieder die beschriebenen Nachnutzungsschwierigkeiten, auch in der Wikipedia, hervorrufen würde.

Infobrief des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages über Wikipedia und Co.

Der wissenschaftliche Dienst des Bundestages hat Anfang Juli 2011 eine Analyse des ehrenamtlichen Engagements für frei verfügbares Wissen in Internet, insbesondere in Form der Wikipedia,  erstellt. Der Infobrief ist eine lesenswerte, allerdings nicht allzu tief schürfende, Lektüre. Offenbar gemeint als eine erste Einführung für nicht ganz so Wikimedia-affine Abgeordnete. Daran mitgearbeitet hat auch ein recht bekannter Wikipedianer, einfach mal bei den Autoren nachschauen.

Ein Zitat die unsere Volksvertreter hoffentlich zum Nachdenken anregt, von wegen Urheberrecht, Open Data, staatlichen Inhalten unter freien Lizenzen und Ahnlichem:

Derartige weltweite Wissensangebote stiften zweifellos einen großen gesellschaftlichen Nutzen. Es sind Angebote, die in dieser Art –Vielfalt, Tiefe und Weite – vielfach nicht kommerziell angeboten werden können. Es gibt sie dennoch. Sie tragen ganz offensichtlich maßgeblich zum Erfolg des Internets und zum Weltgemeinwohl bei.

Download (PDF): [download id=“19″]

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Warum Bilder aus Commons in der Wikipedia nicht nutzbar sind

oder wie man mit freien Lizenzen Nachnutzung verhindert

Dieser Artikel ist zumindest teilweise fehlerhaft. Siehe deshalb auch meinen ergänzenden Artikel [intlink id=“1211″ type=“post“]Das Mysterium FAL[/intlink].

Die Überschrift mag erstmal merkwürdig klingen. Aber ich denke, dass bestimmte Bilder aus Commons zumindest in der deutschsprachigen Wikipedia nicht nutzbar sind und damit nicht in Artikel eingebunden werden können.

Eigentlich wurde doch Commons genau dafür eingerichtet, um alle Wikimedia-Projekte mit Medien zu versorgen und eigentlich sollte man sich doch gerade bei Commons-Bildern keine Sorgen machen müssen. Und auf Commons werden doch nur Medien geduldet, die unter einer freien Lizenz stehen bzw. Gemeinfrei sind. So werde keine Bilder die unter Fair Use stehen und keine Logos geduldet, die zumindest in der deutschsprachigen Wikipedia als problemlos eingestuft werden. Wo ist also das Problem? Das Problem ist eine bestimmte Kombination von freien und unfreien Lizenzen, was auf Commons möglich ist.

Zum Hintergrund:  In den letzten Tagen sind RaymondAchim und Gnu1742 auf einige Aspekte Freier Lizenzen eingegangen, u.a. die schwierige Nachnutzung, fehlende Lizensierung bei Nachnutzern und die Unmöglichkeit bestimmte Lizenzen in einigen Medien überhaupt verwenden zu können.

Achim schreibt zwar:

Viele Bilder sind allerdings de fakto für so ein Blog wie dieses oder für Printmedien gar nicht nutzbar, weil sie als Lizenz die GFDL-1.2-only angeben

übersieht aber meines Erachtens einen wichtigen Punkt. Je nach dem gewählten Lizenzen-Mix wird nicht nur die Nachnutzung in bestimmten Medien behindert, sondern es kann sogar soweit gehen, das bestimmte Bilder auch in der deutschsprachigen Wikipedia nicht genutzt werden können.

Schauen wir uns als Beispiel dieses Bild auf Commons vom Miniaturwunderland in Hamburg an. Warum ich das Bild hier nicht einbinde sollte im Lauf meiner Erörterungen klar werden. Dieses und eine ganze Reihe weiterer Bilder weist einen, sagen wir mal, interessanten Lizenz-Mix auf. Als erstes die {de:Lizenz Freie Kunst|Licence Art Libre } (deutsch: Lizenz freie Kunst), dann noch die GFDL 1.2 only und die CC-BY-NC-ND. Nach meiner Meinung ist ein Bild mit solch einem Lizenzmix in der deutschsprachigen Wikipedia, von einer Nachnutzung in der großen weiten Welt ganz zu schweigen, nicht verwendbar. Dafür muss man sich die einzelnen Lizenzen einzeln und im Zusammenspiel anschauen.

1. Die in Frankreich entstandene Licence Art Libre ist extrem viral. Sie verlangt in §3 des Lizenztextes folgendes:

3. Eingliederung des Werkes
Alle Elemente dieses Werkes müssen frei bleiben ; aus diesem Grunde ist es Ihnen untersagt, die Originale in andere Werke einzufügen, welche der Lizenz nicht obliegen.

Was mit dieser etwas kruden deutschen Übersetzung aus dem Französischen gemeint ist, wird sehr klar im {de:Lizenz Freie Kunst|Wikipedia-Artikel} erläutert:

Dazu [zu den Lizenzbedingungen] zählt, dass jedes größere Werk, das das lizenzierte Werk enthält, ebenfalls unter diese Lizenz gestellt werden muss.

Da ein Wikipedia-Artikel in den allermeisten Fällen als eigenes Werk anzusehen ist, folgt daraus, dass ein Artikel in der Wikipedia in dem dieses Bild eingebunden ist auch unter der Licence Art Libre stehen müsste, wenn nicht sogar die gesamte Wikipedia, was schlicht unmöglich ist. Wenn ein Bild nur unter dieser Lizenz steht, kann es wohl in keinem Wikimedia-Projekt vernünftig verwendet werden. Fazit: Unter der Licence Art Libre  nicht verwendbar in der deutschsprachigen Wikipedia.

Nachtrag zur FAL: Eventuell bin ich hier einer Missinterpretation aufgessen, da die deutsche Übersetzung auf der Webseite der FAL einen wichtigen Satz unterschlägt. Ich hab gerade eine Mail losgeschickt, mit der Bitte mir die folgende Passage aus dem französischen Original zu übersetzen. Vll. kann ja aber auch hier jemand helfen:

3. DROITS CONNEXES.
Les actes donnant lieu à des droits d’auteur ou des droits voisins ne doivent pas constituer un obstacle aux libertés conférées par cette licence.
C’est pourquoi, par exemple, les interprétations doivent être soumises à la même licence ou une licence compatible. De même, l’intégration de l’oeuvre à une base de données, une compilation ou une anthologie ne doit pas faire obstacle à la jouissance de l’oeuvre telle que définie par cette licence.

2. Dass die CC-BY-NC-ND, also keine Bearbeitungen erlaubt, keine kommerzielle Nutzung erlaubt, keine völlig freie Lizenz ist, sollte unstreitig sein. Da aber die Wikipedia in ihren {de:Wikipedia:Grundprinzipien|Grundprinzipien} unter dem Punkt Freie Inhalte verlangt, dass:

die Inhalte […] unter einer Lizenz stehen, die eine Weiternutzung unter der Bedingung der Autorennennung und der weiteren Verbreitung unter gleichen Bedingungen (Copyleft) erlaubt

ist eine Nutzung unter der CC-BY-NC-ND  nicht möglich, da diese Lizenz Einschränkungen besitzt, die mit der Definition freier Inhalte nicht kompatibel ist. Fazit:  Unter der CC-BY-NC-ND nicht verwendbar in der deutschsprachigen Wikipedia.

3. Die dritte der Lizenzen ist eine besondere Zierde der privaten Rechtsfortschreibung: Die GFDL 1.2 only. Eine Lizenz die es so gar nicht gibt, denn die GFDL kennt nur diese zwei Anwendungsfälle: „GFDL, eine bestimmte Version oder jede spätere“ und „GFDL, ohne bestimmte Version“. (siehe Abschnitt 10 „FUTURE REVISIONS OF THIS LICENSE“ des Lizenztextes). Im zweiten Fall darf sich der Nutzer eine beliebige Version für die Nutzung aussuchen. Das Festnageln auf eine bestimmte Version ist nicht vorgesehen. Ich sehe darin eine unzulässige Veränderung der Lizenz, was im Endeffekt zu einer ungültigen Lizenz führt.

Aber mir geht es gar nicht nur um die Diskussion rechtlicher Feinheiten, denn da werde ich sicherlich kein allgemeingültiges Urteil vorgeben können. Was meines Erachtens ebenso die Nutzung in der deutschsprachigen Wikipedia verhindert, ist ein {de:Wikipedia:Meinungsbilder/GFDL_1.2-only_für_Dateien|Meinungsbild vom Dezember 2008}. In diesem hat sich die Community eindeutig gegen die Nutzung der GFDL 1.2 only ausgesprochen. Warum es möglich sein sollte den Willen der Community über den kleinen Umweg über Commons eine lange Nase drehen zu können, will sich mir nicht erschließen. Konsequenterweise dürften solche Bilder in der deutschsprachigen Wikipedia nicht mehr eingebunden werden. Fazit: Unter der GFDL 1.2 nicht verwendbar in der deutschsprachigen Wikipedia, da keine gültige Lizenz und nicht in der deutschsprachigen Wikipedia erwünscht.

Es ist also gar nicht so schwer Bilder oder andere Medien auf Commons unter eine freie Lizenz zu stellen, ohne dass diese in der Wikipedia verwendbar wären. Vermutlich betrifft dies eine gehörige Menge an Bildern, die dennoch in die Artikel eingebunden werden. Bis vor kurzem bin ich ja auch davon ausgegangen, dass man alle Bilder aus Commons problemlos verwenden könnte. Dem ist offensichtlich nicht so.

Ich sehe nur eine Lösung des Problems, jedes Medium muss mindestens eine Lizenz haben, die es ermöglicht diese Medien in allen Wikimedia-Projekten problemlos einzusetzen, also kompatibel zur CC-BY-SA der Wikipedia ist. Andere freie Lizenzen, die nicht dazu kompatibel sind, dürfen nur zusätzlich vergeben werden. Unfreie, nicht völlig freie Lizenzen und irgendwelche Privatlizenzen sollten hingegen überhaupt nicht geduldet werden.

Der hier diskutierte Lizenz-Mix, es gibt sicherlich noch andere interessante Ideen in diese Richtung, ist in meinen Augen auch kein Versehen, sondern auf Grund der gewählten Lizenzen eindeutig Absicht. Es geht hier darum, für die Nachnutzung möglichst hohe Hürden aufzubauen, so dass eine sinnvolle Nutzung nicht mehr möglich ist. Die Inhalte sollen möglichst exklusiv für die Wikipedia sein, ohne dass Andere daran partizipieren können.

Für mich ist das eine Verhöhnung der Grundsätze Freier Inhalte. Dass dabei auch die Möglichkeit der Nutzung der Inhalte in der Wikipedia als Kollateralschaden auf der Strecke bleibt, mag sicherlich unbeabsichtigt sein, wird aber offenbar in Kauf genommen. Dass damit auch viele nützliche und sinnvolle Verwendungen verhindert werden, scheint sowieso vollkommen egal zu sein.

Episoden, Charaktere und Pseudodeutsch

Vor einigen Tagen entspann sich im Blog nebenan eine Diskussion rund um das Thema Populärkultur in der Wikipedia. In den Kommentaren äußerte AndreasP folgendes (Hervorhebung, wie auch bei allen folgenden Zitaten, von mir):

Ich persönlich hätte auch in en.wikipedia viel lieber einen guten Sammelartikel über Serien, der über die üblichen DVD-Veröffentlichungsdaten, Einschaltquoten und Trivia hinausgeht, und dann vielleicht noch einen Sammelartikel über die Figuren (pseudodeutsch: Charaktere) und je einen über alle Folgen (pseudodeutsch: Episoden) einer Staffel, anstatt mich durch hunderte, oft genug redundante Kurzartikel über einzelne Figuren und Folgen durchklicken zu müssen.

Den Inhalt seines Kommentars kann ich insgesamt sogar zustimmen, aber stutzig machte mich seine Kennzeichnung der Worte Charakter für eine Figur in einem Film oder einer Fernsehserie und Episode für eine Fernsehfolge als pseudodeutsch. Nach seiner Meinung gibt es diese Worte in diesen Bedeutungen nicht und seien nur schlechte Übersetzungen aus dem Englischen, also vermeintlich schlechte Anglizismen, und sollten deshalb auch nicht in diesen Bedeutungen in der Wikipedia verwendet werden, dafür gäbe es bessere. Auch seien diese Bedeutungen nicht im gedruckten Duden zu finden (zum Online-Duden siehe weiter unten).

Da ich aber irgendwie das Gefühl beide Worte in den inkriminierten Bedeutungen auch weit vor Wikipedia-Zeiten gelesen und gehört zu haben, habe ich mich einfach mal auf die Suche gemacht und bin fündig geworden.

Charakter

Kommen wir zuerst zum Wort Charakter in der Bedeutung einer Figur, Person, Rolle in einem Film, einem literarischen Wern oder ähnlichem. Schauen wir also zuerst mal in die etwas älteren Lexika und Wörterbücher, um zu schauen, ob dieses Wort in der beanstandeten Bedeutung bzw. einer naheliegenden nicht schon etwas länger in Gebrauch ist. Zuerst lesen wir im Zedler:

Character, Kennzeichen, Merckmahl; solche sind nichts anders als von denen Künstlern erdichtete Figuren, die etwas bedeuten.

Das Wort Charakter in einem Satz mit Figur die von Künstlern erschaffen wurden. So weit ist das von der heutigen Verwendung nicht weg. Grimms Wörterbuch kennt das Wort in der Bedeutung einer fiktiven Figur allerdings nicht.

Aber in einem Artikel in der Allgemeinen Deutschen Biografie über den Schriftsteller Heinrich Laube wird für die Darstellung seiner Werke selbstverständlich Charakter für die Figuren in einem seiner Romane verwendet:

„Die Poeten“ nannte sich dieser Roman, der erste Theil der Trilogie „Das junge Europa“. Er ist völlig der breiten Entwicklung der einzelnen Charaktere gewidmet, die Briefform des Ganzen muß als primitives [766] Hülfsmittel dienen, die Erlebnisse der Einzelnen werden dürftig mit einander verflochten, die Einheit wird nur erzielt durch den Mittelpunkt jenes Schlosses, dem sie Alle zustreben; eine sicher arbeitende Hand bewies L. bereits in der Skizzirung derCharaktere, bei denen unter der Perspective einer Trilogie die Möglichkeit einer Entwicklung sorgsam vorgesehen ist, und der Roman schließt einheitlich damit, daß gewissermaßen jeder einzelne Charakterad absurdum geführt wird, einen völligen Wandel durchmacht und ganz neue Sphären sich öffnen müssen.

Auch sonst wurde im 19. Jahrhundert das Wort im Sinne von Figur oder Rolle verwendet. Das Werk „Ueber den Charakter Richard’s III. bei Shakespeare“ ist ein schönes Beispiel dafür. Und dass nicht der Charakter der Figur Richards III. gemeint ist, sondern die Figur selbst zeigt diese Seite. Ein Beispiel:

Mannichfaltigkeit der Charaktere! — Es ist wahr, wer den Versuch macht, alle Gestalten, die dieser Geist geboren, aufzurufen und vor sich zu versammeln — er vermag sie kaum zu überschauen, so erweitert sich vor seinen Blicken der Horizont und scheint sich in’s Unendliche zu verlieren.

Moderne Verwendungen, auch in Fachliteratur, liefert Google Books haufenweise. Einige wenige Beispiele:

Mode im Film: zur Kulturanthropologie zweier Medien – Seite 301 (Populärwissenschaftliches Werk von Daniel Devoucoux, Historiker, (frz.) Germanist und Skandinavist, lehrt an der Uni Dortmund)

In einer Kultur der dauernden Veränderung liefert der Film, vor allem der Un- terhaltungsfilm, noch relativ stabile Bilder, in denen die Welt klar geordnet erscheint und wo jeder Charakter klar gekennzeichnet und zu erkennen ist.

Contemporary costume design: Dress Codes und weibliche Stereotype … – Seite 15 (Dissertation)

 Obwohl generell alle Charaktere im Film unabhängig von ihrem Geschlecht „kostümiert“ sind, schreibt Jane Gaines speziell den weiblichen Kostümen eine prominentere Indikatorrolle zu.

„Man wird halt wieder Lieschen Müller.“- Der Weg deutschsprachiger … – Seite 44 (Magisterarbeit)

Das Rollenspektrum und seine Ausprägungen im Film waren so klar strukturiert, daß ein ambivalent gespielter Charakter den Zuschauer verunsicherte, wenn dieser am Ende des Films feststellte, daß sein Sympathieträger der Bösewicht war.

Und viele weitere Fundstellen mehr.

Und zum Schluss klappern wir noch die etwas jüngeren Wörterbücher ab:

Wiktionary führt auf [4] Theater: Rolle, die einen besonders ausgeprägten Charakter [2] aufweist. Duden.de kennt diese Bedeutung nicht. Das Digitalen Wörterbuch der Deutschen Sprache auch nicht. Hingegen findet sich im Pons die Bedeutung: 3. LIT (Figur). Auch das Wortschatz-Portal der Uni Leipzig führt als signifikante Konkurrenz und als Bedeutungsgruppe Figur auf.

Bei den Wörterbüchern ist das sicherlich ein etwas uneinheitliches Bild, aber nicht so, dass man behaupten könnte diese Bedeutung sei nun etwas völlig ungewöhnliches.

Insgesamt bleibt zu konstatieren, dass die hier untersuchte Bedeutung des Wortes Charakter in der deutschen Sprache bereits seit mindestens 250 Jahren etabliert ist und seitdem regelmäßig verwendet wird. Es mag sein, dass die Verwendung in letzter Zeit durch den Einfluss der amerikanischen und japanischen Popkultur (Computerspiele, Film, Fernsehen und Manga) wieder zugenommen hat, aber deshalb ist dies noch lange kein Pseudodeutsch und auch kein schlecht übersetztes Englisch.

Episode

Beim zweiten Wort Episode als Synonym für Serienfolge im Fernsehen oder in ähnlichen Medien, ist aus meiner Sicht ein Blick in das Spiegel-Archiv völlig ausreichend (Disclaimer: Der Spiegel-Verlag ist mein Arbeitgeber und Teile der Archivfunktion sind von mir programmiert worden. Deshalb weiß ich auch, dass man da vernünftig drin suchen kann ;-). Ich hatte auch ebenfalls versucht das Archiv des gedruckten Stern und der gedruckten  Zeit zu durchsuchen, was mir aber mangels angebotener Funktionalität nicht gelang (mag auch sein, dass ich einfach zu blöd bin die entsprechenden Funktionen zu finden).

Hier nur die frühesten Treffer aus dem Spiegel für den Suchterm „episode fernsehen“. Viele weitere lassen sich mühelos finden:

Der Spiegel 46/1972: Das Prinzip Unheil:

Deshalb ist das Grundprinzip aller Seifen-Opern zutiefst pessimistisch. Es kommt immer noch schlimmer, bevor es besser werden kann, und die als Möglichkeit stets vorhandene glückliche Lösung wird Tag für Tag weiter in eine unbestimmte Zukunft hinausgeschoben. Jede Tagesepisode — am Montag dieser Woche beispielsweise die 5499. von „As the world turns“ — endet mit einer dunklen Prophezeiung weiteren Unglücks.

Der Spiegel 45/1972: Zyniker auf der Hundehütte:

Charlie Brown und seine Freunde sind da: Letzten Sonntag sendete das ZDF die erste Episode einer siebenteiligen „Peanuts“-Serie.

Der Spiegel 51/1970: Gute Partner:

Die ARD bestellt für ihr „vorabendliches Unterhaltungsprogramm“ jährlich 330 dieser verlogenen Sendungen bei in- und ausländischen Filmgesellschaften. Eine Auswahlkommission der sieben Regional-Programme vergibt die Aufträge und entscheidet, welche Episode — Stückpreis bis zu 150 000 Mark — ausgestrahlt wird.

Der Spiegel 18/1970: Wacht auf:

Zum Beginn einer geplanten Kuba-Serie präsentiert es den besten und längsten (160 Minuten) Spielfilm der Castro-Ära: „Lucia“ von Humberto Solás, 27 (Montag, 27. April, 21 Uhr). Das Drei-Episoden-Werk ist ein Lehrstück über kubanische Geschichte und die Freuden der gewonnenen Revolution

Und hier der früheste Treffer. Bei etwas abgewandeltem Suchterm fänden sich vielleicht auch frühere Belege für die Verwendung von Episode im Sinne einer Serienfolge, was aber am End-Ergebnis nicht viel ändern würde.

Der Spiegel 34/1969: Sprint nicht an:

Der Intendant, die bereits vollendete und vom Rundfunkrat genehmigte „Bergmann“-Episode „Der Autokauf“ belegt es, hat nicht übertrieben

Wie man also sieht ist das Wort Episode in dieser Verwendung schon seit mehr als 40 Jahren normaler Bestandteil der deutschen Sprache. Vielleicht nicht ganz so häufig, das habe ich nicht geprüft, wie das Wort Folge, aber dennoch so häufig verwendet, dass es mühelos als Bestandteil des deutschen Wortschatzes betrachtet werden kann.

Außerdem verstehe ich nicht was an diesem Wort in Zusammenhang mit einer Fernsehserie falsch sein soll. Zwar definiert auch der Online-Duden das Wort in Bedeutung 4 als einzelne Folge einer Fernsheserie, aber zuallerst als

flüchtiges Ereignis innerhalb eines größeren Geschehens; unbedeutende, belanglose Begebenheit 

Aber selbst wenn man nur diese Definition hinzuziehen würde, dann ist die Verwendung für die Bezeichnung einer Fernsehserienfolge nicht ganz abwegig. In vielen Fällen werden ja kein allzu tiefschürfenden Begebenheiten in den einzelnen Folgen einer Serie erzählt. Man denke, besonders wenn man den zweiten Teil der Definition beachtet, da nur an die ganzen Soaps und Ähnliches. Und selbst wenn man eine Tatortfolge als Episode bezeichnet, so ist doch der erzählte Fall im Leben des fiktiven Kommissar doch wohl meist auch nur eine Episode.

Zusammenfassend also auch hier kein Pseudodeutsch und erst recht kein neumodischer Anglizismus oder eine schlechte Übersetzung aus dem Englischen.

Wikipedia Projekt Hamburgische Bürgerschaft – Die dritte

Auf Commons trudeln mittlerweile die ersten Bilder ein. Alle Bilder zu dem Projekt egal ob Abgeordnete, zum Gebäude oder zum Making-of finden sich in der Commons-Kategorie: Projekt Hamburgische Bürgerschaft.

Wikipedia Projekt Hamburgische Bürgerschaft – Tag 2

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Eigentlich wollte ich ja heute etwas länger schlafen, nachdem ich in der letzten Nacht mehr Zeit am Rechner verbracht habe, um den [intlink id=“1091″ type=“post“]ersten Teil meines kleinen Erlebnisberichtes[/intlink] fertigzustellen, was durch diverse technische Probleme doch arg verzögert wurde. Leider wurde dieses Vorhaben durch die recht lautstarken Sanierungsarbeiten am Dach des Hotels zur Reichskrone (Achtung arg angestaubter Insiderwitz!) zunichte (schreibt man das so?) gemacht.

Also dann etwas früher aufstehen als geplant, den gestrigen Artikel noch etwas tunen und auf zur Bürgerschaft. Auf dem Rathausmarkte begegnete mir dann erstmal eine hingrige und bettelnde Graugans die sich aus der nur wenige Meter entfernten {de:Kleine Alster|Kleinen Alster} aufmachte leichtere Futterquellen aufzutun, als auf fütternde Touristen zu warten. Diese musste erst mal, zwar etwas unscharf, fotografisch festgehalten werden und dient nun als Eröffnungsbild dieses Blogbeitrages.

Der fotografische Ablauf war im Prinzip wie gestern, gegen 14:30 Uhr trudeldeten die ersten Abgeordneten in der Bürgerschaft und auch in unserem „Fotoatelier“ ein. Um Punkt 15 Uhr wurde die Sitzung durch die Präsidentin der Bürgerschaft mit Hinweis eröffnet, dass vor dem Plenarsaal nun auch ein Wasserspender bereitstünde und man doch bitte die gebrauchten Becher in die entsprechenden Behälter entsorgen möge.

Im Laufe der Sitzung kamen dann doch recht viele Abgeordnetet, so dass es gelegentlich zu kürzeren Wartezeiten kam. Einige nahmen das eher stoisch hin und waren auch auflockernden Fragen und Bemerkungen nicht wirklich zugetan, andere, meist weibliche Abgeordnete, erfüllten den kleinen Raum mit fröhlichem Lachen. Um die noch fehhlenden Abgeordneten dazu zu bewegen sich noch für die Wikipedia ablichten zu lassen, wurden  verschiedene Taktiken angewendet. Olaf rief beispielsweise die jeweiligen Fraktionsgeschäftsführe an, um sie zu bitten die noch fehlenden Abgeordneten zu uns zu schicken. Abgeordneten die sich fotografieren lassen hatten wurden gebeten ihre Sitznachbarn, die noch nicht bei uns waren anzusprechen. Das ging in einem Fall gründlich daneben. Auf diese Bitte hin antwortete ein Abgeordneter sinngemäß: „Das kann ich nicht machen, der mag mich nicht. Den habe ich vor kurzem aufgefordert zurückzutreten.“ Nun gut, aber ihren Fraktionskollegen vor Ihnen, den könnten Sie doch vielleicht ansprechen. „Nein das geht leider auch nicht. Dem hab ich letztens eine Abmahnung geschickt. Sie müssen wissen ich bin Anwalt.“

Leider konnten wir rund 30 Abgeordnete nicht fotografieren und von den Mitgliedern des Senats war auch niemand bei uns. Einige entschuldigten sich sogar noch, nachdem wir bereits abgebaut hatten, dass leider sehr wenig Zeit gewesen wäre. Das bestätigte dann auch unseren allgemeinen Eindruck, dass man in solch einem Feierabendparlament anders planen und vorgehen muss, als in einem Parlament dessen Abgeordnete diese Tätigkeit hauptberuflich ausüben. Auch heute kam es deshalb nur zu sehr wenigen inhaltlichen Gesprächen, aber die waren sehr gut und können erste Kontakte in die Hamburgische Bürgerschaft sein.

Fazit der zwei Tage: Für mich als Wikipedia gab hochinteressante Einblicke in die Arbeitsweise der Bürgerschaft und vieler andere Beteiligter drumherum. Es hat viel Spaß gemacht und die Wikipedia wird durch viele Bilder und Verbesserungen an Artikeln bereichert. Bei weiteren Projekten in Landtagen und Bürgerschaften hier im Norden, und die sind ja geplant, zB wird ja Anfang 2012 in Schleswig-Holstein gewählt, bin ich auf jeden Fall wieder dabei.

Die heutigen Bilder sind eine kleine Ergänzung zu meinen gestrigen Bilder, und zeigen auch in einigen Bildern das Making-of dieses tollen Projektes.

Wikipedia Projekt Hamburgische Bürgerschaft – Tag 1

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In Nachfolge der beiden Landtagsprojekte in Hannover und Erfurt, gab es heute die dritte Auflage, diesmal in der Hamburgischen Bürgerschaft. Angetreten waren rund 10 Wikipedianer und einige Angestellte von Wikimedia Deutschland um die Abgeordneten zu fotografieren und mit Informationen rund um die Wikipedia zu versorgen.

Ankunft 12 Uhr im Hamburger Rathaus, das einerseits die Bürgerschaft und andererseits den Senat beheimat. Das Rathaus ist also gemeinsames Parlaments- und Regierungsgebäude von Hamburg. Nach dem Empfang des Besucherausweises, der uns berechtigte alle Bereiche innerhalb der Bürgerschaft zu betreten, sogar den Plenarsaal während der Sitzung, ging es erstmal an den Aufbau der Blitzanlage, wobei sich meine Mitarbeit im Hochtragen des Kastens erschöpfte. Untergebracht waren wir in zwei recht kleinen Räumen, die normalerweise von Journalisten für ihre Arbeit genutzt werden. An der Eingangstür prangte auch groß der Schriftzug „Nur für Rathaus-Korrespondenten“. In gewisser Weise waren wir das ja auch. Es war also noch genug Zeit, um sich in den noch leeren Räumen der Bürgerschaft umzusehen und Bilder zu machen (siehe Galerie unten).

Gegen 14 Uhr trudelten die ersten Abgeordneten ein und die ersten Abgeordneten wollten noch vor der Sitzung fotografiert werden. Der Beginn der Sitzung war für 15 Uhr angesetzt. Nun mögen sich einige fragen, warum dieser ungewöhnliche Beginn einer Parlamentssitzung. Aus dem Bundestag kennt man das doch etwas anderes. Im Gegensatz zum Bundestag und zu anderen Landesparlamenten erfolgte die Ausübung der Abgeordnetentätigkeit bis zur Bürgerschaftswahl 1997 als Ehrenamt. Dennoch wird die Bürgerschaft noch gelegentlich als Feierabendparlament bezeichnet, da das Bürgerschaftsmandat seitdem als nebenamtliche Tätigkeit gilt, die die Ausübung eines anderen Berufes nicht ausschließt. Und da wohl die meisten Abgeordneten noch einer anderen beruflichen Tätigkeit nachgehen, wurde und wird der Beginn der Sitzungen auf den Nachmittag gelegt und die Bürgerschaft tagt dann bis in den frühen Abend, heute bis kurz nach 21 Uhr. Das späte Ende dürfte auch der Grund gewesen sein, dass sich nach Schliessung der Sitzung die Bürgerschaft quasi schlagartig leerte.

Bis zum Ende der Sitzung konnten knapp die Hälfte der Abgeordneten fotografiert werden, wobei vertiefende Gespräche zu unseren Anliegen und dazu wer wir sind und warum wir das machen leider Mangelware blieben. Die meisten Abgeordneten erschienen kurz und verschwanden wieder, weil beispielsweise die nächste Abstimmung anstand. Auch dies dürfte u.a. dem ungewöhnlichen Charakter der Hamburgischen Bürgschaft geschuldet sein. Aber der Geschäftsführer einer der kleineren Fraktionen erkundigte sich mehrfach, wie denn der Stand bei den Fotografien seiner Schäfchen sei und brachte nachdem sich noch keiner „seiner“ Abgeordneten bei uns eingefunden hatte, mehrfach Abgeordnete seiner Fraktion persönlich zu uns. Erste Ergebnisse gibt es auf der Projektseite in der Wikipedia und auf Commons.

Ansonsten geht es in den Räumen und Gängen der Bürgerschaft fast familiär und kuschlig zu. Das Rathaus wurde im Jahr 1886 gebaut und seitdem kaum an die Bedürfnisse eines modernen Parlaments angepasst. So stehen die Journalisten mit ihren Foto- und Video-Kameras neben und hinter den Abgeordneten im Plenarsaal. Die Ausstattung insgesamt ist recht antiquiert und Besucher und Journalisten müssen doch mit recht spartanischen Plätzen vorlieb nehmen.

Ein kleinen Eindruck von der Bürgerschaft und dem heutigen Projekt bieten die obigen Bilder. Wenn notwendig werde ich noch einige der Bilder auf Commons hochladen. Da aber viele gute Fotografen mit einer wesentlich besseren Ausrüstung ebenfalls in Hamburg sind dürfte dies kaum notwendig sein.

Wikisource hat einen Wert von 96.300 Dollar

Wenn man dieser Statistik bzw. Berechnung Glauben schenken darf (wobei ich nicht weiß wie die zustande kommt), hätte Wikisource derzeit das Potential täglich 256 Dollar an Werbeeinnahmen zu generieren und damit einen angenommen Wert von 96.300 Dollar. Wikipedia könnte tägliche Werbeeinnahmen von  396.264 $ verbuchen und hätte einen Wert von 141 Mio. $. Ich vermute aber, dass der wahre Wert der Marke Wikipedia um einiges höher liegen dürfte. Spielereien von Suchmaschinenoptimierern eben.

Beitragsersuch

Das Bremer Sprachblog berichtet in einem Beitrag über einen Fall der Theorietablierung, in diesem Falle muss man wohl eher von Begriffsetablierung sprechen, durch die Wikipedia. Wenn auch eher klein, ist das trotzdem ärgerlich. Der 17 zusätzliche Vorname eines neuen Wirtschaftministers fällt irgendwann auf, in randständigeren Themen setzt sich sowas alleine schon durch die zahlreichen Wikipedia-Klone im ganzen Netz fort.

Kurz zu den Hintergründen der Geschichte: Der Autor des Blogs, der Bremer Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch, suchte gestern eine griffige Übersetzung für den englischen Ausdruck Call for Papers und fand im  Wikipedia-Artikel zu diesem Begriff dafür die deutsche Übersetzung Beitragsersuch. Stefanowitsch weist aber nach, dass dieser Ausdruck erst durch die Wikipedia in die Welt kam.

Mal wieder ein schönes Beispiel dafür, dass das seit längerem übliche Verlangen von Nachweise für Aussagen in Artikeln kein leeres Gerede gelangweilter Autoren und Admins ist.

Update:

Mittlerweile wurde das schöne Wort Beitragsersuch aus dem Artikel entfernt.

Drei Banken in Hamburg

Wenn es drei iranische Banken in Hamburg gibt, eine Google-Suche legt dies nahe, dann habe ich alle drei seit heute auf Bild gebannt. Und Schuld dran ist Elya und ihre Liste der Bauwerke von Gottfried Böhm in der Wikipedia. Gottfried Böhm ist ein deutscher Architekten, der hierzulande einiges gebaut hat. Er ist der bisher einzige deutsche Träger des Pritzker-Preises, der bedeutendsten Auszeichnung in der Architektur. Und er hat auch ein Gebäude in Hamburg gebaut. Das einer iranischen Bank. Soviel wusste Elya schonmal und schickte mich vor zwei, drei Wochen erstmal in die Deichstraße hier in Hamburg, in der zwei iranische Banken residieren.

Also ein paar Tage abgewartet bis hier Hamburg mal die Sonne schien und hingelaufen und die beiden Gebäude fotografiert. Und am Abend dann das Ergebnis stolz im Chat vermeldet. Aber nix war, es waren die falschen Banken. Die richtige Bank, die Europäisch-Iranische Handelsbank, steht ganz woanders, nämlich im Kontorhausviertel, Deppenau 2 (dass einige Straßen hier Hamburg so komische Namen haben, dafür kann ich nichts). Zum Glück befinden sich alle drei Banken in kurzer Entfernung zu meiner Arbeitsstelle, so dass die Bilder nur wenige Minuten Zeit beanspruchten. Und eine kleine Ergänzung der Bildergalerie zu Hamburg hier im Blog verdankt der Ausflug in die Deichstraße auch.

Nun gut, also wurde bei nächster sonniger Gelegenheit, was ein schweres Unterfangen hier in Hamburg sein kann, nun auch die dritte und letzte iranische Bank fotografiert und das Bild auf Commons hochgeladen. Und deshalb kann ich hier nun voller Stolz die Galerie der iranischen Banken in Hamburg präsentieren (die Nummer 2 war das eigentlich Objekt der Begierde):

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Und wie ich heute abend im Chat erfuhr, beschäftigt elya mit der Bildbeschaffung der Gebäude des Herrn Böhm, so einige Wikipedianer. Dabei kommt es auch zu einigen fotografischen Kollisionen, wie man der Diskussionsseite der oben erwähnten Liste entnehmen kann.

Kein Versehen mehr

Autor: Jerry7171, cc-by-sa 2.0
Fotograf: Jerry7171, CC-BY-SA 2.0

Frank hat mich gestern auf eine interessante Mediawiki-Erweiterung aufmerksam gemacht, die sich derzeit auf dem Testwiki in der Erprobung befindet. Demnächst gibt es keine Entschuldigung mehr, wenn einem aus Versehen, oder weil Katze, Hund oder sonstiges Hausgetier über die Tastatur latschen, ein Artikelentwurf verloren geht. Denn Trevor Parscal, der neue Software Entwickler der Foundation, hat die sogenannte Draft Extension geschrieben, also eine Erweiterung für Artikelentwürfe.

Bei Bearbeitung eines Artikels  wird alle 2 Minuten automatisch ein Entwurf gespeichert und ist nach einem eventuellen Mißgeschick auf der Edit-Seite des entsprechenden Artikels wieder abrufbar. Außerdem können alle eigenen Entwürfe auf einer Spezialseite eingesehen werden. Nicht endgültig abgespeicherte Entwürfe werden nach 30 Tagen entfernt. Es wird also  keine Datenmüllhalde angelegt.

Weiter Einzelheiten und Screenshot kann man im Blog von leŭksman nachlesen.

Auch haben wollen

Erik Möller schrieb vor wenigen Minuten auf der WP-Mailingliste:

Wir beabsichtigen, innerhalb der nächsten
zwei Wochen die bereits auf Wikibooks aktivierte
PediaPress-Technologie für die dynamische Generierung von PDFs aus
einzelnen Seiten oder Seitensammlungen auch auf der deutschen
Wikipedia zu aktivieren. Wir beginnen die Wikipedia-Aktivierung hier,
weil die Firma PediaPress aus Deutschland stammt, was die
Kommunikation über Änderungswünsche erleichtern sollte.

Das ist für die Wikipedia aus meiner Sicht sehr begrüßenswert, auch wenn ich mal prophezeie, dass es mal wieder zu längeren Diskussionen zwischen Befürwortern und Gegnern kommen wird.

Allerdings finde ich es schon etwas schade, dass unsere schon vor längerer Zeit in Bugzilla eingestellte Anforderung diese Erweiterung für Wikisource zu aktivieren, leider wohl schlicht und ergreifend ignoriert wurde.

Ich hab aber mal angefragt, ob das im Zuge der oben angesprochenen Aktion auch auf de-WS mit aktiviert werden kann. Warten wir es ab.

Wie war das jetzt mit der Spende

Avatar hat heute im Wikimedia-Blog ein neckisches Interview mit Nilz Bokelberg geführt, auf Grund seines Auftritts in der Sendung “Das perfekte Promi Dinner” vom 10. Juni 2007 (man beachte die letzte Ziffer der Jahreszahl), die VOX vor ein paar Tagen wiederholt hatte. Den Gewinn wollte Nilz zwischen Wikipedia und einem Obdachlosenprojekt aufteilen. Auch wenn schon etwas her, sehr lobenswert die Idee.

Leider verguß Avatar aufzuklären: Hat er oder hat er nicht ;-)

Und das Murmeltier hat gewählt

Jo, in einem spannenden Finale bin ich denn mal wieder zum Juror des aktuellen Schreibwettbewerbs gewählt worden. Also ab Abfang Aprtil heisst es dann mal wieder lesen, lesen, lesen und nochmals lesen. Neben dem Reh als Preis, gibt es hoffentlich auch viel spannende Lektüre zum bewerten. Und ich freue mich darauf die Mitglieder der Jury zur abschließenden Beratung im Real-Life zu treffen. Meine bisherigen Jury-Erfahrungen sind ja bisher immer nur aus dem Chat.

Und da ich gerade dabei bin was in meinem Blog zu schreiben, dann verwurste ich einfach mal was mir in den letzten Tagen über den Weg gelaufen ist:

  • Die Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland besitzt mittlerweilen einen Brockhaus
  • Wikisource hat nach offizieller Zählung mit {{NUMBEROFARTICLES}} mehr als 20.000 Werke. Die Zahl kommt insofern hin, da in den letzten Monaten etliche neue Werke neu angelegt wurden, aber auch Seiten die im Hauptnamensraum lagen, aber eigentlich nicht mit gezählt werden dürften, in den Seiten-Namensraum verlagert wurden (Ich schrub darüber.)
  • Wie sicherlich einige wissen, hatte meine Umbennung vorrangig mit meiner betriebsbedingten Kündigung durch das Unternehmen zu tun, in dem ich lange Jahre angestellt war. Seit 1.1. bin ich zwar wieder in Lohn und Brot, aber nein ich werde mich nicht wieder umbenennen. Und mir fiele sowieso kein sinnvoller Nick für das Unternehmen ein, in dem ich derzeit angestellt bin (obwohl wenn ich es recht bedenke würde mein alter Nick sogar noch besser passen als vorher). (Und für alle die auf den Link geklickt haben, der erste Teil des Namens wird NICHT englisch ausgesprochen, sondern französisch)
  • Zitat der Woche (der Philosoph Ulrich Johannes Schneider im Interview mit der FAZ):

Diese Gemeinde ist sehr groß, und sie besteht aus Laien ebenso wie aus Kennern. Es gibt bei Wikipedia sogenannte Exzellenz-Artikel, die von absoluten Kennern der Materie verfasst werden. Außerdem betreibt Wikipedia ein ausgezeichnetes System der Qualitätssicherung, das vor allem in der deutschen Version von Wikipedia sehr gut funktioniert. Das geben auch die Lexikon-Verlage durchaus zu. Wikipedia Deutschland hat die weltweit höchsten Standards, wenngleich das englischsprachige Pendant natürlich weit größer ist.

  • Dass die WP nicht immer so gut wegkommt, lässt zumindest dieser Abstract erahnen. Wer mag kann sich zurücklehne, denn es ging ja nur um die en.WP