Archiv für die Kategorie ‘Wikimedia’

Schneechaos und Wikipedia

Unsere, zumindest teilweise kostenpflichtigen, Qualitätsmedien bild.de und abendblatt.de (mit Absicht keine Verlinkung) bedienen sich auch gern in den Artikeln der Wikipedia zum Winter 1978/79. Entdeckt beim Bildblog: Eiskalt abgeschrieben.


Wikisource twittert

Na gut nicht Wikisource selbst, sondern einer der Wikisource-Mitarbeiter. Seite einigen Tagen twittert Jens Bolm, welche Texte in Wikisource zweifach Korrektur gelesenen wurden und damit als fertig markiert auf Wikisource verfügbar sind. Über viele Follower wird er sich sicherlich freuen.

Da dies vermutlich meine letzter Beitrag in diesem Jahr sein wird, wünsche ich allen Lesern schonmal ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Und für alle die es diese noch nicht kennen, der Hinweis auf die entsprechenden Themenseiten bei Wikisource: Weihnachten und Jahreswechsel.


Ein Bild bei Kai Diekmann

File:Nva-ehrenwache.jpg

Vor einer geraumen Weile hatte ich über die Verwendung dieses Bildes bei Telepolis berichtet und die Geschichte hinter dem Bild erzählt.

Aber das schöne an so einem Blog ist ja, dass man Fortsetzungsgeschichten schreiben kann, auch wenn das nicht beabsichtigt ist. Über einen Backlink hierher wurde ich aufmerksam, dass genau dieses Bild vor ein paar Tagen auch woanders verwendet wurde. Und zwar im Blog des  Chefredakteurs der Bild-Zeitung Kai Diekmann in einem Beitrag mit dem Titel: Heraus zum 9000. Genossen!

Mein Bild mag zum Thema, nämlich der Genossenschaftsmitgliederwerbung der taz, passen oder auch nicht, was für mich natürlich keine Rolle spielt. Denn Herr Diekmann darf natürlich mein Bild verwenden, es steht ja unter verschiedenen freien Lizenzen. Er verguß nur die entsprechenden Lizenzhinweise und meine Namensnennung. Auf eine Abmahnung oder ähnlichen Unfug verzichte ich natürlich. Aber damit er auch in Zukunft ohne große rechtliche Probleme auf den Schatz von Wikimedia Commons zugreifen kann, habe ich ihm einen Kommentar in sein Blog gestellt und ihn auf eine korrekte Verwendung Freier Inhalte hingewiesen, verbunden mit einer kleinen Bitte. Und damit dieser Kommentar nicht aus Versehen verlorengeht, freigeschaltet ist er noch nicht, dokumentiere ich ihn auch nochmal hier:

Hallo Herr Diekmann, ich bedanke mich erstmal herzlich dafür, dass sie ein von mir vor ca. 20 Jahren gemachtes Foto, die NVA-Soldaten ganz oben, hier im Blog verwenden. Genau dafür habe ich es auf Wikimedia Commons, dem Medienarchiv das unter anderem die Wikipedia mit Bildern versorgt, veröffentlicht (http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Nva-ehrenwache.jpg). Nämlich, dass es jedermann für jeglichen Zweck ohne irgendwelche Kosten verwenden darf.

Eine winzigkleine Bedingung ist allerdings daran geknüpft: bei einer Verwendung muss mein Name und die oben kurz beschriebene Lizenz an geeigneter Stelle genannt werden. Beides ist offensichtlich nicht erfolgt.

Eine Abmahnung oder ähnlichen Unfug spare ich mir einfach und bitte sie einfach stattdessen zur Förderung Freien Wissens und Freier Inhalte, von denen sie hier gerade zumindest ein klein wenig profitieren, eine Spende an Wikimedia Deutschland zu entrichten. Das geht ganz einfach online unter:https://secure.wikimedia.de/spenden/ . Der Verein Wikimedia Deutschland unterstützt und fördert Freies Wissen, insbesondere die wohl allen bekannte Wikipedia, aber auch deren Schwesterprojekte, wie zB das oben erwähnte Medienarchiv Wikimedia Commons.

Vielen Grüße

Michail



Neuigkeiten aus Wikisource (7)

Vor ein paar Tagen hat Wikisource ein paar runde Grenzen überschritten. Erstens haben wir mehr als 5000 Gedichte und insegsamt mehr als 12.000 Werke. Außerdem gibt es mittlerweile mehr als 2000 Seiten zu Autoren.  Großen Anteil daran hatte die Erfassung und Erschließung einiger Sammelwerke, darunter z.B. Schillers Musenalmanach der Jahrgänge 1796, 1797, 1798, 1799 und 1800.

Da es seit geraumer Zeit Kritik daran gab, dass nicht alle Autorenseiten auch tatsächlich Autoren behandelten und Themenseiten für Personen auch nicht besonders passen sind, wurde eine neue Kategorie Personen eingeführt. Außerdem passte die Möglichkeit von Themenseiten schon deshalb nicht, da hier keine Personendaten zugeordnet werden können und auch keine PND zugeordnet werden kann. Die Autoren sind jetzt eine Unterkategorie der Personen. Mit Hife der dazugehörigen Vorlage, können nun auch Seiten angelegt werden, die Werke über Personen aufführen, ohne dass der Eindruck ensteht, dass diese Person Werke geschaffen hat.

Und überrascht war ich, als jemand die Fachkategorie Spezielle Relativitätstheorie einführte, wieviele Werke wir zu dem Thema mittlerweile haben. Für den an diesem Thema Interessierten ist das mittlerweile eine kleine Fundgrube geworden, die sich doch eher im Verborgenen entwickelt hat.

Die Anzahl der unkorrigierten Artikel in der ADB ist Anfang Juni auf unter 16.000 Artikel gesunken. Daraus resultiert, dass mittlerweile der Buchstabe I und der Band 55 vollständig korrigiert wurden.


Interessensgemeinschaft der Wikipedia-AutorInnen

Vor wenigen Minuten hat der Wikipedia-Autor Andreas Kemper auf der Wikipedia-Mailingliste einen Aufruf zur Gründung einer Interessengemeinschaft der Wikipedia-AutorInnen veröffentlicht. Einen Entwurf der Ziele dieser IG findet sich in der Wikipedia.

Laut der Mail soll der neue Verein die Interessen der Autoren gegenüber der Foundation vertreten, aber auch Rechtsberatung und Aufgaben übernehmen, wenn Autoren auf Grund ihrer Tätigkeit in der WP rechtlichen Problemen gegenüber stehen.

Erste Interessenten haben sich bereits auf der Wikipedia-Seite eingetragen.


Die gute alte DDR

Am 1. April wurden die ersten rund 5000 Bilder, die von der Fotothek unter eine freie Lizenz gestellt wurden, auf Commons hochgeladen. Wenn ich es recht gesehen habe, sind es ausschließlich Bilder des Fotografen Eugen Nosko, der in den 1970er und 1980er Jahren Industriefotograf im Auftrag volkseigener Betriebe und Kombinate war.

Und genau dies zeigen diese Bilder: Menschen, Produktionsprozesse, Arbeitsabläufe und Milieu der Industrie im einstigen „Arbeiter- und Bauernstaat“. Einige wenige Bilder, die mir als Ex-Ossi besonders ins Auge fielen, hab ich hier mal in einer kleinen Galerie zusammengestellt.

Irritiert bin ich über die Kritik die hier und da aufkam. Die Bilder die von der Fotothek bereitgestellt wurden seien enttäuschend, unbrauchbar und unenzyklopädisch. Auch wenn man nicht unbedingt alle Bilder hätte hochladen müssen, da sich doch einige Motive stark ähneln bzw. wiederholen, muss ich der Kritik widersprechen. Erstens handelt es sich, wie bereits erwähnt, um einen winzigen Bruchteil der insgesamt 250.000 Bilder.

Zweitens sehe ich die Bilder als wichtige Zeitdokumente der DDR-Industrie und teilweise des Alltagslebens. Viele Bilder zeigen, auch erst durch die vermeintlichen Wiederholungen, sehr schön die Formensprache und die Ästhetik der „sozialistischen“ Kunst. Da sehen wir zum Beispiel auf vielen Bildern lachende Bauern bei der Apfelernte, zufriedene Arbeiter beim Essen in einer sauberen Kantine und glückliche Urlauber im Ferienheim. Genauso wie bei vielen Bildern aus dem Bundesarchiv, handelt es sich bei den meisten Bildern von Eugen Nosko auch nur um Propagandafotos. Die Realität sah wesentlich trister und trüber aus.

Und drittens ist, zumindest für mich, Commons keine Exklusiv-Veranstaltung der Wikipedia, wo jedes Bild unbedingt Platz in einem Enzyklopädie-Artikel finden muss. Ob hingegen auf Commons private Urlaubsbilder unter einer freien Lizenz ihren Platz finden sollen, ist eine ganze andere Frage.

Natürlich erhoffe auch ich mir noch andere Bilder, als nur glückliche Arbeiter und Bauern in der sozialistischen Produktion.


Beitragsersuch

Das Bremer Sprachblog berichtet in einem Beitrag über einen Fall der Theorietablierung, in diesem Falle muss man wohl eher von Begriffsetablierung sprechen, durch die Wikipedia. Wenn auch eher klein, ist das trotzdem ärgerlich. Der 17 zusätzliche Vorname eines neuen Wirtschaftministers fällt irgendwann auf, in randständigeren Themen setzt sich sowas alleine schon durch die zahlreichen Wikipedia-Klone im ganzen Netz fort.

Kurz zu den Hintergründen der Geschichte: Der Autor des Blogs, der Bremer Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch, suchte gestern eine griffige Übersetzung für den englischen Ausdruck Call for Papers und fand im  Wikipedia-Artikel zu diesem Begriff dafür die deutsche Übersetzung Beitragsersuch. Stefanowitsch weist aber nach, dass dieser Ausdruck erst durch die Wikipedia in die Welt kam.

Mal wieder ein schönes Beispiel dafür, dass das seit längerem übliche Verlangen von Nachweise für Aussagen in Artikeln kein leeres Gerede gelangweilter Autoren und Admins ist.

Update:

Mittlerweile wurde das schöne Wort Beitragsersuch aus dem Artikel entfernt.


Wikimedium

Im Wikimedia-Blog wurde heute die neue Zeitung von Wikimedia Deutschland mit Namen WIKIMEDIUM vorgestellt. Die gedruckte Version wurde bereits am Wochenende auf der Mitgliederversammlung (Bericht darüber von Ziko im Kurier, dem ich allerdings nicht in allen Details zustimmen kann, aber egal) verteilt. Eine Online-Version im PDF-Format ist auch verfügbar.

Titel WIKIMEDIUM

In den Kommentaren wurde kritisiert, dass die anderen Projekte in der Erstausgabe praktisch nicht vorhanden waren. Das ist bedauerlich und auch nicht verwunderlich, kann aber leicht geändert werden, wenn man die Redaktion, insbesondere Catrin Schoneville, mit entsprechenden Infos zu den Projekten versorgt. Ich werde meinen Teil bezüglich Wikisource dazu beitragen.

Sehr löblich, dass die gesamte Zeitung unter der CC-BY-SA 3.0 steht. Ich kann mich noch gut erinnern, dass es deswegen beim Vorgänger, dem Wikimedia Newsletter, noch einige Diskussionen gab.

P.S. Wenn denn nicht wirklich eine vergilbte Zeitung mit Wasserrändern war, was ich eher nicht glauben mag, die gescannt wurde, dann lassen wir diesen Pseudoantiken Look des PDF bei der nächsten Ausgabe doch besser. Olle Zeitungen kann Wikisource wesentlich besser und sogar in echt.


Neuigkeiten aus Wikisource (6)

Es ist mal wieder Zeit und zum Glück auch Gelegenheit einige Neuigkeiten aus Wikisource der geneigten Leserschaft darzubieten:

  • Das Wichtigste gleich zu Beginn: Auf Wikisource befinden sich seit heute insgesamt 11.000 Werke. Damit hat die Neuanlage der letzten tausend Werke etwa 80 Tage gedauert. Dieser Bestand setzt sich u.a. zusammen aus über 4500 Gedichten, etwa 1300 Rechtstexten und fast 800 Texte die wissenschaftliche Sachverhalte darlegen. Hinzukommen über 1700 Autoren-, 187 Themen- und 84 Ortsseiten die den Gesamtbestand zumindest zu großen Teilen erschließen.
  • Mittlerweilen wurden von 18 Jahrgängen der Gartenlaube Scans und OCR-Texte auf Commons bzw. Wikisource verfügbar gemacht. Das sind rund 16.000 Seiten Text. Fast 200 Artikel wurden korrekturgelesen und sind als eigenständige Werke vorhanden.
  • Etwa ein Viertel des Gesamtbestandes von fast 120.000 Seiten in Wikisource wurde bereits zweimal korrekturgelesen. Ein weiteres Viertel wurde zumindest einmal korrekturgelesen.
  • Auch bei der ADB geht es gut voran. Mehr als 26 Prozent der Artikel wurden einmal korrekturgelesen und gute 5 Prozent bereits zweimal. Umgerechnet bedeutet dies, dass 6 Bände bzw. die Buchstaben A, B, C, D und X, Y komplett einmal korrekturgelesen wurden.

Drei Banken in Hamburg

Wenn es drei iranische Banken in Hamburg gibt, eine Google-Suche legt dies nahe, dann habe ich alle drei seit heute auf Bild gebannt. Und Schuld dran ist Elya und ihre Liste der Bauwerke von Gottfried Böhm in der Wikipedia. Gottfried Böhm ist ein deutscher Architekten, der hierzulande einiges gebaut hat. Er ist der bisher einzige deutsche Träger des Pritzker-Preises, der bedeutendsten Auszeichnung in der Architektur. Und er hat auch ein Gebäude in Hamburg gebaut. Das einer iranischen Bank. Soviel wusste Elya schonmal und schickte mich vor zwei, drei Wochen erstmal in die Deichstraße hier in Hamburg, in der zwei iranische Banken residieren.

Also ein paar Tage abgewartet bis hier Hamburg mal die Sonne schien und hingelaufen und die beiden Gebäude fotografiert. Und am Abend dann das Ergebnis stolz im Chat vermeldet. Aber nix war, es waren die falschen Banken. Die richtige Bank, die Europäisch-Iranische Handelsbank, steht ganz woanders, nämlich im Kontorhausviertel, Deppenau 2 (dass einige Straßen hier Hamburg so komische Namen haben, dafür kann ich nichts). Zum Glück befinden sich alle drei Banken in kurzer Entfernung zu meiner Arbeitsstelle, so dass die Bilder nur wenige Minuten Zeit beanspruchten. Und eine kleine Ergänzung der Bildergalerie zu Hamburg hier im Blog verdankt der Ausflug in die Deichstraße auch.

Nun gut, also wurde bei nächster sonniger Gelegenheit, was ein schweres Unterfangen hier in Hamburg sein kann, nun auch die dritte und letzte iranische Bank fotografiert und das Bild auf Commons hochgeladen. Und deshalb kann ich hier nun voller Stolz die Galerie der iranischen Banken in Hamburg präsentieren (die Nummer 2 war das eigentlich Objekt der Begierde):

Und wie ich heute abend im Chat erfuhr, beschäftigt elya mit der Bildbeschaffung der Gebäude des Herrn Böhm, so einige Wikipedianer. Dabei kommt es auch zu einigen fotografischen Kollisionen, wie man der Diskussionsseite der oben erwähnten Liste entnehmen kann.


CC Zero

Erkan Yilmaz hat im Chat gerade auf eine neue Lizenz von Creative Commons hingewiesen. Und zwar die CC0, gesprochen „CC Zero”, die dazu dienen soll allen denen, die ihr Werk eigentlich in der Public Domain, bzw. die Gemeinfreiheit sehen wollen, diese Möglichkeit zu geben, soweit die jeweilige Rechtslage dies zulässt.

Jemand der sein Werk unter die CC0 stellt, verzichtet damit vollständig auf jegliche Urheber- und damit zusammenhängende Rechte. Sollte dieser Verzicht aus Rechtsgründen nicht möglich sein, so z.B. in Deutschland, da dies ein Persönlichkeitsrecht ist, auf das man nicht verzichten kann, dann gewährt die Lizenz jedermann ein unbeschränktes, unwiderrufliches, nicht exklusives Recht zur Nutzung des Werkes für jegliche Zwecke. Für die Weiternutzung gibt es dabei keinerlei Auflagen, wie z. B. Namensnennung, Nutzung unter gleicher Lizenz oder das Verbot kommerzieller Nutzung etc.

Die Lizenz kann ebenso für urheberrechtsähnliche bzw. damit zusammenhängende Rechte genutzt werden, wie z. B. das sogenannte Datenbankrecht.

Für eine ausführliche Darstellung und Erläuterung der neuen Lizenz siehe den Beitrag im CC-Blog und die FAQ zur CC0.

P.S. Korrekterweise spricht Creative Commons nicht von einer Lizenz, sondern von einem Tool, einem Werkzeug, da ja Public Domain bzw. Gemeinfreiheit keine Lizenz sein kann. Derjenige, der dieses Tool verwendet, möchte ja deutlich machen, dass er wünscht, dass das Werk so verwendet wird, als sei es in der Public Domain bzw. als sei es gemeinfrei.

Ich habe in meinem Beitrag dennoch den Begriff Lizenz verwendet, weil er für den deutschen Rechtsraum wohl dennoch passender ist und auch nicht so sperrig beim Schreiben des Beitrags war.

Update (17. März 2009):

Eine deutsche Version des Blogbeitrages mit Ergänzungen bezüglich des deutschen Urheberrechtes gibt es im Blog von de.creativecommons.org. Den ersten Kommentar darf man getrost ignorieren, da dort offenbar jemand das Urheberrecht mit anderen Rechtsfeldern verwechselt.


Vier Millionen mal Commons und Wikisource ist dabei

Das Logo von Wikimedia Commons

Gestern meldete es ja schon der Kurier: Auf Commons befinden sich mittlerweilen über vier Millionen Dateien aller Art.

Dass unser kleines Projekt daran einen gewichtigen Anteil hat, kann ich mir natürlich nicht verkneifen zu erwähnen. Das deutschsprachige Wikisource-Projekt hat auf Commons insgesamt 321.356 Dateien hochgeladen, in der überwiegenden Mehrheit Scans von gemeinfreien Texten. Das sind mal eben mehr als 8 Prozent des Gesamtbestandes.


Inside Wikimedia

Vor wenigen Minuten wurde von der Wikimedia Foundation ein Video online gestellt, das einen kleinen Einblick in die Arbeit dort drüben überm großen Teich gibt. Derzeit liegt es nur auf englisch vor. An lokalisierten Versionen wird aber gearbeitet. Am besten klickt ihr nach Start des Videos auf den Button HQ, dann wird das Video in wesentlich besserer Qualität abgespielt.

YouTube Preview Image

Jay Walsh, der Pressesprecher Foundation, in einem Kurzinterview zu der Frage, ob für die Zukunft weitere solcher Videos geplant sind:

Diese Videos sind eine großartige Sache, um die Arbeit bei Wikimedia zu entmystifizieren. Also: Wer arbeitet hier? Warum tun die Angestellten genau das, was sie gerade tun? Was genau ist eigentlich die Aufgabe der Wikimedia Foundation?

Wir planen, noch weitere solcher Videos zu produzieren und vielleicht auch ein paar Podcasts. Ziel ist es, unsere Arbeit transparenter zu machen und den Benutzern der Wikimedia-Projekte und der Öffentlichkeit einen wirklichen Einblick darin zu geben, wie unsere gemeinnützige Organisation und wie die Wikipedia funktioniert.


Ein Bild bei Heise

File:Nva-ehrenwache.jpg

Als ich im Sommer des Jahres 1990 dieses Bild gemacht habe, dachte ich garantiert nicht, dass es jemals in einem Artikel über das Funktionieren von Propaganda landen würde. Geschweige denn dass ich wusste wer oder was der Heise Verlag ist, den es immerhin schon damals gab, oder dass an das Internet oder die Wikipedia zu denken war.

Das Bild ist wie gesagt im Sommer 1990 in Berlin in der Straße Unter den Linden entstanden. Bis zum Ende der DDR standen vor der Neuen Wache, dem damaligen Mahnmal für die Opfer des Faschismus und Militarismus, ständig zwei Soldaten der Nationalen Volksarmee als Mahnwache. Das Bild zeigt nun eine der stündlichen Wachablösungen bzw. den Marsch der neuen Wachposten zur Neuen Wachen. Die Wachablösung erfolgte stets im Stechschritt und war schon alleine deshalb eine kleine Touristenattraktion, erst recht in der sich allmählich auflösenden DDR.

Und da ich in diesem Sommer nichts weiter zu tun hatte, als auf den Beginn meines Studiums zu warten und in der Ahnung, dass die DDR nicht mehr lange existieren würde, habe ich in diesen Wochen einige Filme mit den letzten noch sichtbaren Zeichen der DDR vollgeknipst. Darunter ein Stau mit vielen Trabis in Ostberlin, eine Botschafterakkreditierung im Staatsratsgebäude, die ersten Werbeplakate aus dem Westen, Demos gegen den Anschluß an die BRD, die Geldtransporter die die Westmark brachten, ostdeutsche Geldautomaten und noch so einiges mehr.

In Gewöhnung an die digitale Fotografie wundere selbst ich mich, dass es nur so wenige Bilder sind, die ich noch habe. Aber es waren nie mehr. Farbfilme und deren Entwicklung waren in der DDR schweineteuer. Irgendwo habe ich auch noch eine Quittung mit dem Preis. Westmark und damit auch geringere Preise kam erst etwas später mit der Währungsunion. Und man erinnere sich: auf jedem Film waren nur 32 Bilder. Wenn man den Film nicht alle drei Minuten wechseln wollte, musste man sehr sparsam umgehen und sich genau überlegen, was man fotografiert. Und natürlich mißlangen Bilder, was man aber erst Wochen später nach der Entwicklung feststellte.

Und da es in der Anfangszeit der Wikipedia noch sehr wenige Bilder gab, erst recht für die Zeit der DDR und die NVA, habe ich das Bild im August 2004 (mein Gott ist das lange her) gescannt und damals noch in die de-Wikipedia hochgeladen. Mittlerweile befindet es sich auf Commons und wird in 14 Wikipedien verwendet und nun eben auch bei Heise. Keine Ahnung warum Heise genau dieses Bild genommen hat, freuen tut es mich natürlich trotzdem Smile

Nun aber Schluß mit den ostalgischen und WP-nostalgischen Gedanken. Die anderen Bilder werde ich demnächst mal digitalisieren und eine Auswahl hier in einer Galerie präsentieren.

Update (wenig später):

Habe gerade die Quittung gefunden. Es waren 40,55 Mark der DDR für 19 Bilder. Der Rest von dem Film war wohl nichts geworden. Zum Vergleich laut Wikipedia betrug die Miete 60-m²-Neubauwohnung inkl. aller Nebenkosten 70 Mark.


Google ändert Nutzungsbedingungen für Book Search

Vor ein paar Tagen hat Google die Nutzungsbedingungen für den PDF-Download gemeinfreier Bücher (auf deutsch scheint es die nicht zu geben) geändert. Anstelle der Klausel:

  • Use the files for non-commercial purposes only.

heißt es nun:

  • Don’t engage in large scale redistribution or rehosting of the files
  • Don’t sell digital or physical copies, or help other people buy and sell them.

Zumindest die erste der beiden neuen Klauseln ist offenbar gegen das Internet Archive gerichtet, das über 537.000 PDFs von Google gespiegelt hat. Eine Auswirkung auf Wikisource bzw. Wikimedia Commons ist aber auch nicht ausgeschlossen, da dort ebenfalls einige Bücher von Google hochgeladen wurden. Frage bleibt dabei was Google unter large scale versteht.

Klaus Graf weist in seinem Blog aber meines Erachtens zu recht darauf hin, dass nach deutschem Recht auch weiterhin einzelne gemeinfreie Werke einem solchen Datenbankwerk entnommen werden dürfen, was aber bei einer eventuellen Klage Googles gegen die Wikimedia Foundation keine Rolle spielen dürfte

In die PDF-Downloads selbst scheinen die Klauseln noch nicht eingeflossen zu sein, zumindest so ein paar meiner Stichproben.

Für eine ausführliche Analyse siehe: Change in Google Book Search Guidelines for Public Domain Books

Via: Archivalia


Neuigkeiten aus Wikisource (5)

Akseli Gallen-Kallela: Die Verteidigung des Sampo.

Akseli Gallen-Kallela: Die Verteidigung des Sampo.

Heute ist mal wieder Zeit für ein paar Kurznachrichten aus Wikisource:

  • Das finnische Nationalepos Kalewala in der Übersetzung von Anton Schiefner ist vollständig bei Wikisource vorhanden. Zum Inhalt des Werkes schreibt Cecil im Skriptorium:

 

 

 

eine als Nationalepos getarnte Seifenoper (einige der Themen: Mord, Rache, Selbstmord, Inzest, Zauberwettkämpfe, unbefleckte Empfängnis nur Obst, goldenen Ehefrauen, äußerst ungeschickte Brautwerbungen, usw.)

Den dazugehörigen exzellenten Artikel in der Wikipedia kann ich auch zur Lektüre empfehlen.

  • Seit vorgestern ist parallel zur deutschsprachigen Wikipedia auch in Wikisource die Pediapress-Extension (eine MediaWiki-Erweiterung zur PDF-Ausgabe) in Betrieb genommen worden. Leider gibt es noch ein paar Einschränkungen (z.B. wird die poem-Extension für Gedichte nicht und HTML bzw. CSS nur rudimentär unterstützt), die aber hoffentlich bald behoben werden. Vielen Dank an Frank, dass er unbürokratisch die Anschaltung auch bei uns veranlasst hat. Unsere Erfahrungen dürften ja auch für die anderen Wikisource-Projekte von Nutzen sein, wenn es dann bei diesen soweit ist.
  • Eine der umfangreichsten Themenseiten ist derzeit im Entstehen, und zwar zu den Burgunderkriegen. Wie bei Wikisource üblich führt die Seite Digitalisate, Handschriften etc. im Netz und auch schon einige wenige Texte bei Wikisource zum Thema auf.

AntiCommonist

Dieser Eintrag ist Teil 1 von 7 in der Artikelserie AntiCommonist

Update: Dieser Beitrag beschreibt die erste Version des Tools, die aktuelle Version kann hier heruntergeladen werden.

Bilder auf Commons hochzuladen geht ja dank Commonist schon seit einer Weile recht komfortabel. Was aber machen, wenn man sehr viele Bilder von Commons in der höchsten Auflösung herunterladen will, z.B. ein komplettes Buch mit über 500 Seiten? Klicken und speichern macht nicht wirklich Spaß und dauert eine halbe Ewigkeit.

Eine Lösung war bisher das Tool Winpluck von Flominator, welches aus meiner Sicht ein paar Unschönheiten hat. Zum Beispiel benötigt man einen Apache mit PHP. Außerdem lädt es derzeit das falsche Bild herunter, weil die Jungs auf Commons so pffifig waren, ein Bild in die Sitenotice einzubauen und Winpluck einfach nach dem ersten Bild in der HTML-Seite suchte. Außerdem mag ich PHP nicht Wink

Deshalb habe ich das neckische Tool einfach nachgebaut und mit paar zusätzlichen Features versehen:

  • läuft mit Java lokal auf dem Rechner in der Kommandozeile
  • es wird auf der Commons-Seite explizit nach der großen Version des Bildes gesucht, so dass die Commons-Admins und Entwickler die Seiten mit anderen Bildern vollpflastern können wie sie wollen.
  • Die Dateien werden mit dem korrekten Dateinamen abgespeichert und nicht wie Winpluck mit UTF-codierten Zeichen

Verwendung

AntiCommonist liest eine einfache Textdatei mit Dateinamen ein. In jeder Zeile steht ein Name, ohne Präfix File:, Datei:, Bild: oder ähnliches. Beispiel:

Reichs-Ritter-Archiv_I_0001.jpg
Reichs-Ritter-Archiv_I_0002.jpg
usw.

Eine Batchdatei zum Aufruf ist beigelegt. Auf der Kommandozeile folgendermaßen aufrufen:

anticommonist <textfile> <downloadPath> <wiki>

textfile – Dateiname inklusive Pfad, der Textdatei die die Dateinamen auf commons enthält

downloadPath – lokaler Pfad in dem die Bilder abgelegt werden sollen

wiki – von welchem Wiki soll herunter geladen werden, Angabe in der Form: http://commons.wikimedia.org. Darf weggelassen werden. Dann wird Commons verwendet.

Zu Ausführung wird Java 1.6 benötigt.

Download AntiCommonist 0.1.1

Für Hinweise, Fehlermeldungen, Anregungen etc. bin ich natürlich dankbar.

Update

Mittlerweilen habe ich eine neue Version hochgeladen, die einige kleinere Fehler beseitigt:

  • Batch-Datei wechselt nicht mehr in das übergeordnete Verzeichnis
  • Download nun auch von deutschsprachigen Wikis möglich, andere Sprachen müssen allerdings weiterhin manuell hinzugefügt werden. Ich werde mir aber eine sprachunabhängige Lösung überlegen, wie ich den Link zur hochaufgelösten Version in der Datei-Seite finde.

Eine ausführliche Anleitung werde ich demnächst der Zip-Datei hinzufügen.


Fragen und Antworten zur Re-Lizenzierung

Auf der Wikipedia-Mailingliste hat ChrisPK gerade darauf aufmerksam gemacht, dass die FAQ zur geplanten Re-Lizensierung der Wikimedia-Wikis auf CC-BY-SA 3.0 mittlerweilen auch auf deutsch vorliegen: Licensing update: Questions and Answers

Kurz noch zur Erläuterung worum es überhaut geht: In der neuen Version der GFDL, unter der die Wikipedia und viele der Wikis im Wikimedia-Universum steht, ist es möglich, die Inhalte eines Wikis unter der CC-BY-SA 3.0 zu lizenzieren. Diese Lizenz ist für eine Nachnutzung, insbesondere in Printmedien, wesentlich praktischer und einfacher zu befolgen als die GFDL (Stichwort: Abdruck des vollständigen Lizenztextes der GFDL).

Die Umstellung auf die CC-BY-SA 3.0 soll aber nicht ohne die Zustimmung der Community stattfinden, weshalb die Wikimedia Foundation einen Vorschlag gemacht hat, wie eine entsprechende Umlizenzierung zu realisieren ist. Über diesen Vorschlag soll ab Mitte Februar abgestimmt werden, wobei eine einfache Mehrheit der stimmberechtigten Benutzer dafür ausreichen.

Verstanden habe ich aber noch nicht, ob diese Mehrheit pro Wiki zählt oder sich auf alle Projekte bezieht. Außerdem ist für moch nicht erkennbar, ob nur die Wikipedia umlizensiert werden soll oder auch die anderen GFDL-Projekte.


Kein Versehen mehr

Autor: Jerry7171, cc-by-sa 2.0

Fotograf: Jerry7171, CC-BY-SA 2.0

Frank hat mich gestern auf eine interessante Mediawiki-Erweiterung aufmerksam gemacht, die sich derzeit auf dem Testwiki in der Erprobung befindet. Demnächst gibt es keine Entschuldigung mehr, wenn einem aus Versehen, oder weil Katze, Hund oder sonstiges Hausgetier über die Tastatur latschen, ein Artikelentwurf verloren geht. Denn Trevor Parscal, der neue Software Entwickler der Foundation, hat die sogenannte Draft Extension geschrieben, also eine Erweiterung für Artikelentwürfe.

Bei Bearbeitung eines Artikels  wird alle 2 Minuten automatisch ein Entwurf gespeichert und ist nach einem eventuellen Mißgeschick auf der Edit-Seite des entsprechenden Artikels wieder abrufbar. Außerdem können alle eigenen Entwürfe auf einer Spezialseite eingesehen werden. Nicht endgültig abgespeicherte Entwürfe werden nach 30 Tagen entfernt. Es wird also  keine Datenmüllhalde angelegt.

Weiter Einzelheiten und Screenshot kann man im Blog von leŭksman nachlesen.


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