Mit Sicherheit hat es außerhalb Wikisource keiner mitbekommen. Aber seit heute hat Wikisource zwei neue Namensräume: „Seite“ und „Index“. Für die rasend schnelle Einrichtung in nicht mal 24 Stunden geht mein herzlichsten Dank an JeLuF. Frage ist nun, wozu brauchen wir die Dinger überhaupt.
Schuld ist sozusagen die neue Proofreading-Extension. Bisher hatten wir ja eine Javascript-Lösung, die auch wunderbar funktionierte. Parallel dazu gab es ein Proofreading-Extension, die aber einige funktionale Einschränkungen hatte und von uns bisher nicht benutzt wurde. Nun haben sich aber der französische Wikisourcler ThomasV und Xarax zusammengesetzt und das Positive aus beiden Lösungen zu einer neuen Extension zusammengeführt, die schon als sehr gut bezeichnet werden kann. Welche Möglichkeiten haben wir mit der Extension:
- Einbindung von Scans auf Commons und auf anderen Servern
- Einbindung von Seitenscans aus Mulit-Page-Formaten, derzeit nur djvu, aber PDF ist wohl in Vorbereitung. ich hatte über die PDF-Extension von xarax bereits kurz berichtet.
- Navigation zwischen den einzelnen Seiten wird von der Extension mitgeliefert. Es entfällt also das recht mühsame Vorlagen basteln für jedes größere Projekt
- Das mühsame Anlegen der Einzelseiten entfällt. Nach Klick auf Bearbeiten auch einer „roten“ Seite steht die Korrekturlesefunktion sofort zur Verfügung. Bisher musste man erst die verschiedenen Vorlagen reinbasteln, speichern und dann auf „Korrekturlesen“ klicken.
- Die aus der älteren Lösung gewohnte Darstellung mit dem Scan oben und unten das Eingabefeld ist weiterhin vorhanden.
- Einfache Zusammenstellung der Einzelseiten nach Kapiteln oder zum Gesamtwerk als Leseversion.
- Und unsere ältere Lösung mit Javascript wird keinesfalls obsolet. Eine friedliche Koexistenz ist ohne Probleme möglich. Gerade für Einblattdrucke ist die JS-Lösung wohl doch etwas einfacher zu handhaben.
Nicht direkt ersichtlich, aber in meinen Augen auch sehr sinnvoll, ist die Trennung zwischen der Leseversion und den Einzelseiten zum Bearbeiten und Korrekturlesen, ohne dass wir die Scans vorm Leser verstecken. Außerdem bietet die Indexseite die Möglichkeit den ganzen technischen Krempel, der für einen Leser nicht weiter von Interesse ist von der Leseversion zu trennen. Auf jeden Fall müssen wir aber in der Leseversion noch deutlich drauf hinweisen, wie ein Leser an die Scans gelangt. Der Klick auf die Seitenzahlen ist nicht so wirklich intuitiv. Erste Beispiele für den EInsatz der Extension finden sich bereits.: Soll die plattdeutsche Sprache gepflegt oder ausgerottet werden?, Denkwürdige Männer Für Straßennamen in der Kölner Neustadt. und Der Stadt Hamburg Statuta und Gerichts Ordnung Mir scheint vielen gefallen die neuen Möglichkeiten sehr gut, die wir wahrscheinlich auch erst ansatzweise ausgeschöpft haben.
Weitere (noch etwas knappe) Infos finden sich auf Wikisource: Proofread.
Update 31. August 2007:
Es kam die Frage, wozu die beiden neuen Namensräume dienen. Das hatte ich tatsächlich vergessen. Im Namensraum “Seite” werden die einzelnen Seiten gegen den Scan transkribiert bzw. korrekturgelesen. Der Index-Namensraum nimmt pro Projekt eine Seite auf, die Links zu den einzelnen Seiten enthält, also eine Indexseite
. Im Hauptnamensraum verbleiben damit also nur die Seiten, die die Angaben zum Werk und den zusammengestellten Text enthalten. Eventuell auch als Unterseiten, wenn der Text nach Kapiteln oder ähnlichem zusammengestellt wurde.