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Nov 17 2009

Böse Fremdwörter

Wenn man den folgenden Text in ein etwas moderneres Deutsch bringen würde, dann könnte der sicherlich auch mühelos im Feuilleton einer großen Zeitung oder bei den Aktioneuren der Aktion Lebendiges Deutsch stehen.

[...] weil sie ihre Muttersprach villeicht nit vollkommen verstehen / oder reden können / sich frembder Wörter behelffen; [...] Aber die jenige welche auß Hoffart / und damit sie gesehen seyn möchten / einen Hauffen unteutsche Wörter einzumischen pflegen / welche weder sie selbsten noch andere die mit ihnen sprachen / verstehen / geschweige recht reden können / wollen wir den Sprachkündigen und Gelehrten [...] zu gefallen im Land lassen / nicht allein selbst ihre Kurtzweil an ihnen zuhaben / wann sie so werckliche Wörter vorbringen / sonder auch sich in ihren Reden zu spieglen und wahrzunehmen wie närrisch es stehe / wann ein Teutscher mit Fleiß und ohn alle Noth frembd redet / da er die Sach in seiner aignen Muttersprach viel verständlicher und zierlicher Vorbringen könte.

Der Text stammt im übrigen aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts und ist eine Klage des bekannte Schriftstellers Hans Jakob von Grimmelshausen in Deß Weltberuffenen Simplicissimi Pralerey und Gepräng mit seinem Teutschen Michel, dass ich derzeit auf Wikisource mithelfe zu korrigieren.

P.S. Der Artikel ist dem von mir hochgeschätzten und immer mit Genuß gelesenen Bremer Sprachblog gewidmet. Die Widmung ist natürlich als Empfehlung gemeint, sich auch dort lesend umzutun ;-)

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