Schlagwort-Archiv: Mittelhochdeutsch

Okt 01 2007

Walther von der Vogelweide

Nach gemeinsamem Lesen im Chat haben wir es heute geschafft ein Liebes-Gedicht von Walther von der Vogelweide in Wikisource einzustellen. Auch wenn auf den ersten Blick alles recht klar aussieht, ist es doch schwieriger als erwartet ein Gedicht aus dem Codex Manesse zu transkribieren. Ich kannte es bisher nicht, aber es scheint eines der bekanntesten mittelalterliche Gedichte zu sein. Ich persönlich finde es sehr schön, auch wenn man sich in das Mittelhochdeutsche einlesen muss. Ich weiß nicht wem es ursprünglich gewidmet war, für mich ist einer Königin würdig.

Das Gedicht beginnt links unten in der letzten Zeilen. Wer mag kann ja vergleichen. Hier unsere Transkription:

Vnder der linden
an der heide
da vnser zweier bette was
da mugent ir vinden
schone beide
gebrochen bluomen vnde gras
vor dem walte in einem tal
tandaradai schone sanc dui nahtegal.

Ich kan gegangen
zvo der ovwe
do was min fridel komene
da wart ich enpfangen
here frowe
dc ich bin selig iemer me.
er kuste mich wol tvsent stunt.
tandaradei seht wie rot mir ist der munt.

Do hat er gemachet
also riche
von bluomen ein bette stat
des wirt noch gelachet innekliche
kvmt iemen an dc selbe pfat
bi den rosen er wol mac
tandaradei merken wa mirs havbet lac.

Das er bi mir lege
wesses iemen
nvn welle got so schamt ich mich
wes er mit mir pflege
niemer niemen
bevinde dc wan er vnd ich
vnd ein kleines vogellin
tandaradei dc mac wol getruiwe sin.

Update 30. Januar 2009:

Das mittelhochdeutsche Original nach dem Codex Manesse und einige neuhochdeutsche Übersetzung befinden sich auf der Themenseite Under der linden bei Wikisource.

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