Sommer im Norden

Gestern war mal wieder so ein schöner warmer und trockener Sommertag, wie man ihn  sich nur wünschen kann. Na gut, ich wünschte ich könnte diesen Satz über den gestrigen Tag äußern, aber leider war es ein typischer Sommertag in Hamburg. Zum Glück wollten wir nicht grillen. Wie der Tag wirklich war, zeigen sehr schön die beiden Wetterdiagramme, die die Wetterstation aufgezeichnet hat, die mir Mrs. Finanzer zu meinem letzten Geburtstag geschenkt hat.

Also zuerst mal das Temperaturdiagramm vom 2. Juli 2011. In allen schlechten (aber vermutlich auch in allen guten) Filmen gibt der Computer der die Herztätigkeit eines Patienten überwacht bei solchem einem Bild einfach nur ein Piepston ab. Die Maximaltemperatur gestern betrug 14,4 °C, die Minimaltempertur 13,4 °C:

Und nun das Regen-Diagramm des gestrigen Tages. Der erste Ausschlag zwischen 15 und 16 Uhr täuscht ein wenig, es hatte schon den ganzen Tag leicht genieselt, aber erst dann schlug der Regensensor das erste mal an:

Insgesamt fielen gestern 14,8 mm (= Liter/m2) und es regnet weiter, mittlerweilen sind es schon 20 mm (01:30 Uhr am 3. Juli). Im Durchschnitt fallen im Juni in Hamburg rund 60 mm Regen. Da fängt der Monat ja schon mal gut an.

Resultat des Ganzen: zwei mißmutige Menschen und zwei mißmutige Katzen. Von dem hier will ich gar nicht erst anfangen.

Wikipedia Projekt Hamburgische Bürgerschaft – Tag 1

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In Nachfolge der beiden Landtagsprojekte in Hannover und Erfurt, gab es heute die dritte Auflage, diesmal in der Hamburgischen Bürgerschaft. Angetreten waren rund 10 Wikipedianer und einige Angestellte von Wikimedia Deutschland um die Abgeordneten zu fotografieren und mit Informationen rund um die Wikipedia zu versorgen.

Ankunft 12 Uhr im Hamburger Rathaus, das einerseits die Bürgerschaft und andererseits den Senat beheimat. Das Rathaus ist also gemeinsames Parlaments- und Regierungsgebäude von Hamburg. Nach dem Empfang des Besucherausweises, der uns berechtigte alle Bereiche innerhalb der Bürgerschaft zu betreten, sogar den Plenarsaal während der Sitzung, ging es erstmal an den Aufbau der Blitzanlage, wobei sich meine Mitarbeit im Hochtragen des Kastens erschöpfte. Untergebracht waren wir in zwei recht kleinen Räumen, die normalerweise von Journalisten für ihre Arbeit genutzt werden. An der Eingangstür prangte auch groß der Schriftzug „Nur für Rathaus-Korrespondenten“. In gewisser Weise waren wir das ja auch. Es war also noch genug Zeit, um sich in den noch leeren Räumen der Bürgerschaft umzusehen und Bilder zu machen (siehe Galerie unten).

Gegen 14 Uhr trudelten die ersten Abgeordneten ein und die ersten Abgeordneten wollten noch vor der Sitzung fotografiert werden. Der Beginn der Sitzung war für 15 Uhr angesetzt. Nun mögen sich einige fragen, warum dieser ungewöhnliche Beginn einer Parlamentssitzung. Aus dem Bundestag kennt man das doch etwas anderes. Im Gegensatz zum Bundestag und zu anderen Landesparlamenten erfolgte die Ausübung der Abgeordnetentätigkeit bis zur Bürgerschaftswahl 1997 als Ehrenamt. Dennoch wird die Bürgerschaft noch gelegentlich als Feierabendparlament bezeichnet, da das Bürgerschaftsmandat seitdem als nebenamtliche Tätigkeit gilt, die die Ausübung eines anderen Berufes nicht ausschließt. Und da wohl die meisten Abgeordneten noch einer anderen beruflichen Tätigkeit nachgehen, wurde und wird der Beginn der Sitzungen auf den Nachmittag gelegt und die Bürgerschaft tagt dann bis in den frühen Abend, heute bis kurz nach 21 Uhr. Das späte Ende dürfte auch der Grund gewesen sein, dass sich nach Schliessung der Sitzung die Bürgerschaft quasi schlagartig leerte.

Bis zum Ende der Sitzung konnten knapp die Hälfte der Abgeordneten fotografiert werden, wobei vertiefende Gespräche zu unseren Anliegen und dazu wer wir sind und warum wir das machen leider Mangelware blieben. Die meisten Abgeordneten erschienen kurz und verschwanden wieder, weil beispielsweise die nächste Abstimmung anstand. Auch dies dürfte u.a. dem ungewöhnlichen Charakter der Hamburgischen Bürgschaft geschuldet sein. Aber der Geschäftsführer einer der kleineren Fraktionen erkundigte sich mehrfach, wie denn der Stand bei den Fotografien seiner Schäfchen sei und brachte nachdem sich noch keiner „seiner“ Abgeordneten bei uns eingefunden hatte, mehrfach Abgeordnete seiner Fraktion persönlich zu uns. Erste Ergebnisse gibt es auf der Projektseite in der Wikipedia und auf Commons.

Ansonsten geht es in den Räumen und Gängen der Bürgerschaft fast familiär und kuschlig zu. Das Rathaus wurde im Jahr 1886 gebaut und seitdem kaum an die Bedürfnisse eines modernen Parlaments angepasst. So stehen die Journalisten mit ihren Foto- und Video-Kameras neben und hinter den Abgeordneten im Plenarsaal. Die Ausstattung insgesamt ist recht antiquiert und Besucher und Journalisten müssen doch mit recht spartanischen Plätzen vorlieb nehmen.

Ein kleinen Eindruck von der Bürgerschaft und dem heutigen Projekt bieten die obigen Bilder. Wenn notwendig werde ich noch einige der Bilder auf Commons hochladen. Da aber viele gute Fotografen mit einer wesentlich besseren Ausrüstung ebenfalls in Hamburg sind dürfte dies kaum notwendig sein.

Herr K. labert mal wieder

Ein in der Wikipedia allgemein bekannter Rechtsanwalt, Blogger und Telepolis-Autor (die Reihenfolge sagt nichts über die Wertigkeit seiner jeweiligen Tätigkeit aus) kommentiert in einem Telepolis-Artikel das aktuelle Urteil des Landgericht Hamburgs zur Störerhaftung von Wikimedia Deutschland für Inhalte in der deutschsprachigen Wikipedia. Dass er dabei wie üblich mehr oder minder komisches Zeugs erzählt, verwundert mich nicht wirklich.

Ein paar Zitate:

… denn faktisch dominiert Wikimedia e.V. sehr wohl die Inhalte der Wikipedia, weil das Führungspersonal des Vereins zu einem Großteil mit den deutschen Admins identisch ist

Wenn er mit Führungspersonal den Vorstand meint, dann ist es doch schon sehr verwunderlich, dass maximal 10 Hansel der Großteil der deutschen Admins sein sollen. Vll. meint er ja auch einfach bloß, dass der Großteil des Führungspersonal Admins sind. Dann soll er es aber hinschreiben.

Er [der Kläger, Finanzer] berief sich auf die von Wikimedia durchgeführte „Wikimedia Academy“ zur Rekrutierung neuer Autoren mit Wikipedia-Karriere-Aussichten.

Ui, Wikipedia-Karriere-Aussichten. Ich wüsste nicht, dass sowas jemals Thema auf den Academys war. Aber man kann ja bekanntlich nicht überall sein und vielleicht habe ich ja einen wichtigen Vortrag verpasst.

… oder der vom Verein gepflegten Wikipedia-Stammtische.

Och ne. Dass der Hamburger Stammtisch vom BND unterwandert ist, wussten wir ja schon ne Weile. Das mit dem Verein ist zumindest mal ne neue Variante.

Update: Auf Grund einer Abmahnung habe ich zwei Kommentare zu diesem Beitrag gelöscht.

Tutanchamun in Hamburg

Mrs. Finanzer und ich waren vor ein paar Tagen in der Ausstellung Tutanchamun – Sein Grab und die Schätze, die noch bis April hier in Hamburg gastiert. In der Ausstellung werden ausschließlich Nachbildungen der im Grab des vermutlich berühmtesten Pharaos gezeigt. Das aber in beeindruckender Art und Weise. Z.B. da dadurch alle Objekte, die ja über mehrere Museen verstreut sind, zusammen gezeigt werden können und weil ein und dasselbe Objekt in verschiedenen Zusammenhängen gezeigt werden kann.

Da in der Ausstellung das Fotografieren erlaubt ist, was für eine Sonderausstellung eher ungewöhnlich ist, möchte ich euch die Bilder natürlich nicht vorenthalten.

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Creative Commons Day in Hamburg

creativecommonsdaybanner

Zur Abwechslung mal ein kleiner Veranstaltungstipp für Hamburg. Am 08. August 2009 findet in Hamburg im Waagenbau der Creative Commons Day! Creative Commons statt. Im Vordergrund dieser Veranstaltung steht, dass jungen Künstlern die Möglichkeit geboten werden soll ihre unter die Creative Commons Lizenz gestellten Werke präsentieren zu können. Dieses Festival soll Künstlern die Gelegenheit geben ihre Musik und ihre Filme persönlich vorzustellen und sie einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Der Eintritt ist frei. Weitere Infos findet ihr auf der Webseite zum Creative Commons Day.

Hier das Programm:

Saal 1 – 14:00 Beginn

  • Route 66 (Roadmovie) bis 16:15
  • Story of Stuff (Animation) ggf. Twitter-Vorstellung (Annie Leonard) bis 16:30
  • Empire St. Pauli mit Machern bis 18:10
  • Pause (Kaffee frei bis 18:45 Uhr)
  • 18:45 EliQuez + Joon, Jary & Atyef
  • 20:45 Shearer
  • 22:45 Psycoded + Zoe.Orange

Saal 2 – 13:00 Beginn

  • Begrüssungsansprache (maximal 10 min.)
  • Big Buck Bunny (Animation)
  • Elephants Dream (Animation)
  • 13:45 Piratenwerbespot 2009 + Ansprache von Chris Grabinski
  • 14:00 Free Culture (Lawrence Lessig) (E-Book) ggf. Twitter-Vorstellung, Lesung von „Free Culture“
  • 15:00 Netzwerk freies Wissen Julian Finn bis ca. 16:00
  • 16:00 Starwreck
  • 17:00 No Copy Lesung mit dem Autor Evrim Sen

Inas Nacht

Seit ein paar Wochen schau ich Montagsabend im Ersten, wenn ich es denn mitbekommen, die einfach geniale Sendung Inas Nacht. Schräge Gespräche in einer winzigen Hamburger Kneipe, ein Shantychor vor dem Fenster und Musiker, die sich Ina einlädt und mit denen Sie gemeinsam singt, sind das Markenzeichen der Sendung. Manchmal sind meine Gebühren wirklich gut angelegt. Und da die öffentlich-rechtlichen Sender ihre Sendungen eigentlich nur noch 7 Tage in der Mediathek vorhalten dürfen, ist Youtube um so wichtiger.

Nun aber zum eigentlichen Anlass des Beitrags. Ich präsentiere im Folgenden drei der Musikbeiträge aus der Sendung, die mir besonders gefallen haben: Selig mit „Wir werden uns wieder sehen“, Mia mit „Mein Freund“ und Tino Dico mit „Count to Ten“.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=Uz7CE9mY2lg[/youtube] [youtube]http://www.youtube.com/watch?v=os_Mi4D6cqA[/youtube] [youtube]http://www.youtube.com/watch?v=xMat6dqM298[/youtube]

Drei Banken in Hamburg

Wenn es drei iranische Banken in Hamburg gibt, eine Google-Suche legt dies nahe, dann habe ich alle drei seit heute auf Bild gebannt. Und Schuld dran ist Elya und ihre Liste der Bauwerke von Gottfried Böhm in der Wikipedia. Gottfried Böhm ist ein deutscher Architekten, der hierzulande einiges gebaut hat. Er ist der bisher einzige deutsche Träger des Pritzker-Preises, der bedeutendsten Auszeichnung in der Architektur. Und er hat auch ein Gebäude in Hamburg gebaut. Das einer iranischen Bank. Soviel wusste Elya schonmal und schickte mich vor zwei, drei Wochen erstmal in die Deichstraße hier in Hamburg, in der zwei iranische Banken residieren.

Also ein paar Tage abgewartet bis hier Hamburg mal die Sonne schien und hingelaufen und die beiden Gebäude fotografiert. Und am Abend dann das Ergebnis stolz im Chat vermeldet. Aber nix war, es waren die falschen Banken. Die richtige Bank, die Europäisch-Iranische Handelsbank, steht ganz woanders, nämlich im Kontorhausviertel, Deppenau 2 (dass einige Straßen hier Hamburg so komische Namen haben, dafür kann ich nichts). Zum Glück befinden sich alle drei Banken in kurzer Entfernung zu meiner Arbeitsstelle, so dass die Bilder nur wenige Minuten Zeit beanspruchten. Und eine kleine Ergänzung der Bildergalerie zu Hamburg hier im Blog verdankt der Ausflug in die Deichstraße auch.

Nun gut, also wurde bei nächster sonniger Gelegenheit, was ein schweres Unterfangen hier in Hamburg sein kann, nun auch die dritte und letzte iranische Bank fotografiert und das Bild auf Commons hochgeladen. Und deshalb kann ich hier nun voller Stolz die Galerie der iranischen Banken in Hamburg präsentieren (die Nummer 2 war das eigentlich Objekt der Begierde):

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Und wie ich heute abend im Chat erfuhr, beschäftigt elya mit der Bildbeschaffung der Gebäude des Herrn Böhm, so einige Wikipedianer. Dabei kommt es auch zu einigen fotografischen Kollisionen, wie man der Diskussionsseite der oben erwähnten Liste entnehmen kann.