Dez 27

Mrs. Finanzer und ich waren vor ein paar Tagen in der Ausstellung Tutanchamun – Sein Grab und die Schätze, die noch bis April hier in Hamburg gastiert. In der Ausstellung werden ausschließlich Nachbildungen der im Grab des vermutlich berühmtesten Pharaos gezeigt. Das aber in beeindruckender Art und Weise. Z.B. da dadurch alle Objekte, die ja über mehrere Museen verstreut sind, zusammen gezeigt werden können und weil ein und dasselbe Objekt in verschiedenen Zusammenhängen gezeigt werden kann.

Da in der Ausstellung das Fotografieren erlaubt ist, was für eine Sonderausstellung eher ungewöhnlich ist, möchte ich euch die Bilder natürlich nicht vorenthalten.

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Sep 12

Eigentlich wollte ich eine eigene Rezension zu dem Buch von Günther Schuler schreiben. Aber Poupou ist mir zuvorgekommen. Da die Rezension von Poupou auch meinen Eindruck beim Lesen gut wiedergibt, belasse ich es bei diesem Hinweis. Und sprachlich hätte ich es auch nicht besser hinbekommen.

Eine Sache möchte ich aber noch ergänzen. Hochinteressant ist die Behandlung der Bildlizenzen speziell der GNU FDL in diesem Buch, also der GNU Free Document License. Obwohl sich Schuler in einem Kapitel mit der GFDL auseinandersetzt, schafft er es auf der anderen Seite nicht die Bildlizenzen korrekt anzugeben. Im Bildverzeichnis finden sich einige Bilder von Wikipedianer und darunter auch eines meiner Bilder. Der lapidare Eintrag zu meinem Bild von Anneke lautet:

117 Wikipedia; Foto: Michail Jungierek; Lizenz: GNU 1.2

Was zum Geier ist GNU? Meint er die GFDL oder vll. doch die GNU General Public License oder sogar die GNU Lesser General Public License. Man weiß es nicht. Auch wurde der Text der GFDL nicht mitabgedruckt oder wenigstens ein Link zur GFDL mit angegeben. Um es deutlich zu sagen, die Verwendung der Bilder unter GFDL stellt so eine Urheberrechtsverletzung dar.

Und warum sich Herr Schuler bei meinem Bild gerade die GFDL ausgesucht hat, obwohl es auch unter cc-by-sa 2.5 steht, erschließt sich mir auch nicht. Aber wenn er sich die GFDL aussucht, dann soll er sie zumindest so erfüllen, dass man es akzeptieren kann. Dies ist hier definitiv nicht der Fall.

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Jul 31

Dank eines Eintrags bei Archivalia bin ich auf diese zwei sehr interessanten Beiträge in einer Sonderausgabe von kommunikation@gesellschaft zum Thema “Wikis-Diskurse, Theorien und Anwendungen” gestossen. Also zumindest mir waren die beiden Arbeiten bisher nicht bekannt, was aber natürlich nix heissen muss.

Im ersten Beitrag “Qualitätsaspekte der Wikipedia” fasst der Autor Rainer Hammwöhner verschiedene Beiträge zur Qualität in der Wikipedia zusammen und geht am Schluß auf eingene Arbeiten ein. In seiner eigenen Untersuchung aus diesem Jahr betrachtete Hammerwöhner 50 zufällige Lemmata aus Brockhaus und Wikipedia, die auch in der anderen Enzyklopädie enthalten waren. Sein Fazit: Bezüglich der thematischen Abdeckung und der formalen Absicherung durch Quellenangaben fällt das Urteil dieser Studie zugunsten der Wikipedia aus. Deren Artikel waren zudem ausführlicher. Die formale Korrektheit der Artikel – bis hin zur Orthographie – war hingegen im Brockhaus deutlich besser. Bei letzerem müssen mir viele auch hinterher räumen ;-)

Wenn ich es recht sehe, sind wir seit einiger Zeit von einem reinem Subjekt der Wissenschaft, das heisst einem Medium das Wissenschaft und Wissen reflektiert zum Objekt der Wissenschaft selbst geworden. Man fühlt sich irgendwie geadelt.

Einen sehr interessanten Ansatz präsentiert Hammerwöhner weiter unten. Er vergleicht den Themenkomplex Shakespeare in verschiedenen Wikipedien und vegleicht explizit die Qualität der Artikel in der englischen mit der deutschen WP. Wenig überraschend schneidet in diesem Bereich die en-WP besser ab. Da haben wir also noch ein wenig zu tun. Aber auch unsere Kollegen nebenan: Die Artikel sind jedoch, auch nach den Maßstäben der Wikipedia, nicht über dem Mittelmaß anzusiedeln.

In meinen Augen eine kenntnisreiche und sehr erhellende Arbeit. Da haben wir schon anderes gesehen. Auch die weiteren Beobachtungen zum Beispiel zu unserem genialen Kategoriensystem sind bedenkenswert.

Nun zur anderen Arbeit die ich mir durchgelesen habe: Machtvolle Wahrheiten. Diskursive Wissensgenerierung in Wikipedia aus Foucault’scher Perspektive. Ob des sehr hochtrabenden Titels war ich erst mal ein wenig skeptisch, was mich erwartet. Der Autor Christian Pentzold untersucht nicht die Qualität oder Verlässlichkeit, sondern legt seinen Schwerpunkt auf die Entstehung der Artikel.

Und leider muss ich sagen, dass meine Skepsis bestätigt wurde. Seitenlang ergeht sich der Autor in den Theorien des französischen Philosophen Michel Foucault ohne das klar wird was das mit der Wikipedia zu tun hat. Für mich als Laie einfach nur ermüdend. Und um es böse zu sagen, es erinnert mich an einen Kandidaten für die Exzellenten Artikel der wegen des OMA-Tests durchfällt. Und er sucht sich den Artikel Verschwörungstheorie aus, um anhand dessen Diskussionsseite die Theorien von Foucault zu untersuchen. Ob das nun das Paradebeispiel für die Untersuchung wie ein Artikel im Diskurs entsteht, mögen andere beurteilen. Zumal er in keinster Weise begründet, warum er diesen Artikel wählt. Und auch erwähnt er nicht ob dies der Normalfall oder ein Extremfall ist. Diskurse gibt es auch in weniger trolligen Diskussionen. Naja, vll. kann mich jemand erhellen. Hihi, und ich bin auch dabei. Aber lest selber :-)

Die Darstellung der Diskussion und des Edit-Wars ist dann wieder ganz witzig und nicht ganz unspannend zu lesen. Erst recht wenn man sowas schon hundertfach erlebt hat. Aber sich selbst so als Objekt der Wissenschaft zu sehen, ist schon eine interessanter Erfahrung.

Und ehrlich an diese Diskussion aus 2005 kann ich mich nicht wirklich mehr erinnern.

Also zwei recht unterschiedliche Arbeiten aus unterschiedlichen Blickwinkeln, die dem einen mehr dem anderen Leser weniger geben mögen.

Gute Nacht

Verweise:

  • Hammwöhner, Rainer (2007): Qualitätsaspekte der Wikipedia. In: Stegbauer, Christian / Schmidt, Jan
    / Schönberger, Klaus (Hrsg.): Wikis: Diskurse, Theorien und Anwendungen. Sonderausgabe von
    kommunikation@gesellschaft, Jg. 8. Online-Publikation: http://www.soz.uni-frankfurt.de/K.G/B3_2007_Hammwoehner.pdf
  • Pentzold, Christian (2007): Machtvolle Wahrheiten. Diskursive Wissensgenerierung in Wikipedia aus
    Foucault’scher Perspektive. In: Stegbauer, Christian / Schmidt, Jan / Schönberger, Klaus (Hrsg.):
    Wikis: Diskurse, Theorien und Anwendungen. Sonderausgabe von kommunikation@gesellschaft, Jg.
    8. Online-Publikation: http://www.soz.uni-Frankfurt.de/K.G/B4_2007_Pentzold.pdf
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