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	<title>Finanzer spinnt &#187; Barockliteratur</title>
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	<description>Freiheit schützt man nicht, indem man sie abschafft.</description>
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		<title>Hoch und teuer verpönter Frieden</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Jan 2009 21:02:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Finanzer</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Sprachwandel]]></category>

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		<description><![CDATA[&#34;H&#228;h?&#34; werden sich viele beim Lesen der &#220;berschrift vermutlich denken.&#160; Oder auch: &#34;der Finanzer spinnt jetzt wirklich&#34;. Aber sie ist ein wundersch&#246;nes kleines Beispiel f&#252;r den Wandel der deutschen Sprache in den letzten Jahrhunderten. Das vollst&#228;ndige Zitat aus dem Prager Frieden von 1635 lautet:
auch hoch vnnd thewer verp&#246;nten Religion: vnnd ProphanFrieden

Da ich kein Sprachwissenschaftler bin, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&quot;H&#228;h?&quot; werden sich viele beim Lesen der &#220;berschrift vermutlich denken.&#160; Oder auch: &quot;der Finanzer spinnt jetzt wirklich&quot;. Aber sie ist ein wundersch&#246;nes kleines Beispiel f&#252;r den Wandel der deutschen Sprache in den letzten Jahrhunderten. Das vollst&#228;ndige Zitat aus dem <a href="http://de.wikisource.org/wiki/Prager_Frieden">Prager Frieden</a> von 1635 lautet:</p>
<blockquote style="width: 90%; height: 22px"><p>auch hoch vnnd thewer verp&#246;nten Religion: vnnd ProphanFrieden</p>
</blockquote>
<p>Da ich kein Sprachwissenschaftler bin, steht das <img align="right" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/3/38/Prager_Frieden_001.jpg/487px-Prager_Frieden_001.jpg" width="163" height="198" />folgende nat&#252;rlich unter dem Vorbehalt der pers&#246;nlichen Theoriefindung. Hier darf ich das aber zum Gl&#252;ck.</p>
<p>Das Wort <em>verp&#246;nt</em> wird heute meist in der Bedeutung <em>auf Grund bestimmter Vorstellungen verachtet, f&#252;r schlecht gehalten</em> verwendet. Zumindest sagt dies das <a href="http://www.dwds.de/?kompakt=1&amp;sh=1&amp;qu=verp&ouml;nt">Digitale W&#246;rterbuch der deutschen Sprache des 20. Jahrhunderts</a> und mein Sprachgef&#252;hl sagt mir sowas &#228;hnliches. </p>
<p>Im Wort <em>verp&#246;nt</em> steckt aber das heute v&#246;llig unbekannte Wort <em>P&#246;n. </em>Das <a href="http://www.rzuser.uni-heidelberg.de/~cd2/drw/e/po/pon.htm">Deutsche Rechtsw&#246;rterbuch</a> gibt als Erkl&#228;rung f&#252;r dieses Wort:</p>
<blockquote style="width: 90%; height: 31px"><p>wie bei lat. poena unspezifische Bez. f&#252;r jede Art der Strafe oder Bu&#223;e [...], meist aber f&#252;r eine Geldstrafe</p>
</blockquote>
<p><em>Verp&#246;nt</em> wird in unserem Vertrag, als das Wort P&#246;n noch sehr h&#228;ufig verwendet wurde, also schlicht im Sinne von <em>unter Strafe stehen</em> verwendet. Und nun wird auch klar wie etwas <em>hoch und teuer verp&#246;nt</em> sein kann. Das bedeutet einfach, dass eine hohe und teuere Strafe droht. Hier also nat&#252;rlich nicht f&#252;r den Frieden, sondern selbstverst&#228;ndlich f&#252;r den Bruch desselben.</p>
<p>Und nachdem das Wort <em>P&#246;n</em> au&#223;er Gebrauch kam, verga&#223; man offenbar auch den genauen Sinn des Wortes verp&#246;nt und es konnte den Wandel zur heutigen Bedeutung durchmachen, was die Wendung dann f&#252;r heutige Leser etwas seltsam anmuten l&#228;sst.</p>
<p>Das ist aber nur ein Beispiel von vielen, auf die man beim Lesen, Abtippen und Korrigieren fr&#252;hneuzeitlicher Texte st&#246;&#223;t. So findet man bspw. viele doppelte Verneinungen die die Verneinung bekr&#228;ftigen sollen und nicht wie man heute vermuten w&#252;rde die Verneinung negieren. Die uns allen bekannte Formulierung <em>samt und sonders</em> hat einen heute unbekannten Partner <em>sampt oder sonders, merkw&#252;rdige </em>Sachen sind nicht unbedingt <em>seltsam</em> oder <em>eigenartig, </em>sondern nur w&#252;rdig sie sich zu merken und vieles mehr.</p>
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		<title>Neuigkeiten aus Wikisource (4)</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Jan 2009 01:26:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Finanzer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute wieder ein paar Neuigkeiten aus Wikisource im Tickerformat.

Band 56 der ADB ist fertig, soll heissen komplett zweimal korrekturgelesen. Die B&#228;nde 1, 2, 3 und 46 sind mindestens einmal korrektugelesen worden. 
Felistoria hat uns vor einigen Tagen mal wieder ein Sch&#228;tzlein aus dem Bestand der von ihr betreuten Gymnasialbibliothek dargebracht. Diesmal handelt sich um einen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute wieder ein paar Neuigkeiten aus Wikisource im Tickerformat.</p>
<ul>
<li>Band 56 der <a href="http://de.wikisource.org/wiki/ADB">ADB</a> ist fertig, soll heissen komplett zweimal korrekturgelesen. Die B&#228;nde 1, 2, 3 und 46 sind mindestens einmal korrektugelesen worden. <a href="http://de.wikisource.org/wiki/Datei:Altona.1713.1.jpg"><img style="margin: 5px" height="243" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/d/d1/Altona.1713.1.jpg/472px-Altona.1713.1.jpg" width="192" align="right" /></a></li>
<li>Felistoria hat uns vor einigen Tagen <a href="http://www.finanzer.org/blog/index.php/2007/10/09/bisher-unbekannter-druck-bei-wikisource/">mal wieder</a> ein Sch&#228;tzlein aus dem Bestand der von ihr betreuten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Christianeum#Bibliothek">Gymnasialbibliothek</a> dargebracht. Diesmal handelt sich um einen Druck wahrscheinlich aus&#160; dem Jahr 1714 &#252;ber einen Brand in Altona im Jahr 1713 w&#228;hrend des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dritter_Nordischer_Krieg">Dritten Nordischen Krieges</a>. Der Druck hat wie damals &#252;blich einen opulenten und sehr sprechenden Namen: <a href="http://de.wikisource.org/wiki/Nachricht_&uuml;ber_den_Brand_von_Altona_1713">Gr&#252;ndliche und zuverl&#228;&#223;ige Nachricht/ Dessen/ Was sich vom 7ten bis auf den 9ten Januarii Anno 1713. Zwischen Dem Schwedischen General en Chef, Herrn Graff Magnus Stenbock/ Und denen Deputirten der Stadt Altona/ Vor dero Verbrennung begeben/ : Auf vieler Verlangen und inst&#228;ndiges Anhalten/ unpartheyisch ans Licht gegeben</a> </li>
<li>Es existieren mittlerweilen mehr als 1600 <a href="http://de.wikisource.org/wiki/Kategorie:Autoren">Autorenseiten</a>, die h&#228;ufig nicht nur Werke auff&#252;hren, die bei Wikisource vorhanden sind, sondern auch Digitalisate und E-Texte im weiten Internet. Au&#223;erdem werden Darstellungen und Biografien &#252;ber diese Personen aufgef&#252;hrt. </li>
</ul>
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		<title>Bisher unbekannter Druck bei Wikisource</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Oct 2007 22:26:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Finanzer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie sich vor einigen Tagen herausstellte, beherbergt Wikisource einen bisher  unbekannten Druck der Hundert Grab-Schrifften von Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau, einem berühmten Dichter des 17. Jahrhunderts aus Breslau.
Wie kam es zu diesem Fund? Felistoria hatte vor einiger Weile den Artikel zu diesem Dichter in der Wikipedia überarbeitet und wusste, dass in der historischen Bibliothek [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie sich vor einigen Tagen herausstellte, beherbergt Wikisource einen bisher <a title="Titelblatt" href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/7f/De_HvW_Grabschriften_01.jpg"><img src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/7/7f/De_HvW_Grabschriften_01.jpg/180px-De_HvW_Grabschriften_01.jpg" alt="" class="wmp" align="right" /></a> unbekannten Druck der <a href="http://de.wikisource.org/wiki/Hundert_Grab-Schrifften">Hundert Grab-Schrifften</a> von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Hoffmann_von_Hoffmannswaldau">Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau,</a> einem berühmten Dichter des 17. Jahrhunderts aus Breslau.</p>
<p>Wie kam es zu diesem Fund? Felistoria hatte vor einiger Weile den Artikel zu diesem Dichter in der Wikipedia überarbeitet und wusste, dass in der historischen Bibliothek des Gymnasiums in dem sie arbeitet, ein Druck dieses Dichters mit diesen Grabschriften schlummerte. Da sie gelegentlich auch mal bei Wikisource vorbeischaut, scannte sie eben nicht nur das Titelblatt für den Artikel, sondern gleich das 24seitige Heftchen. Eine Weile lungerten die Scans etwas unbeachtet auf Commons, da schlicht vergessen wurde sie zu transkribieren. Bis nun aus einem anderen Anlaß die Sprache wieder auf diese Scans kam. Da 24 Seiten schnell gemacht sind, wurde also zügig das kleine Projekt in Angriff genommen und die Seiten transkribiert. Und Felistoria füllte entsprechend der Angaben im Bibliothekskatalog die Textdaten für den Druck aus. Darunter auch den Druckort Breslau. Das Problem ist nur: auf dem Druck ist kein Druckort angegeben, was natürlich zu Nachfragen seitens anderer Wikisourcler führte, wie sie denn auf Breslau käme.</p>
<p>Die Recherche von Felistoria in diversen Onlinekatalogen wie VD17, KVK etc. ergab, dass dieser Druck mit der Jahreszahl 1662 nirgend verzeichnet ist. Mmh, handelte es sich gar nicht um einen Druck von Hoffmannswaldau? Immerhin ist auf dem Druck auch kein Autor angegeben. War es vielleicht ein Nachdruck oder sogar ein Nachahmer? Eine Nachfrage bei <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_D%C3%BCnnhaupt">Gerhard Dünnhaupt</a>, der die bislang einzige kommentierte Bibliographie zur deutschen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Barock_%28Literatur%29">Barock-Literatur</a> verfasste und im übrigen auch in der Wikipedia als Autor aktiv ist, ergab aber, dass es sich tatsächlich um den Text von Hoffmanswaldau handelt, der Dünnhaupt bisher nur in vier anderen Drucken vorlag. Es ist aber der einzige Druck mit der Jahreszahl 1662. Es ist nach ihm nicht auszuschließen, dass es sich hier um den Erstdruck dieses kleinen Werkes handelt. Das muss aber die weitere Forschung ergeben.</p>
<p>Wie der Druck in den Besitz der Gymnasialbibliothek gekommen ist, ist in der kleinen Einleitung des <a href="http://de.wikisource.org/wiki/Hundert_Grab-Schrifften">Textes bei Wikisource</a> erläutert. Sicherlich ist der Fund keine große wissenschaftliche Sensation, aber eine wunderschöne kleine Perle für Wikisource. Und vielleicht findet sich ja auch mal ein Student der über diesen Druck eine Arbeit schreiben möchte und bestätigen oder widerlegen kann, dass es sich bei diesem Druck um den Breslauer Erstdruck der <a href="http://de.wikisource.org/wiki/Hundert_Grab-Schrifften">Hundert Grab-Schrifften</a> handelt oder eben nicht.</p>
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