Apr 09

Nach all dem etwas schwererem Rechtskram heute mal wieder was zum Thema Katzen und Computer.

Unser Kater, der eine gewisse Affinität zur Computertechnik zeigte und den ich bisher als Laptop Cat hier präsentierte, weilt leider nicht mehr unter uns.

Was die Computertechnik betrifft, hat er aber einen würdigen Nachfolger bekommen. Auch unser neuer Hausgenosse scheint digitale Technik als Ruhekissen zu schätzen. Mangels geöffnetem Laptop wurde einfach der Scanner zum Ablegen des müden Köpfchens benutzt.

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Feb 01

Manchmal kann Aufräumen sehr nützlich sein. Insbesondere dann, wenn man lange Gesuchtes endlich aus den Tiefen längst vergessener Kartons zu Tage fördert.

Im konkret vorliegenden Fall wünschte sich Mrs. Finanzer einen begehbaren Kleiderschrank. Auserkoren wurde dafür der von mir der bis dato als GerümpelAbstellkammer genutzte kleine Raum in unserer Wohnung. Darin fanden sich alle möglichen Kisten und Kartons, die ich seit meinem letzten Umzug unbesehen und ungeöffnet dort vergessen aufbewahrt hatte. Den allergrößten Anteil des Inhalts dieser Kisten konnte man ohne größere Bedenken einfach in die nächstgelegene Abfalltonne werfen. Aber gut, dass ich in einem Karton mit einer alten Lampe und alten Büchern doch etwas tiefer gegraben habe. Es fand sich nämlich ein etwas feuchtigkeits- geschädigter A4-Umschlag mit alten Fotos und Negativen, die ich schon lange gesucht hatte. Darunter auch weitere Bilder aus dem Sommer des Jahres 1990, deren Veröffentlichung ich vor ziemlich genau einem Jahr bereits angedroht hatte. Dank Mrs. Finanzer ist es nun soweit.

Diese Bilder umfassen ein paar Impressionen vom Alexanderplatz mit den medialen Vorbereitungen für die Währungsunion, einen DDR-Geldautomaten mit entsprechender Mitteilung und eine der letzten Akkreditierungen eines Botschafters in der DDR. Ein zweiter Teil mit Schwarzweiß-Bilder, die ich noch vom Negativ scannen muss, folgt demnächst.

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Jan 31

Vor einer Weile hatte ich über unseren Kater berichtet, der gerne auf meinem Laptop ein Nickerchen macht. Auch nach dem Umzug nach Hamburg hat er diese Angewohnheit nicht aufgegeben. Erst recht nicht, wenn es draußen schneit und grimmig kalt ist.

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Dez 27

Mrs. Finanzer und ich waren vor ein paar Tagen in der Ausstellung Tutanchamun – Sein Grab und die Schätze, die noch bis April hier in Hamburg gastiert. In der Ausstellung werden ausschließlich Nachbildungen der im Grab des vermutlich berühmtesten Pharaos gezeigt. Das aber in beeindruckender Art und Weise. Z.B. da dadurch alle Objekte, die ja über mehrere Museen verstreut sind, zusammen gezeigt werden können und weil ein und dasselbe Objekt in verschiedenen Zusammenhängen gezeigt werden kann.

Da in der Ausstellung das Fotografieren erlaubt ist, was für eine Sonderausstellung eher ungewöhnlich ist, möchte ich euch die Bilder natürlich nicht vorenthalten.

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Nov 17

File:Nva-ehrenwache.jpg

Vor einer geraumen Weile hatte ich über die Verwendung dieses Bildes bei Telepolis berichtet und die Geschichte hinter dem Bild erzählt.

Aber das schöne an so einem Blog ist ja, dass man Fortsetzungsgeschichten schreiben kann, auch wenn das nicht beabsichtigt ist. Über einen Backlink hierher wurde ich aufmerksam, dass genau dieses Bild vor ein paar Tagen auch woanders verwendet wurde. Und zwar im Blog des  Chefredakteurs der Bild-Zeitung Kai Diekmann in einem Beitrag mit dem Titel: Heraus zum 9000. Genossen!

Mein Bild mag zum Thema, nämlich der Genossenschaftsmitgliederwerbung der taz, passen oder auch nicht, was für mich natürlich keine Rolle spielt. Denn Herr Diekmann darf natürlich mein Bild verwenden, es steht ja unter verschiedenen freien Lizenzen. Er verguß nur die entsprechenden Lizenzhinweise und meine Namensnennung. Auf eine Abmahnung oder ähnlichen Unfug verzichte ich natürlich. Aber damit er auch in Zukunft ohne große rechtliche Probleme auf den Schatz von Wikimedia Commons zugreifen kann, habe ich ihm einen Kommentar in sein Blog gestellt und ihn auf eine korrekte Verwendung Freier Inhalte hingewiesen, verbunden mit einer kleinen Bitte. Und damit dieser Kommentar nicht aus Versehen verlorengeht, freigeschaltet ist er noch nicht, dokumentiere ich ihn auch nochmal hier:

Hallo Herr Diekmann, ich bedanke mich erstmal herzlich dafür, dass sie ein von mir vor ca. 20 Jahren gemachtes Foto, die NVA-Soldaten ganz oben, hier im Blog verwenden. Genau dafür habe ich es auf Wikimedia Commons, dem Medienarchiv das unter anderem die Wikipedia mit Bildern versorgt, veröffentlicht (http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Nva-ehrenwache.jpg). Nämlich, dass es jedermann für jeglichen Zweck ohne irgendwelche Kosten verwenden darf.

Eine winzigkleine Bedingung ist allerdings daran geknüpft: bei einer Verwendung muss mein Name und die oben kurz beschriebene Lizenz an geeigneter Stelle genannt werden. Beides ist offensichtlich nicht erfolgt.

Eine Abmahnung oder ähnlichen Unfug spare ich mir einfach und bitte sie einfach stattdessen zur Förderung Freien Wissens und Freier Inhalte, von denen sie hier gerade zumindest ein klein wenig profitieren, eine Spende an Wikimedia Deutschland zu entrichten. Das geht ganz einfach online unter:https://secure.wikimedia.de/spenden/ . Der Verein Wikimedia Deutschland unterstützt und fördert Freies Wissen, insbesondere die wohl allen bekannte Wikipedia, aber auch deren Schwesterprojekte, wie zB das oben erwähnte Medienarchiv Wikimedia Commons.

Vielen Grüße

Michail


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Aug 20

Auf die Schnelle heute mal nur Einen:

  • Das Erdhörnchen und der Selbstauslöser (Bild ist leider nicht mehr verfügbar)
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Apr 08

Vor ein paar Tagen hatte ich die Gelegenheit ein paar Bilder vom Brandenburger Tor und dem davor gelegenen Pariser Platz aus einer etwas anderen Perspektive zu machen. Und da es zum Glück ein paar Tage vorher Frühling geworden war, hat die untergehende Sonne ihren Teil zu den Bildern beigetragen.

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Apr 06

Am 1. April wurden die ersten rund 5000 Bilder, die von der Fotothek unter eine freie Lizenz gestellt wurden, auf Commons hochgeladen. Wenn ich es recht gesehen habe, sind es ausschließlich Bilder des Fotografen Eugen Nosko, der in den 1970er und 1980er Jahren Industriefotograf im Auftrag volkseigener Betriebe und Kombinate war.

Und genau dies zeigen diese Bilder: Menschen, Produktionsprozesse, Arbeitsabläufe und Milieu der Industrie im einstigen „Arbeiter- und Bauernstaat“. Einige wenige Bilder, die mir als Ex-Ossi besonders ins Auge fielen, hab ich hier mal in einer kleinen Galerie zusammengestellt.

Irritiert bin ich über die Kritik die hier und da aufkam. Die Bilder die von der Fotothek bereitgestellt wurden seien enttäuschend, unbrauchbar und unenzyklopädisch. Auch wenn man nicht unbedingt alle Bilder hätte hochladen müssen, da sich doch einige Motive stark ähneln bzw. wiederholen, muss ich der Kritik widersprechen. Erstens handelt es sich, wie bereits erwähnt, um einen winzigen Bruchteil der insgesamt 250.000 Bilder.

Zweitens sehe ich die Bilder als wichtige Zeitdokumente der DDR-Industrie und teilweise des Alltagslebens. Viele Bilder zeigen, auch erst durch die vermeintlichen Wiederholungen, sehr schön die Formensprache und die Ästhetik der „sozialistischen“ Kunst. Da sehen wir zum Beispiel auf vielen Bildern lachende Bauern bei der Apfelernte, zufriedene Arbeiter beim Essen in einer sauberen Kantine und glückliche Urlauber im Ferienheim. Genauso wie bei vielen Bildern aus dem Bundesarchiv, handelt es sich bei den meisten Bildern von Eugen Nosko auch nur um Propagandafotos. Die Realität sah wesentlich trister und trüber aus.

Und drittens ist, zumindest für mich, Commons keine Exklusiv-Veranstaltung der Wikipedia, wo jedes Bild unbedingt Platz in einem Enzyklopädie-Artikel finden muss. Ob hingegen auf Commons private Urlaubsbilder unter einer freien Lizenz ihren Platz finden sollen, ist eine ganze andere Frage.

Natürlich erhoffe auch ich mir noch andere Bilder, als nur glückliche Arbeiter und Bauern in der sozialistischen Produktion.

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Mrz 28

Ich hatte mich die letzten Wochen und Monate mehrfach gewundert, warum mein Laptop, den ich über Nacht angelassen hatte, am nächsten Morgen dennoch ausgeschaltet war.

Bis wir unseren Kater eines morgens seelig schlummernd auf meinen Laptop vorfanden und nachdem er aufwachte uns unschuldig aus seinen großen Augen anschaute. Offenbar gefällt ihm das Plätzchen ausnehmend gut, denn immer wieder erwischten wir ihn, wie er entweder quer über die Tastatur latschte oder es sich auf eben dieser gemütlich machte. Und heute haben wir es endlich geschafft, das auch fotografisch festzuhalten:

cattop.jpg

Ich laß dich erst wieder ran, wenn es mehr Katzengedichte bei Wikisource gibt.

Und wie man sieht, ist der Rechner natürlich wieder aus und außerdem war anschließend die Sprachausgabe von Vista angeschaltet. Ich wußte noch nicht mal, dass da sowas eingebaut ist, geschweige denn wie man die anschaltet. Aber richtige Kater schaffen sowas. Warum ihm der Laptop als Schlummerplätzchen so gut gefällt, kann ich nur vermuten. Wahrscheinlich weil er immer so schön warm ist und außerdem so beruhigend vor sich hinbrummt.

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Mrz 18

Wenn es drei iranische Banken in Hamburg gibt, eine Google-Suche legt dies nahe, dann habe ich alle drei seit heute auf Bild gebannt. Und Schuld dran ist Elya und ihre Liste der Bauwerke von Gottfried Böhm in der Wikipedia. Gottfried Böhm ist ein deutscher Architekten, der hierzulande einiges gebaut hat. Er ist der bisher einzige deutsche Träger des Pritzker-Preises, der bedeutendsten Auszeichnung in der Architektur. Und er hat auch ein Gebäude in Hamburg gebaut. Das einer iranischen Bank. Soviel wusste Elya schonmal und schickte mich vor zwei, drei Wochen erstmal in die Deichstraße hier in Hamburg, in der zwei iranische Banken residieren.

Also ein paar Tage abgewartet bis hier Hamburg mal die Sonne schien und hingelaufen und die beiden Gebäude fotografiert. Und am Abend dann das Ergebnis stolz im Chat vermeldet. Aber nix war, es waren die falschen Banken. Die richtige Bank, die Europäisch-Iranische Handelsbank, steht ganz woanders, nämlich im Kontorhausviertel, Deppenau 2 (dass einige Straßen hier Hamburg so komische Namen haben, dafür kann ich nichts). Zum Glück befinden sich alle drei Banken in kurzer Entfernung zu meiner Arbeitsstelle, so dass die Bilder nur wenige Minuten Zeit beanspruchten. Und eine kleine Ergänzung der Bildergalerie zu Hamburg hier im Blog verdankt der Ausflug in die Deichstraße auch.

Nun gut, also wurde bei nächster sonniger Gelegenheit, was ein schweres Unterfangen hier in Hamburg sein kann, nun auch die dritte und letzte iranische Bank fotografiert und das Bild auf Commons hochgeladen. Und deshalb kann ich hier nun voller Stolz die Galerie der iranischen Banken in Hamburg präsentieren (die Nummer 2 war das eigentlich Objekt der Begierde):

Und wie ich heute abend im Chat erfuhr, beschäftigt elya mit der Bildbeschaffung der Gebäude des Herrn Böhm, so einige Wikipedianer. Dabei kommt es auch zu einigen fotografischen Kollisionen, wie man der Diskussionsseite der oben erwähnten Liste entnehmen kann.

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Mrz 08

Eigentlich wollten Mrs. Finanzer und ich heute nach Hannover zum Stammtisch fahren, was aber aus gesundheitlichen Gründen nicht ging. Stattdessen haben wir die Gelegenheit genutzt und uns unter die wahrscheinlich zehntausenden* Neugierigen gemischt, die an diesem Wochenende einen ersten Blick in das restaurierte Neue Museum in Berlin geworfen haben. Und ich muß sagen, wir haben es nicht bereut.

Wir sind uns einig, dass die Restaurierung sehr gut gelungen ist. Die alte Pracht des Museums wurde soweit noch vorhanden wiederhergestellt  und die Wunden der Vergangenheit sind mehr als deutlich zu sehen. Während ich nach den Berichten im Fernsehen dachte, dass vielleicht vereinzelte Schäden, wie z.B. Einschußlöcher, weiterhin zu sehen sind,  so verblüfft doch, dass einige Säle eher an restaurierte antike oder mittelalterliche Stätten erinnern. Andere wahrscheinlich vollständig zerstörte Säle wurden hingegen in einer modernen und klaren Architektur komplett neu gebaut. Gesamtfazit: Ein moderner Museumsbau der besonderen Art.

Einen kleinen Eindruck bieten die Bilder die Mrs. Finanzer und ich gemacht haben. Wie immer gilt auch hier am besten auf [Mit PicLens anzeigen], um die Bilder in hoher Auflösung und als Slideshow anzuzeigen. Natürlich landen die Bilder auch auf Commons zur Ergänzung des Artikels zum Neuen Museum.

Zum Vergleich wie das Museum vor seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrig aussah, empfehle ich einen Blick in die entsprechende Commons-Seite mit Darstellungen des ursprünglichen Aussehens verschiedender Säle. Hier  nur beispielhaft der Vergleich zwischen dem Aussehen des Ägyptischen Hofs damals und heute:

Ägyptischer Hof um 1850

Ägyptischer Hof um 1850

neues-museum-20e-galerie-agyptischer-hof.jpg

Ägyptischer Hof 2009

* Update (8. März 2009):

Nach Presseberichten haben an den drei Tagen insgesamt 35.000 Besucher das Museum besichtigt.

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Mrz 02

Aus Anlaß eines etwas runderen Jubiläums war ich heute mit Familie und Freunden im Miniaturwunderland in Hamburg. Wir haben dabei ein Führung hinter die Kulissen der größten Modelleisenbahn der Welt gemacht, die sehr informativ und sehenswert war. Man sieht zumindest ansatzweise mit welchem Aufwand, aber auch mit welcher Liebe und Detailverliebtheit die Anlagen gebaut wurden. Natürlich haben Mrs. Finanzer und ich auch einige Bilder gemacht, von denen wir Euch eine kleine Auswahl nicht vorenthalten möchten. Alle Bilder zeigen Dinge und Details, die man als normaler Besucher auf Grund der Entfernung oder weil sie schlicht nicht einsehbar sind, überhaupt nicht sehen kann. Natürlich wurden wir noch auf viel mehr Dinge aufmerksam gemacht, die man normalerweise nicht zu Gesicht bekommt, die man aber alle nicht schafft auf Bild zu bannen. 

Am Besten ihr klickt auf [Mit PicLens anzeigen], dann seht ihr die Bilder in hoher Auflösung und besserer Qualität. Dann werden auch die Erklärungen zu den einzelnen Bildern eingeblendet.

P.S. Vielen Dank an allen Gratulanten und Mitfeierenden. Es hat riesigen Spaß gemacht.

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Feb 25

Wie vor einigen Tagen versprochen hier nun eine erste Galerie mit zehn Bildern, die ich im Juni 1990 in Berlin, damals noch Hauptstadt der DDR, gemacht habe. Auf Grund der Motive vermute ich stark, dass die alle am selben Tag irgendwann im Juni 1990 entstanden sein müssen. Aus dieser Reihe stammt auch das Bild, dass bei Heise verwendet wurde.

Viel Spaß beim Angucken.

Ich weiß, dass irgendwo in meinem Chaos noch mehr Bilder aus dieser Zeit existieren müssen. Und wenn ich die gefunden habe, werde ich die Euch natürlich nicht vorenthalten. [Update: Den zweiten Teil gibt es mittlerweile auch]

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Feb 13

File:Nva-ehrenwache.jpg

Als ich im Sommer des Jahres 1990 dieses Bild gemacht habe, dachte ich garantiert nicht, dass es jemals in einem Artikel über das Funktionieren von Propaganda landen würde. Geschweige denn dass ich wusste wer oder was der Heise Verlag ist, den es immerhin schon damals gab, oder dass an das Internet oder die Wikipedia zu denken war.

Das Bild ist wie gesagt im Sommer 1990 in Berlin in der Straße Unter den Linden entstanden. Bis zum Ende der DDR standen vor der Neuen Wache, dem damaligen Mahnmal für die Opfer des Faschismus und Militarismus, ständig zwei Soldaten der Nationalen Volksarmee als Mahnwache. Das Bild zeigt nun eine der stündlichen Wachablösungen bzw. den Marsch der neuen Wachposten zur Neuen Wachen. Die Wachablösung erfolgte stets im Stechschritt und war schon alleine deshalb eine kleine Touristenattraktion, erst recht in der sich allmählich auflösenden DDR.

Und da ich in diesem Sommer nichts weiter zu tun hatte, als auf den Beginn meines Studiums zu warten und in der Ahnung, dass die DDR nicht mehr lange existieren würde, habe ich in diesen Wochen einige Filme mit den letzten noch sichtbaren Zeichen der DDR vollgeknipst. Darunter ein Stau mit vielen Trabis in Ostberlin, eine Botschafterakkreditierung im Staatsratsgebäude, die ersten Werbeplakate aus dem Westen, Demos gegen den Anschluß an die BRD, die Geldtransporter die die Westmark brachten, ostdeutsche Geldautomaten und noch so einiges mehr.

In Gewöhnung an die digitale Fotografie wundere selbst ich mich, dass es nur so wenige Bilder sind, die ich noch habe. Aber es waren nie mehr. Farbfilme und deren Entwicklung waren in der DDR schweineteuer. Irgendwo habe ich auch noch eine Quittung mit dem Preis. Westmark und damit auch geringere Preise kam erst etwas später mit der Währungsunion. Und man erinnere sich: auf jedem Film waren nur 32 Bilder. Wenn man den Film nicht alle drei Minuten wechseln wollte, musste man sehr sparsam umgehen und sich genau überlegen, was man fotografiert. Und natürlich mißlangen Bilder, was man aber erst Wochen später nach der Entwicklung feststellte.

Und da es in der Anfangszeit der Wikipedia noch sehr wenige Bilder gab, erst recht für die Zeit der DDR und die NVA, habe ich das Bild im August 2004 (mein Gott ist das lange her) gescannt und damals noch in die de-Wikipedia hochgeladen. Mittlerweile befindet es sich auf Commons und wird in 14 Wikipedien verwendet und nun eben auch bei Heise. Keine Ahnung warum Heise genau dieses Bild genommen hat, freuen tut es mich natürlich trotzdem :-)

Nun aber Schluß mit den ostalgischen und WP-nostalgischen Gedanken. Die anderen Bilder werde ich demnächst mal digitalisieren und eine Auswahl hier in einer Galerie präsentieren.

Update (wenig später):

Habe gerade die Quittung gefunden. Es waren 40,55 Mark der DDR für 19 Bilder. Der Rest von dem Film war wohl nichts geworden. Zum Vergleich laut Wikipedia betrug die Miete 60-m²-Neubauwohnung inkl. aller Nebenkosten 70 Mark.

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Jan 27

Gestern abend in der Color Line Arena. Ein paar Impressionen:

Rosenstolz Hamburg 26. Januar 2009

Rosenstolz Hamburg 26. Januar 2009

Rosenstolz Hamburg 26. Januar 2009

Rosenstolz Hamburg 26. Januar 2009


Rosenstolz Hamburg 26. Januar 2009

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Sep 10

Wie eins drunter angekündigt, haben Frank und ich am Freitag auf unserem Weg nach Marienthal einen kurzen Abstecher zu Farina gegenüber gemacht, der im Jahre 1709 gegründeteten heute weltältesten Parfumfabrik und dem Erfinder des Kölnisch Wassers. Wir waren von Herrn Farina eingeladen uns das Duftmuseum anzuschauen und anschließend ein Gespräch mit ihm zu führen. (Marcus gräme dich nicht, insgesamt waren wir nicht mal vier Stunden in Köln. Wir melden uns aber, wenn wir mal wieder länger da sind.)

Auf dem Weg von Hannover nach Köln fragten wir uns ernsthaft warum so viele Städte vor Köln liegen, die es wert sind, dass dort ein ICE hält. Irgendwie braucht man aus fast allen Richtungen, doppelt solange nach Köln, wie für dieselbe Strecke in anderen Gegenden unserer schönen Heimat. Die Weg der Bahn sind halt unergründlich.

In Köln angekommen, suchten wir die Köln Info und fanden sie am Fuße des Domes. Leider erwischten wir bei unserem Auskunftsersuchen nicht die hübsche junge Dame ganz links, sondern die etwas ältere ganz rechts, was eine minutenlange Suche im Stadtplan nach dem ominösen Platz dem gegenüber Farina liegen soll zur Folge hatte. Erst die Erwähnung des Wortes Farina brachte sie auf die Idee uns eine Broschüre des Hauses in die Hand zu drücken, auf der der Weg klar und präzise eingezeichnet war. Und der wie sich heraustellte in fünf Minuten gemütlichen Spazierganges mühelos zu bewältigen war. Und da wir etwas zu früh waren, schauten wir noch einige Minuten den Ausgrabungen junger Menschen auf dem Platz vor und einer Hochzeitsgesellschaft zu, die gerade aus dem Historischen Rathaus der Stadt Köln gekommen war (Wieso hat das Rathaus eigentlich keinen Artikel?). Zwar lese ich gerade in der Wikipedia, dass das Rathaus aus dem Mittelalter sein soll, nun denn. Uns kam es irgendwie aus verschiedenen Stilen des Mittelalters wie in Disneyland zusammengestoppelt vor.

Wie sich heraustellte, ist das Duftmuseum kein Museum im eigentlichen Sinne, Flacon Kandinsky Farina sondern ist nur durch das Ladengeschäft zu erreichen, dass sich im Erdgeschoß des Unternehmenssitzes befindet. Wir wurden schon erwartet und gebeten eine Etage höher zu warten bis die Führung begänne. In dem Raum befanden sich ein paar Stuhlreihe und viele Porträts von Vorfahren des jetzigen Firmeninhabers. Ich wurde sofort beauftragt diese zu fotografieren, was ich natürlich tat. Wenige Minuten später öffnete sich eine Tür und eine äußerst attraktive junge Dame erschien, die uns mit den Worten begrüßte: „Herr Farina hat sie schon gesehen. Aber sie dürfen hier fotografieren.“ Denn normalerweise ist in den Räumen fotografieren verboten. Und wie uns Herr Farina gesehen hatte, erfuhren wir dann etwas später auch. Wie sich heraustellte war die junge Französin unsere Führerin durch die Ausstellungsräume. Ich muss zugegeben, ich hätte fast das Weiterfotografieren vergessen.

Nach einem kurzen Vortrag zur Geschichte des Hauses und den Produkten, wurden wirRussisch Leder Farina in den Keller geführt, in dem früher das Kölnisch Wasser produziert wurde und der nun das eigentliche Museum beinhaltete. Zu sehen waren Flacons aus der gesamten Geschichte des Hauses, Werbezettel, Fässer in denen das Parfüm reifte, Destillationsapparate, der Originalschreibtisch des Gründers und Informationen zum Kampf des Unternehmens gegen Plagiatoren und Fälscher. Und die Plagiate und Fälschungen waren schon immer ein Problem für Farina. Eine imposante Liste aus dem 19. Jahrunderten von 114 Firmen alleine in Köln, die sich mit ähnlichen Namen an den Erfolg von Farina dranhängen wollten, zeigte dies deutlich. Ich denke in einigen Tagen wird die fotografische Ausbeute des Museumsrundganges auf Commons zu sehen sein.

Im anschließenden Gespräch mit Herrn Farina stellte sich heraus, dass dieser ein großer Fan der Wikipedia (sinngemäß „Vergessen sie den Brockhaus, der ist oft veraltet und hat reihenweise Fehler.“) und geschichtlich sehr interessiert ist. Wir erfuhren noch so einiges zur Geschichte des Hauses, zum Marketinggag Ende des 19. Jahrhunderts in dessen Folge es Männer- und Frauendüfte gab, über den Zweck des Farina-Archives und was man damit auch vor Gericht anfangen kann. Und für uns recht verblüffend war auch die Aussage, dass ein ausgebauter WP-Artikel nicht der Werbung für das Unternehmen dienen würtde, sondern ihm viel mehr daran liegt, dass dieser korrekt ist und nicht all die Legenden enthielte, die sonst so durch die Gegend geistern. Und er würde in Zukunft die vielen Anfragenden, die sich für die Geschichte Farinas interessierten, auf den Artikel in der Wikipedia verweisen. Und vll. wird er den Artikel auch durch seine Mitarbeiter in einige andere Sprachen übersetzen lassen. Wir durften ihm kurz erklären wie das mit dem Qualitätsmanagement in der Wikipedia funktioniert, wer die Autoren in der Wikipedia sind und die „Letzten Änderungen“ haben wir auch gezeigt. Leider mussten wir uns nach anderthalb Stunden sehr angeregten Gespräches verabschieden, da wir mit elya am Hauptbahnhof zur Weiterfahrt nach Marienthal verabredet waren. Zum Abschied erhielten wir noch eine etwas größere Duftprobe, die wohl einige Zeit reichen wird und gern im Hotel zur Reichskrone geruchsprobiert werden darf ;-)

Achja, das Produkt des Hauses riecht äußerst angenehm und hat mit dem wesentlich bekannteren Produkt eines Unternehmens das eine Nummer im Namen führt so überhaupt nichts zu tun. So schnell werde ich dieses Erlebnis nicht vergessen. Und Frank hat für den Artikel viele Bilder und wird von Herrn Farina noch mit einigem Material versorgt. Und was bisher schon da ist, verspricht eine äußerst anregende Lektüre. Hoffentlich bekommt er den Artikel für den Schreibwettbewerb fertig.

Morgen berichte ich dann über die Klausurtagung des Vorstandes.

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